Vorfreude auf spannenden Grand Prix

von Redaktion

Heimisches Eisspeedway-Trio bei WM-Rennen in Inzell mit großen Ambitionen – Schwede Haarahiltunen als Favorit

Inzell – Ein heimisches Quartett im Hauptfeld und ein Inzeller als Reservefahrer: Mit reichlich Lokalkolorit beginnt die Eisspeedway-WM 2026 in der Inzeller Max-Aicher-Arena. Nach dem gestrigen Training geht es am heutigen Samstag um 17 Uhr und am morgigen Sonntag um 14 Uhr mit dem Grand Prix 1 und 2 um wichtige Punkte für die WM-Gesamtwertung.

Und dabei geht ein heimisches Trio mit gehobenen Ansprüchen aufs Eis. Luca Bauer (Reit im Winkl) hofft wie immer auf einen Platz unter den Top Drei. Im Vorjahr hatte Bauer am zweiten Tag in der Max-Aicher-Arena tatsächlich den dritten Platz der Tageswertung erkämpft und war insgesamt WM-Sechster geworden. Dass ein Podestplatz nur schwer zu verwirklichen ist, ist dem 27-Jährigen durchaus bewusst. „Aber es schaut gut aus, auch wenn ich nach der EM nicht mehr zum Training nach Schweden gefahren bin. Der Rest stellt sich am Samstag heraus“, blickt er bereits auf den Grand Prix 1. Max Niedermaier (Edling) fuhr in den vergangenen Wochen immer wieder Liga-Rennen in Schweden, pausierte aber dann – auch, weil er vor gut zwei Wochen krank geworden war. „Aber ich habe das zum Glück auskuriert und zuletzt viel in der Werkstatt an der Maschine gearbeitet.“ Für Inzell zeigt sich der 37-Jährige zuversichtlich, „denn das ist eine ganz andere Bahn als in Schweden. Deshalb ist nicht jeder, der dort gut war, automatisch auch hier stark. Mir hat Inzell jedenfalls immer getaugt, ich war hier auch schon mal vorn dabei“, erinnert sich der Vizeweltmeister von 2024. Dennoch sei „keine konkrete Zielsetzung möglich.“

Während er viel Routine aufweist, ist sein Cousin Maximilian Niedermaier (Frauenneuharting) noch relativ neu in der Szene. Der 25-Jährige konnte sich heuer nicht – wie 2025 – bei der WM-Qualifikation direkt einen Startplatz erkämpfen. Er erhielt in Inzell aber die Veranstalter-Wildcard. Der 25-Jährige war mit Max Niedermaier gemeinsam an vielen Wochenenden in Schweden. Zwar hatte er dort auch einige Stürze, doch er sammelte viel Fahrpraxis – und darf für Inzell daher zumindest vorsichtig optimistisch sein.

Das gilt auch für den Vizeweltmeister von 2022, Hans Weber (Schliersee/MSC Teisendorf). Der 41-Jährige kommt allerdings mit gemischten Gefühlen in die Max-Aicher-Arena. „In den vergangenen Jahren hatte ich da ungewöhnlich viel Pech“, erinnert er sich vor allem an 2024, als er nach einem heftigen Sturz die Saison beenden und im vergangenen Winter ganz aussetzen musste.

Ärgerlich fand er, dass ein Teil der Fans ihn noch mit negativen Kommentaren anging. Seine Hoffnung: „Sie sollen uns alle anfeuern. Es fährt keiner absichtlich dem anderen rein, aber wir haben nun einmal nur eine extrem kurze Reaktionszeit. Die Jungs sind alle korrekt, aber es kann einfach immer etwas passieren.“ Auch gut gemeinte Äußerungen wie „Fall ja nicht runter“ sollten sich die Anhänger lieber sparen: „Das ist nicht hilfreich. Sie sollen uns lieber sagen, dass wir richtig Gas geben sollen.“

Das wollen die Fahrer ohnehin. Das Heimspiel in der Max-Aicher-Arena sei – bei aller Vorfreude – auch eine zwiespältige Sache: „Da ist das Stresslevel schon hoch – aber wenn es gut läuft, macht es vor so vielen Fans natürlich umso mehr Spaß.“

Den will auch Franz Mayerbüchler haben: Der Lokalmatador aus Inzell ist zwar nur Ersatzfahrer, doch im Training am gestrigen Freitag war er auf jeden Fall voll dabei. Und da es erfahrungsgemäß immer wieder auch mal Ausfälle gibt, dürften sowohl der 32-Jährige als auch der erste Reservefahrer Christoph Kirchner (Lechbruck) vereinzelt bei den WM-Läufen zum Einsatz kommen.

Als Favorit geht wieder Martin Haarahiltunen an den Start: Der 35-Jährige holte sich viermal in Serie den WM-Titel. Im Vorjahr hatte er am zweiten Tag in Inzell den Tagessieg vor dem Niederländer Jasper Iwema und Luca Bauer geholt. Tags zuvor hatte Max Koivula (Finnland) vor Niclas Svensson (Schweden) und Heikki Huusko (Finnland) das Tagesfinale der vier punktbesten Fahrer gewonnen. Alle diese Piloten sind auch diesmal wieder mit von der Partie, ebenso wie Österreichs Routinier Franz Zorn. Dieser zeigte sich zuletzt in starker Form und will auch in Inzell wieder angreifen.

Übrigens: Das Stadion ist für den heutigen Samstag bereits komplett ausverkauft, für den Sonntag sind noch Restkarten erhältlich. Die ausrichtende DMV-Landesgruppe Südbayern weist die Fans zudem darauf hin, dass sie wieder die Shuttlebusse benutzen sollten – am Stadion gibt es keine Parkplätze.

Nicht parken, sondern so schnell wie möglich auf die vorderen Positionen fahren wollen alle Piloten in Inzell. Schließlich werden hier schon zwei Drittel der WM-Gesamtwertung entschieden. Denn anschließend gibt es nur noch einen Einzel-GP: Dieser wird am Samstag, 11. April, in Heerenveen (Niederlande) ausgetragen. Am Sonntag, 12. April, findet dagegen erstmals seit 2020 wieder eine Team-Weltmeisterschaft statt. Doch für die GP-Piloten steht erst einmal die Einzel-WM im Mittelpunkt.

Der Zeitplan vom
Inzeller Eisspeedway GP:

Samstag, 14. März

10 Uhr: Kassenöffnung; 13.30 Uhr: Einlass Stehplatzbereich; 14.30 Uhr: Offenes Fahrerlager; 15.30 Uhr: Stadionöffnung; 16.30 Uhr: Fahrervorstellung; 17 Uhr: 1. Lauf Grand Prix 1.

Sonntag, 15. März

10 Uhr: Kassenöffnung; 10.30 Uhr: Einlass Stehplatzbereich; 11.30 Uhr: Offenes Fahrerlager; 12.30 Uhr: Stadionöffnung; 13.30 Uhr: Fahrervorstellung; 14 Uhr: Grand Prix 2. who

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