Das Karma schlägt ganz schnell zurück

von Redaktion

Daniela Maier und Tim Hronek zeigen auch nach den Olympischen Spielen hervorragende Leistungen

Marquartstein/Innsbruck – Die Olympischen Spiele von Mailand/Cortina sind bereits Geschichte, für Skicrosserin Daniela Maier sind sie allerdings immer noch allgegenwärtig. Die 30-Jährige holte dort die Goldmedaille. Nach vielen Rückschlägen durch Verletzungen und Problemen war die Wahl-Marquartsteinerin zum richtigen Zeitpunkt topfit. „Meine Gefühle sind immer noch überwältigend“, sagte die Sportlerin vom SC Urach. „An diesem Tag hat einfach alles gepasst und viele meiner Freunde und die Familie waren dagewesen, dadurch konnten wir zusammen feiern“, so die Bundespolizistin.

Mittlerweile konzentriert sie sich auf den Weltcup, dort liegt sie auf dem zweiten Platz hinter der Schwedin Sandra Näslund. Die über hundert Punkte Rückstand aufzuholen, dürfte schwer werden. „Ich werde aber Vollgas geben“, sagt sie. Mitte der Woche wurde Maier Zweite beim Weltcup im österreichischen Montafon. Gleich nach Olympia kam Maier beim Weltcup in Serbien ebenfalls auf den zweiten Platz. Bereits im Verlauf der gesamten Saison belegte die 30-Jährige immer wieder Spitzenplätze, nur die Schwedin war des Öfteren einen Tick besser.

Nun geht es für die Skicrosser über den großen Teich nach Kanada und zum Weltcupfinale nach Schweden. Bei diesem Finale will auch Tim Hronek vom SV Unterwössen wieder an den Start gehen. Er feierte in Serbien seinen ersten Weltcupsieg in einem kuriosen Endlauf. Nach einer wahren Sturzorgie wurde er schließlich von der Jury zum Sieger erklärt. „Ich freue mich mega über meinen ersten Sieg im Weltcup, auch wenn es sich am Anfang sehr komisch angefühlt hat, mit einem Sturz zu gewinnen. Aber ich war in letzter Zeit gut in Form und daher hat es sich schon ein wenig angebahnt. Was ich noch schöner fand, ist, wie schnell manchmal das Karma zurückschlägt und das Glück auf meiner Seite war“, so der 30-Jährige.

Dass Skicross aufgrund einiger solcher Vorfälle immer wilder wird, glaubt er nicht: „Ich denke, das hat damit nichts zu tun. Es war ein normaler Kampf um die Platzierung und ein blöder Zufall, dass wir alle gestürzt sind. Es macht unseren Sport aus, dass es eng hergeht.“ Für Hronek hatte der Sturz fatale Folgen, die Diagnose war ein Anriss des Innenbandes. Aktuell schindet er sich im Kraftraum, um in Schweden dabei sein zu können. „So was heilt schnell und ich werde alles daran setzen, um rechtzeitig fit zu werden“, so der Wahl-Innsbrucker. Kopfschüttelnd schaut er immer noch auf das Halbfinale beim olympischen Rennen. Dort wurde er vom Schweizer Regez unfair auf dem Weg ins Finale ausgebremst. Im Ziel war Hronek außer sich und schimpfte wie ein Rohrspatz. „Jeder hat diesen Bullshit gesehen. Man muss überlegen, die Regeln zu ändern. Am Ende des Tages kann ich mir nichts davon kaufen, denn ich bin klar um das Finale gebracht worden“, klagte er. Letztendlich wurde er Sechster, später gab er sich versöhnlich: „In Livigno war es mega cool, genauso wie ich es mir vorgestellt habe. Die Stimmung war saugut und wir hatten eine tolle Atmosphäre.“ Um eine olympische Medaille hätte er gerne gekämpft: „Es ist halt schwierig, alle vier Jahre genau an einem Tag alles zusammen zu haben – körperlich, mental und skifahrerisch. Da hätte ich schon gerne die erste männliche Medaille im Skicross für Deutschland geholt“, meinte er.

Für Daniela Maier ist die Welt in Ordnung, der Olympiasieg wird sie ein ganzes Leben lang begleiten. „Mein Sieg war quasi die Kirsche auf dem Sahnehäubchen“. Ich hoffe, dass die deutschen Wintersportfreunde jetzt wissen, was Skicross ist.“ In Zukunft sollen mehr Zuschauer an die Strecke kommen und auch mehr Fernsehzeiten wären wünschenswert. „Das hätte das gesamte Team verdient.“

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