Von der Türkei zum größten Turnier der Welt

von Redaktion

Bogenschützin Katharina Bauer geht zuversichtlich in die letzten Vorbereitungen vor der Saison

Raubling – Die Sehne spannt sich, einen kurzen Moment ist es vollkommen still. Dann löst sich der Pfeil und trifft die Zehn. Für Katharina Bauer sind solche Momente mehr als nur einfaches Training. Sie sind das Ergebnis von jahrelanger Konzentration, Disziplin und riesiger Leidenschaft. Die 30-Jährige, die ihre ersten Schritte bei der BSG Raubling machte, gehört seit Jahren zu den besten und erfolgreichsten Athletinnen Deutschlands. Im Recurve-Bogenschießen hat sie sich national sowie international einen Namen gemacht und ist ein fester Bestandteil des deutschen Nationalteams.

Doch hinter ihren grandiosen Erfolgen stecken viel harte Arbeit, mehrere Stunden Training sowie Hunderte an Wiederholungen, um den Bogen bestmöglich zu beherrschen. Das wird auch bei der Vorbereitung auf den anstehenden Weltcup deutlich. Die Schützin, die zuletzt deutsche Meisterin mit der FSG Tacherting wurde, ist direkt nach dem Bundesliga-Finale in den Flieger Richtung Türkei gestiegen, um an den internen Qualifikationen für die Europameisterschaft teilzunehmen. Die amtierende Europameisterin gewann und hat somit im Mai die Chance, ihren Titel zu verteidigen.

Aktuell richtet sich Bauers Fokus auf die anstehenden Reisen. Zuerst geht es ins Trainingslager nach Belek, wo die ersten Wettkampf-Simulationen anstehen. Von dort aus geht es direkt weiter nach Las Vegas, wo die 30-Jährige am größten Hallenturnier der Welt teilnehmen wird. Zum goldenen Abschluss geht es dann in das letzte Trainingslager nach San Diego, wo sich die deutsche Nationalmannschaft den Schliff für den Weltcup-Auftakt in Mexiko holen will. Viele Reisen bedeuten auch ein höheres Krankheitsrisiko, dies betont auch Bauer: „Ich hoffe, dass ich gut durchkomme. Ich bin echt ganz zuversichtlich und schaue, dass ich meine ganzen Vitamine nehme, sodass ich nicht krank werde.“

Die Vorbereitungswettkämpfe sieht sie als guten Vergleich mit der Konkurrenz: „Das sind alles super Möglichkeiten, die anderen Nationen zu testen und zu sehen, wie weit sie sind. In erster Linie, weil Spanien oder die Türkei auch große Favoriten bei der Europameisterschaft sind.“ Auch sieht die für die FSG Tacherting startende Athletin diesen Vergleich als Anschub für eine Leistungsoptimierung vor dem ersten Weltcup in Mexiko: „Man sieht, was noch nicht so gut hingehauen hat und wo man für die weiteren Wettkämpfe nochmal ansetzen muss.“

Für den Saisonhöhepunkt, die Europameisterschaften im Mai, sind besonders die Weltcup-Resultate aussagekräftig: „Im Einzel sollte schon das Ziel sein, immer in die Top 16 zu kommen, dann wird man auch bei der EM Chancen haben.“ Als Titelverteidigerin geht Bauer zwar mit gewissen Erwartungen in den Wettbewerb, trotz allem versucht sie, den Fokus nicht zu verlieren. Stattdessen konzentriert sie sich darauf, ihre Leistungen abzurufen und sich weiterhin Schritt für Schritt zu verbessern. Auf die Frage, ob noch Wünsche oder Erwartungen für die kommende Großveranstaltung offen sind, antwortet Bauer klar: „Ja, auf alle Fälle, ich gehe immer noch mit viel Leidenschaft in die Wettbewerbe. Trotzdem heißt es nicht, dass man mit denselben Leistungen wie vor zwei Jahren wieder Europameisterin werden kann.“

Als Titelverteidigerin spielt für sie auch die mentale Komponente eine große Rolle. Die Bogenschützin steht verstärkt im Fokus der Öffentlichkeit. Diese Aufmerksamkeit empfindet sie jedoch keinesfalls als Belastung – vielmehr sieht sie das Rampenlicht als Teil des Leistungssports. Sie versucht, sich weiterhin auf ihre Aufgaben zu konzentrieren. Um mit Drucksituationen besser umzugehen, wird Bauer unter anderem durch sportpsychologische Arbeit unterstützt.

Mit dem Blick auf die bevorstehende Europameisterschaft steht für Katharina Bauer vorrangig eines im Vordergrund: ihre Leistungen abzurufen. Eine gute Platzierung wäre definitiv ein Ziel und wieder ein toller Erfolg – unabhängig davon, ob am Ende eine Medaille steht.

Artikel 1 von 11