Beeinflusst Taupert die Torhüterfrage?

von Redaktion

Starbulls starten heute gegen Regensburg in die Play-offs – Fragezeichen hinter der Aufstellung

Rosenheim – Wenn die Bärte immer länger werden und die Rasierer langsam verstauben, weiß jeder Bescheid: Es ist Play-off-Zeit! Die schönste Zeit im Eishockey startet für die Starbulls Rosenheim mit einem Heimspiel. Das erste Duell der DEL2-Viertelfinal-Serie gegen die Eisbären Regensburg steigt am heutigen Dienstag um 19.30 Uhr.

Die Ausgangslage: „Es kribbelt“, sagte Starbulls-Trainer Jari Pasanen nach dem Montagstraining. „Bei den Spielern merkt man die Anspannung und positive Nervosität. Jeder will einfach nur loslegen“, fügte der Deutsch-Finne an. 52 Hauptrundenspiele liegen hinter den Starbulls, die sind ab sofort aber Schnee von gestern. „Jetzt fängt eine neue Saison an“, erklärt Pasanen. In diese neue Saison startet Rosenheims Coach mit einem guten Gefühl. „Es herrscht eine gute Stimmung. Die Jungs haben gut trainiert. Wir hatten viele Meetings, haben viel Video geschaut. Wir sind bestens vorbereitet, jetzt müssen wir spielen.“

Die Vorgeschichte: Ausgerechnet Angstgegner Regensburg haben die Starbulls in der ersten Play-off-Runde erwischt. Viermal musste sich Rosenheim den Eisbären bereits geschlagen geben, nur einen Punkt holten die Grün-Weißen dabei. Pasanen versichert aber: „Wir wissen, warum wir verloren haben. Diese Dinge müssen wir abstellen.“ Auch aus der Vorsaison hat Pasanen seine Lehren gezogen. Damals unterlag Rosenheim dem späteren Aufsteiger Dresden in fünf Spielen. „Wir haben physisch nicht genug dagegengehalten“, erklärte Pasanen zuletzt im OVB-Interview. Das soll dieses Mal anders aussehen. Allerdings weiß der Deutsch-Finne auch: Reden kann er viel, die Wahrheit liegt auf dem Eis. So sagt er: „Jeder weiß, was er machen muss. Ob wir das dann machen, werden wir sehen.“

Der Gegner: Viel wurde zuletzt über Jonas Neffin gesprochen. Der Torwart ist der Erfolgsgarant für Regensburg. Von allen Torhütern der Liga mit mehr als 1.000 Spielminuten hat Neffin die beste Fangquote und den drittbesten Gegentorschnitt. Sechs Shutouts feierte der 25-Jährige in der Hauptrunde, zwei davon gegen Rosenheim. Zuletzt wurde er als Torhüter und Spieler des Jahres gekürt. Dass er in der Serie eine große Rolle spielen wird, weiß auch Pasanen. „Es sind in den Spielen bisher nicht viele Tore gefallen, nicht gegen uns und nicht für uns. Ich gehe davon aus, dass es so bleibt“, schätzt der Trainer ein. Um Neffin dennoch zu überwinden, setzt Pasanen auf – eigentlich – einfache Mittel: viele Schüsse auf das Tor und viel Verkehr vor dem Tor. „Die Kleinigkeiten sind wichtig. Was passiert nach dem Bully, wie schießen wir? Letztes Mal haben wir 40-mal auf den Bauchnabel geschossen, das müssen wir vermeiden.“

Die Starbulls-DNA: Vier Akteure bei den Eisbären trugen in ihrer Karriere bereits das Starbulls-Trikot. Den größten Einfluss auf das Regensburger Spiel unter diesen vier Spielern hat Kevin Slezak. Der 25-Jährige ist mit 30 Punkten der beste deutsche Scorer der Oberpfälzer und spielt bisher seine beste Saison in der DEL2. In seinen drei Jahren in Regensburg hat sich der gebürtige Bad Aiblinger stetig gesteigert und zählt inzwischen zu den Leistungsträgern.

Die Statistik: Nur die vier Kontingentspieler stehen in der internen Scorerliste vor Slezak. Angeführt werden die Eisbären von Corey Trivino. 45 Punkte sammelte der Kanadier in der Hauptrunde. Dahinter folgen Jeremy Bracco, Alex Berardinelli und David Morley. Auf diese vier Spieler müssen die Starbulls also ein Auge haben – ohne Slezak dabei gänzlich zu vergessen.

Die Personalien: Wer steht im Tor? Welche Ausländer müssen auf der Tribüne sitzen? Können Lewis Zerter-Gossage und Jordan Taupert spielen? Diese drei Fragen beschäftigen aktuell die Starbulls-Fans. Vor den Play-offs wird sich kein Trainer in seine Karten schauen lassen, das Training am Montag hat aber zumindest erste Anzeichen gegeben. Pasanen hatte am Tag vor dem Viertelfinal-Auftakt fast alle Mann an Bord. Einzig Taupert stand nicht auf dem Eis, „er war heute noch beim Arzt“, verriet der Trainer. Zerter-Gossage und Wyatt Schingoethe trainierten voll mit. „Es sind leider nicht alle hundertprozentig fit, aber sie sind spielfähig. Ich hoffe, dass im Laufe der Woche jeder seine Play-off-Form findet“, erklärt Pasanen. Die ersten zwei Sturmreihen bildeten C.J. Stretch, Lukas Laub und Ville Järveläinen sowie Scott Feser, Charlie Sarault und Zerter-Gossage. In der dritten Reihe wechselten sich Schingoethe und Teemu Pulkkinen ab, daneben agierten Fabian Dietz und Luigi Calce. Wer im Tor stehen wird, war aus der Trainingseinheit nicht herauszulesen. Möglicherweise beeinflusst auch Taupert die Torhüterfrage. Bekommt der Flügelspieler grünes Licht, könnte er in die dritte Reihe rutschen. Dann wäre der Weg frei für Oskar Autio. Fällt Taupert aus, wären Schingoethe oder Pulkkinen eine Alternative – dann würde Christopher Kolarz in die Starting Six rutschen.

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