Ostermünchen – Für den SV Ostermünchen hätte dieses Derby kaum besser enden können. In einer umkämpften und phasenweise wilden Kreisliga-Partie setzte sich der SVO 2:0 beim TSV Emmering durch. Für Ostermünchens neuen Trainer Helmut Faber war es der erste Derbysieg mit dem SVO. Der 70-Jährige durfte damit direkt ein wichtiges Erfolgserlebnis feiern.
Wie fühlt sich der Derbysieg an?
Wir wussten, dass das ein extrem wichtiges Spiel ist. Gerade in so einem Derby ist natürlich viel Emotion drin. Es war ein enges Spiel. In der ersten Halbzeit haben wir eine hundertprozentige Chance vergeben, aus zwei Metern drüber. In der zweiten Halbzeit gab es dann diesen Handelfmeter, über den man sicher diskutieren kann. Unser Torwart Sebastian Amann war heute in super Form, nicht nur wegen des gehaltenen Elfmeters. Für mich war er der beste Mann auf dem Platz. Er hat uns im Spiel gehalten. Wir mussten dann zehn, 15 Minuten richtig leiden, da waren wir überhaupt nicht da. Aber wir haben uns wieder befreit, und da muss ich der Mannschaft ein Kompliment machen: Sie hat den Kopf nicht hängen lassen, ist weitergelaufen und hat immer wieder versucht, etwas zu machen. Wenn man das ganze Spiel betrachtet, wäre vielleicht auch ein Unentschieden vertretbar gewesen. Aber wir haben unsere Tore gemacht, Emmering nicht.
Nach der Pause kam Ostermünchen besser rein. Was haben Sie in der Halbzeit gesagt?
Wir mussten einfacher spielen. Auf so einem Boden kannst du keinen großen Fußball spielen. Also haben wir versucht, die Bälle öfter in die Räume hinter die Abwehr zu spielen. Das hat in der zweiten Halbzeit besser funktioniert, und genau so ist dann am Ende auch das 2:0 gefallen.
Tabellarisch war das ein ganz wichtiges Spiel. Wie sieht der Blick nach vorne aus?
Wir haben uns heute schon früh getroffen und gemeinsam gefrühstückt. Wir haben uns dann gesagt: Der Kader gibt eigentlich mehr her. Uns fehlen allerdings drei richtig gute Spieler, die verletzt sind. Vielleicht kommt einer am nächsten Wochenende zurück. Trotzdem zählt für uns vor allem der Klassenerhalt – wenn möglich ohne Relegation. Wir wollen da unten rauskommen. Die Jungs sind charakterlich top, sie halten zusammen. Das hat man auch im Trainingslager gesehen. Da war disziplinmäßig überhaupt nichts auszusetzen. Wir hoffen jetzt, dass man mit besseren Plätzen auch immer mehr von dem sieht, was wir uns erarbeiten.
Sie sind in große Fußstapfen getreten. Wie gehen Sie damit um?
Im Verein vielleicht schon, aber ich mache das ja auch nicht erst seit gestern. Ich verstecke mich da nicht. Bernd Schiedermaier war jahrelang da, hat für den Verein extrem viel gemacht und war mit Herzblut dabei. So jemand gehört natürlich zu diesem Verein.
Interview: Benedict Schweiger