Ruhpolding – Mit gemischten Gefühlen sind die heimischen Biathleten von der Jugend- und Junioren-Weltmeisterschaft am Arber nach Hause gekommen. Erst zum Abschluss gab es Gold für Leni Dietersberger vom SC Traunstein mit der Junioren-Staffel. Neben Dietersberger war Korbinian Kübler bei den Junioren dabei, allerdings waren die Wettkämpfe für ihn nach wenigen Tagen wegen Krankheit beendet. Gleiches Schicksal ereilte Leonie Hinterstoißer vom SV Oberteisendorf. Sie war neben Giovanna Nicolussi (WSV Kiefersfelden) sowie Katharina Staller, ebenfalls vom SV Oberteisendorf, in der Jugend am Start.
Für Dietersberger lief es zum Auftakt nicht optimal. Im ersten Rennen landete sie im Einzel mit fünf Schießfehlern auf dem 28. Rang. Den Sprint über 7,5 Kilometer beendete sie mit zwei Schießfehlern auf dem 30. Platz, ebenso wie im Massenstart. Zusammen mit Kübler absolvierte sie die Mixed-Staffel und wurde Fünfte. Das glückliche Ende gelang ihr schließlich mit dem Sieg in der Staffel. „In den Einzelrennen war es hart für mich, die Bedingungen waren schwer und die Konkurrenz extrem stark“, so ihre Analyse vor der Staffel. In dieser ging sie zusammen mit Johanna Lehnung, Melina Gaupp und Sydney Wüstling als dritte Läuferin in die Spur. „Wir wussten, dass wir bei der Staffel eine gute Chance haben, aber dass es dann Gold wird, damit haben wir nicht gerechnet“, so die Traunsteinerin. Schließlich war Frankreich der Top-Favorit. „Der Moment, als Sydney als Schlussläuferin über die Ziellinie ist, war unbeschreiblich. Wir haben einige Tränen vergossen. Da ist ein ziemlich großer Druck abgefallen. Ich bin unfassbar dankbar, dass ich das erleben durfte“, freute sie sich. Am Ende waren es 3,7 Sekunden auf Frankreich, Dritte wurden die Ukraine.
Kübler vom SC Hammer kam im Einzel über 12,5 Kilometer nicht zurecht und landete mit sechs Schießfehlern auf dem 25. Platz. Im Sprint waren es vier Fehler und der 27. Rang, danach musste er erkrankt die WM vorzeitig beenden. „Leider hat dieses Jahr zum Saison-Höhepunkt vieles nicht zusammengepasst. Schwierige Bedingungen, bodenlose Schießeinlagen und dann noch krank geworden. Ich bin mit den Ergebnissen nicht zufrieden, aber es waren auch gute Aspekte bei den Rennen dabei. Jetzt kann ich mit extra viel Motivation in die neue Saison gehen“, so der 19-Jährige.
Für Katharina Staller war es ihre erste JWM. Im Einzel über zehn Kilometer kam die 18-Jährige auf den 18. Platz. In der Mixed-Staffel zusammen mit Giovanna Nicolussi reichte es zum neunten Rang, und der Sprint über zehn Kilometer brachte mit dem achten Platz ein Top-Ten-Ergebnis. Gleiches gelang ihr auch im Massenstart. Mit der Jugend-Staffel war es der sechste Platz. „Es war ein unvergessliches Erlebnis, bei der JWM teilnehmen zu können. Ich durfte Teil eines tollen Teams sein und konnte viele neuen Erfahrungen sammeln. Es war richtig cool, sich mit den anderen Athleten auszutauschen“, so Staller.
Giovanna Nicolussi vom WSV Kiefersfelden gelang zum Auftakt im Einzel ein vierter Platz mit rund vier Sekunden Rückstand zur Bronzemedaille. Beim Schießen zeigte sie mit null Fehlern ihre Stärke. Im Sprint kam sie mit zwei Schießfehlern auf den zwölften Platz, im Massenstart war sie krankheitsbedingt nicht mehr dabei. „Für meine erste JWM bin ich sehr zufrieden. Klar lief nicht alles so, wie ich es mir vorgestellt habe, trotzdem bin ich froh, dabei gewesen zu sein. Vor allem mein vierter Platz im Einzel hat mich sehr gefreut und auch ein wenig überrascht“, so die 18-Jährige.
Für die Jüngste im Team, Leonie Hinterstoißer, nahm die WM ein jähes Ende. Die 17-Jährige musste wegen einer Erkrankung vorzeitig die Heimreise antreten. Am Ende stand der 21. Platz im Einzel mit einem Schießfehler zu Buche sowie der 31. Rang im Sprint. „Es ist nicht ganz so gelaufen wie erhofft, es hat trotzdem viel Spaß gemacht, die Rennen zu laufen. Und das alles mit dem ganzen Team zu erleben, natürlich durfte ich auch sehr tolle Erfahrungen sammeln“, so Hinterstoißer.
Stützpunkttrainerin Martina Seidl sagte zum Ergebnis ihrer zwei Schützlinge Katharina Staller und Leonie Hinterstoißer: „Das alles ist aus der Ferne schwierig zu beurteilen, beide haben sich aber gut verkauft. Kathi hat ihre besten Leistungen der Saison abrufen können. Leonie hat sich sehr schwergetan, bedingt auch durch ihre hohen Startnummern. Da war nicht viel möglich, nun muss aber für die zwei der nächste Schritt kommen“, so Seidl. In ihrer weiteren Analyse meinte sie zu Giovanna Nicolussi, dass sie mit dem vierten Platz zum Auftakt einen perfekten Einstand gehabt habe. „Herausragend war ihre Schießleistung mit null Fehlern. Wo sie ihre vier Sekunden zur Medaille liegengelassen hat, ist müßig, darüber nachzudenken.“ Im Bereich der Junioren meinte sie zu Kübler: „Das Schießen hat bei ihm nicht so geklappt, wie er sich das vorgestellt hat, und dann wurde er noch krank. Leni musste auch mit hohen Startnummern vorliebnehmen, das mussten aber auch andere. Der Staffelsieg war ein toller Abschluss für sie“, so die Trainerin.