Mühldorf – Beim Heimspiel gegen Eltmann am Samstagabend haben die Mühldorfer Zweitliga-Volleyballer die letzte Chance verpasst, sich über Wasser zu halten. Rein sportlich ist der Abstieg in die dritte Liga besiegelt, allerdings gibt es dennoch Hoffnungen auf einen möglichen Ligaverbleib beim TSV. „Wir machen da jetzt keinen Haken dran“, betont Mühldorfs Abteilungsleiter Stephan Bartsch im Gespräch mit der OVB-Sportredaktion.
Vor einem Jahr profitierte beispielsweise der Tabellenletzte Mimmenhausen vom Rückzug einer anderen Mannschaft und durfte in der Liga bleiben. „Es gibt vielleicht eine kleine Chance. Von der dritten Liga haben aber auch schon zwei Mannschaften angemeldet. Und Aufstieg geht vor Nichtabstieg“, informiert TSV-Sportdirektor Stephan Schinko im OVB-Interview und ergänzt: „Insofern ist die Hoffnung da, aber ich denke, dass ein sportlicher Abstieg schon wahrscheinlich ist.“ Bartsch zeigt sich dennoch zuversichtlich: „Es ist relativ schwierig und hängt von vagen Komponenten ab. Aber es besteht eine begründete Hoffnung, das ist kein Hirngespinst von uns.“ Anfang Mai werden die Staffeln für die neue Saison zusammengesetzt. Spätestens dann wissen die Mühldorfer, in welcher Liga der TSV aufschlagen wird. „Bis dahin planen wir zweigleisig, es geht ja jetzt los mit den Spielergesprächen“, so Bartsch.
Doch für jeden Spieler ist die Ligahöhe ein entscheidender Faktor bei Vereinswechseln. Daher sei dies nicht ganz so einfach: „Wir brauchen auch den einen oder anderen Externen wieder, da ist es schon schwierig. Wir können nicht einfach so viel zahlen, dass es den Spielern egal sein kann, in welcher Liga sie spielen würden. Das ist nicht Mühldorf und das wollen wir auch nicht sein“, stellt Bartsch klar. Allerdings laufen diese Gespräche mit vielen Akteuren sehr positiv ab. „Es kommt uns zugute, dass wir viele Eigengewächse haben“, weiß Bartsch. „Bei den eigenen Spielern geht das, weil sie einen örtlichen Bezug haben und natürlich für ihren Verein auflaufen wollen. Viele sagen: ‚Egal ob zweite oder dritte Liga, ich spiele für den TSV“, ergänzt Schinko. Sein Sohn Felix wird in der kommenden Saison nicht mehr für die Innstädter auflaufen, da er zum Studieren nach Regensburg ziehen wird.
Neben dem Kader für die nächste Saison gibt es auch auf der Trainerposition ein Fragezeichen. Im Sommer kam mit Mateusz Zarczynski ein Profi-Trainer an den Inn, der allerdings nicht seinen gewünschten Erfolg erzielte: „ Ich habe am Anfang der Saison nicht gedacht, dass wir absteigen würden. Die Hoffnung war deutlich besser“, hadert Zarczynski. Auch wenn die Zeit in Mühldorf „nicht so gut“ gewesen sei, „hat mir die Stadt gefallen. Die Leute sind nett, es ist schön hier.“ Noch ist Zarczynskis Zukunft beim TSV fraglich: „Die Gespräche werden noch vor dem letzten Spieltag stattfinden“, teilt Bartsch mit. Ob der 35-Jährige auch in der kommenden Saison beim TSV an der Seitenlinie stehen würde, läge laut Zarczynski nicht in seiner Hand: „Die dritte Liga hat ein anderes Niveau als die zweite. Dann ist die Frage, was der Plan vom Verein ist. Das ist nicht wirklich meine Aufgabe.“ Dass ein Profi-Coach in der dritten Liga eine absolute Ausnahme wäre, unterstreicht Schinko: „In der zweiten Liga gibt es einige Full-Time-Trainer, aber auch andere, die nebenbei arbeiten. In der dritten Liga ist das schon sehr unüblich.“ Laut Abteilungsleiter Bartsch sei es grenzwertig, einen Profitrainer in der dritten Liga zu halten – aber nicht unmöglich. „Wir werden als Verein den bestmöglichen Plan entwerfen und mit Mateusz eine einvernehmliche Lösung finden“, schildert Bartsch.
Zum Saisonabschluss hält der Spielplan des TSV noch zwei Heimauftritte bereit. Worum es dabei geht, sind sich die Mühldorfer Verantwortlichen einig: „Wir wollen uns ordentlich verabschieden, die Saison mit einem guten Gefühl abschließen und dieses mit in die nächste Saison nehmen“, betont Bartsch. „Wir wollen alles geben, die Spiele gewinnen und bei den Zuschauern ein gutes Bild erzeugen“, bekräftigt Zarczynski.
Die auslaufende Saison bestritten die Innstädter mit einem blutjungen Kader. Mit diesem sei es laut Schinko nicht selbstverständlich, in der zweiten Liga zu bestehen. Daher wäre ein Abstieg „nicht ganz so tragisch“. Diese Meinung teilt Bartsch: „Wir müssen da jetzt keinen Scherbenhaufen zusammenkehren. So einen Abstieg muss man als Herausforderung und als Chance sehen.“ Der TSV Mühldorf könnte mit beiden Szenarien leben – auch wenn der sportliche Abstieg bestehen bleibt und kein Team zurückzieht. „Das Schöne ist: In der dritten Liga gewinnen wir wieder Spiele und das ist auch das, was die Zuschauer sehen wollen“, resümiert Schinko. les