Rosenheim – Die Starbulls Rosenheim haben ihren Heimvorteil in der Playoff-Viertelfinal-Serie gegen die Eisbären Regensburg verspielt. Mit einer 2:3-Niederlage zogen die DEL2-Eishockeyspieler von der Mangfall vor heimischen Fans den Kürzeren und liegen in der Best-of-Seven-Serie jetzt mit 0:1 in Rückstand. Zwei Mal fehlten nur Zentimeter zum Torerfolg.
Der Spielfilm: Mit den eigenen Fans im Rücken versuchten die Starbulls gleich zu Beginn, offensive Akzente zu setzen. Bereits nach wenigen Minuten erspielten sich die Rosenheimer erste vielversprechende Torchancen. Regensburgs Torhüter Jonas Neffin, der kürzlich als Spieler und Torhüter des Jahres in der DEL2 ausgezeichnet wurde, ließ zunächst jedoch nichts anbrennen. Die erste Überzahl des Spiels nutzten die Hausherren dann eiskalt aus: Luigi Calce lauerte am langen Pfosten neben dem Eisbären-Goalie und schob einen Abpraller per Rückhand zum 1:0 in die Maschen. In Gleichzahl begegneten sich die Viertelfinal-Kontrahenten auf Augenhöhe. Regensburg machte das Zentrum dicht, sodass kaum ein Rosenheimer Schuss den Weg zu Neffin fand. Aber auch die Gäste brauchten erst eine Überzahl, um auszugleichen: David Morley traf nach Vorarbeit von Jakob Weber und Jeremy Bracco zum 1:1 (11.).
Mit einem Mann mehr starteten die Grün-Weißen dann in den zweiten Abschnitt und nutzten diese Chance erneut konsequent. Scott Feser erzielte per Direktschuss sein neuntes Powerplay-Tor der Saison zum 2:1. Kurz darauf folgte eine Schrecksekunde für die Starbulls: Morleys Direktabnahme im Slot traf zunächst den Pfosten und sprang anschließend von der Latte zurück. Bereits hier hätte Regensburg das zweite Mal ausgleichen können. Starbulls-Coach Jari Pasanen überraschte mit einem taktischen Kniff: Seine vierte Sturmreihe um Johannes Achatz, Dominik Kolb und Sebastian Zwickl schickte er erst Mitte des zweiten Drittels aufs Eis. Diese brachte sofort viel Energie ins Spiel und setzte die Oberpfälzer mit mehreren Abschlüssen unter Druck – jedoch ohne nennenswerten Erfolg.
Wenige Minuten vor der Pause fiel dann doch noch der Ausgleich: Alex Berardinelli traf aus halblinker Position. Der Schuss rutschte Rosenheims Goalie Autio unglücklich zwischen Schoner und Fanghand zum 2:2 durch.
Zu Beginn des Schlussdrittels zeigte die Eisbären Regensburg erneut ihre spielerische Klasse. Berardinelli traf nach sehenswerter Vorarbeit von Morley und Corey Trivino völlig frei zum 3:2. Rosenheim hatte über das gesamte Spiel hinweg zwar ein deutliches Chancenplus, konnte das jedoch nicht in Tore ummünzen. Es fehlte an klaren, hochwertigen Abschlüssen. Die Donaustädter verteidigten konsequent und hielten ihrem Torhüter Neffin den Rücken frei.
Die Schlüsselszene: In den Schlussminuten erhöhten die Hausherren mit gezogenem Goalie und lautstarker Unterstützung der Fans noch einmal den Druck und kamen zu mehreren Möglichkeiten. In den letzten Sekunden waren die Grün-Weißen dem Ausgleich zum Greifen nah, doch Lukas Laub schaffte es im entscheidenden Moment nicht, den Puck in den verwaisten Regensburger Kasten einzuschieben. Der Ex-Rosenheimer Pascal Zerressen kam dem Stürmer zuvor und kratze die Scheibe noch knapp vor der Torlinie weg.
Der Spieler des Spiels: David Morley war an allen drei Treffern der Regensburger beteiligt. Den Ausgleich zum 1:1 erzielte der 35-jährige Kanadier selbst, die Treffer zum 2:2 und 3:2 bereitete er vor.
Zum Lachen: In Überzahl gaben die Starbulls eine gute Figur ab. Beide Treffer fielen während einer Strafzeit für den Gegner – das macht Mut für die restliche Serie. Denn in engen Spielen wie gegen Regensburg, kann das Powerplay zum entscheidenden Faktor werden.
Zum Weinen: Die von Coach Jari Pasanen immer wieder angesprochenen Kleinigkeiten setzten die Rosenheimer nicht konsequent genug um. Regensburgs Goalie Neffin hatte zu oft freie Sicht und um Abpraller bemühten sich die Starbulls viel zu wenig.
Das sagen die Trainer: Jari Pasanen (Starbulls Rosenheim): „Die Fans waren überragend, tolle Stimmung. Wir hatten viele Schüsse, aber zu wenig Verkehr vor dem Tor und waren nicht hungrig genug auf die Rebounds.“
Peter Flache (Eisbären Regensburg): „Es war wieder ein hartes Stück Arbeit gegen Rosenheim. Die Jungs haben gut verteidigt, aber wir haben nur das Heimrecht gewonnen, mehr nicht.“
Die Spielstatistik: Starbulls Rosenheim – Eisbären Regensburg 2:3 (1:1, 1:1, 0:1). Starbulls: Autio (Kolarz) – Hanna, Tiffels; Adam, Vollmayer; van der Linde, Keussen; Beck – Laub, Stretch, Järveläinen; Dietz, Calce, Taupert; Sarault, Zerter-Gossage, Feser; Zwickl, Kolb, Achatz.
Tore: 1:0 (5.) Calce/Stretch, Laub – PP1, 1:1 (11.) Morley/Weber, Bracco – PP1, 2:1 (22.) Feser/Hanna – PP1, 2:2 (37.) Berardinelli/Trivino, Morley, 2:3 (44.) Berardinelli/Morley, Trivino.
Schiedsrichter: Polaczek/Kannengießer; Strafminuten: Rosenheim 6, Regensburg 6; Zuschauer: 4425 (ausverkauft).
Das nächste Spiel: Am Freitag um 20 Uhr sind die Starbulls im zweiten Spiel der Best-of-Seven-Serie bei den Eisbären Regensburg in der Donau Arena zu Gast.