Ein Play-off-Duell mit Vorgeschichte

von Redaktion

Starbulls seit 2017 mit positiver Bilanz gegen Regensburg – Fokus auf die Torhüter

Rosenheim – Eine gewisse Wahrscheinlichkeit hat schon seit Wochen bestanden, inzwischen steht es fest: Die Eisbären Regensburg sind Gegner der Starbulls Rosenheim im Viertelfinale der DEL2-Play-offs – und die Oberpfälzer sind beileibe keine unbekannte Größe. Seitdem die Starbulls 2017 in die Oberliga abstiegen, kreuzten diese beiden Kontrahenten – nur mit einem Jahr Unterbrechung – stets die Klingen, und dies meistens auf Augenhöhe.

Ganz am Anfang dominierten noch die Starbulls, was sich auch in zwei zweistelligen Heimsiegen ausdrückte. Doch mit dem Einstand von Coach Max Kaltenhauser begann eine Zeit des Aufschwungs in der Donaustadt, und die Derbys zwischen diesen beiden Teams wurden zu Highlights. Insgesamt 23 Oberliga-Begegnungen gab es, von denen die Starbulls 13 gewannen. Eine Saison war dann Pause, weil die Eisbären in die DEL2 aufstiegen, in die ihnen die Starbulls ein Jahr später folgten.

In den folgenden drei Jahren trennten die beiden Klubs in der Tabelle Welten. In Rosenheims erster Saison mussten die Starbulls gegen den Abstieg kämpfen, während Regensburg als Tabellenzweiter im Finale den haushohen Favoriten Kassel besiegte. Im Jahr darauf änderten sich die Verhältnisse: Nach dem Abgang von Kaltenhauser vermied der amtierende Meister als Vorletzter auf den letzten Drücker den Abstieg, während die Starbulls als Fünfter locker die Play-offs erreichten. Diesmal liegen die beiden Teams weniger weit auseinander. Nach 20 Punkten Differenz zugunsten der Eisbären und 34 zugunsten der Starbulls lag Rosenheim heuer nur 16 Punkte vor Regensburg. Doch ungeachtet der Tabellenkonstellationen waren die Spiele gegeneinander stets ausgeglichen. Bis heuer! Heuer ging es nämlich ebenfalls immer sehr knapp zu, aber jedes Mal hatten die Eisbären die Nase vorn. Nur gut, dass man, wie es so schön heißt, in den Play-offs wieder bei Null beginnt!

Neutrale Eishockeyfans, die viele Tore sehen wollen, egal, für welches Team, sollten sich keine Spiele der Starbulls oder der Eisbären ansehen. Denn beide Mannschaften zählen zu den am defensivsten eingestellten Teams in der Liga. In den 52 Partien mit Rosenheimer Beteiligung fielen insgesamt nur 288 Treffer, in den Regensburger Partien waren es 293. Lediglich die Blue Devils Weiden waren mit 282 Toren plus Gegentoren noch sparsamer. Zum Vergleich: In Bietigheimer Spielen waren 345 Tore zu bewundern, in Partien mit Kaufbeurer Beteiligung 336.

Die Starbulls als das neuntbeste Heimteam treffen auf das siebtbeste Auswärtsteam. Sowohl offensiv – 164 Tore gegenüber 150 – als auch defensiv – 124 Gegentore gegenüber 143 – haben die Starbulls leichte Vorteile. Diese Vorteile enden jedoch bei den Special Teams, wo die Eisbären sowohl beim Powerplay – 18,4 gegenüber 17,8 Prozent – als auch in der Unterzahlquote – 83,7 gegenüber 82,2 Prozent – die geringfügig besseren Werte aufweisen. Für die Starbulls spricht dabei jedoch, dass Regensburg im Powerplay bereits acht gegnerische Shorthander zugelassen hat. Das ist ein Aspekt, bei dem die Starbulls mit sieben erzielten Unterzahltoren in der Liga führen. Andersherum konnten die Eisbären erst einen einzigen Unterzahltreffer erzielen, die Starbulls ließen deren drei zu.

Topscorer bei den Eisbären sind die vier Kontingentstürmer Corey Trivino, Jeremy Bracco, Alex Berardinelli und David Morley, hinter denen der Rosenheimer Kevin Slezak im besten Jahr seiner bisherigen Karriere mit ebenfalls 30 Punkten bester deutscher Scorer ist. Die offensivstärksten Verteidiger sind Guillaume Naud und Jakob Weber mit 22 beziehungsweise 21 Punkten. Neben Slezak stehen mit Pascal Zerressen, Konrad Fiedler und Yuma Grimm drei weitere Spieler im Kader, die bereits für Rosenheim gespielt haben. Besonders bekannt ist auch Nikola Gajovsky, der von den ersten Spielen 2017 an den Starbulls stets zu schaffen machte und inzwischen der erfolgreichste Regensburger Scorer aller Zeiten ist.

Aufgrund der vielen Powerplaytore, welche ja in der individuellen Plus-Minus-Bilanz nicht zählen, haben nur neun Eisbären-Spieler eine positive Bilanz. Auch hier erweist sich Kevin Slezak mit +11 als Bester, während zum Beispiel Scorerkönig Corey Trivino auf -15 kommt.

Zum Vergleich dazu die Starbulls: Angeführt natürlich von Shane Hanna (+32) und Scott Feser (+24) haben gleich sieben Cracks eine zweistellig positive Plus-Minus-Bilanz und kein einziger eine schlechtere als -3. Das absolute Top-Duell wird sich aber wohl im Tor abspielen. Die drei zur Auswahl stehenden Goalies gehören allesamt zur Crème de la Crème der Liga. Oskar Autio und Christopher Kolarz auf Rosenheimer Seite sind Zweiter, Vierter und Sechster bei Gegentorschnitt und Fangquote, während Eisbären-Goalie Jonas Neffin mit 2,29 den drittbesten Schnitt und mit 92,88 Prozent die weitaus beste Fangquote aufweist, was ja auch in den bisherigen Spielen gegen die Starbulls durchaus entscheidend war. Sollte er allerdings ausfallen, würden auf seinen Vertreter Konrad Fiedler wohl herausfordernde Zeiten zukommen.

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