Kommt die Hoffnung von der Tribüne?

von Redaktion

Am Freitag auswärts, am Sonntag daheim: Starbulls vor nächsten Duellen mit Regensburg

Rosenheim – Die Play-offs sind die schönste und spannendste Zeit des Jahres im Eishockey. Sie sind aber auch die geheimnisvollste. Emotionen werden unterdrückt, Aufstellungen offen gehalten und mögliche Verletzungen bleiben unerwähnt. Niemand lässt sich in die Karten blicken, logischerweise auch nicht die Starbulls Rosenheim und die Eisbären Regensburg. Die Viertelfinal-Serie in der DEL2 hat mit einem Regensburger Auswärtssieg begonnen, am Freitag um 20 Uhr treffen sich beide Teams in der Oberpfalz. Die dritte Begegnung steigt dann am Sonntag um 17 Uhr wieder in Rosenheim. Eine Entscheidung ist dann noch nicht möglich, denn fürs Weiterkommen braucht man ja vier Siege. Ob es nach dem Sonntag schon eine Vorentscheidung gibt? Man weiß es nicht, es bleibt geheimnisvoll…

Die Ausgangslage: Der Rosenheimer Heimvorteil ist nach dem ersten Spiel der Viertelfinalserie mal weg. „Spiel eins ist immer wichtig, Spiel zwei aber genauso. Und du brauchst vier Siege“, sagt Rosenheims Trainer Jari Pasanen über diesen Umstand. „Es ist nichts Dramatisches. Jeder im Hockey hat solche Situationen schon erlebt.“ Nachdem die Starbulls ja als zweitbeste Auswärtsmannschaft die Hauptrunde abgeschlossen haben, kann man ja nun in der Fremde wieder zurückschlagen.

Die Vorgeschichte: Welche Rolle spielt der Kopf? Immerhin hat Regensburg nun schon fünf Spiele am Stück gegen die Starbulls gewonnen. Und die Rosenheimer selbst haben nun schon vier Spiele hintereinander eine Führung verspielt und die jeweilige Begegnung verloren. „Der Kopf spielt immer eine Rolle“, weiß Pasanen, bei Eishockeyspielern während der Play-offs sollte es aber schnellstmöglich Gedächtnisverluste geben. „Man vergisst die Sachen sehr schnell“, erzählt der Rosenheimer Coach, „was für die Spieler wirklich zählt, ist nur der nächste Wechsel“.

Der Gegner: Die Oberpfälzer haben den Sieg und den Fortbestand der Serie in den direkten Duellen natürlich gerne mitgenommen. Das leidenschaftliche Verteidigen haben die Eisbären tief verinnerlicht, was auch die Spieler nach dem Erfolg in Rosenheim erklärten. Kevin Slezak schwärmte davon, dass „jeder für den Jonny in jeden Schuss reinspringen will“. Gemeint war damit die herausragende Abwehrarbeit vor Torwart Jonas Neffin. Gleiches meinte auch Constantin Ontl, als er davon sprach, dass die Gäste ihr Tor „gnadenlos verteidigt“ hätten. Dabei zeigten sie jede Kompromisslosigkeit, die in den Play-offs einfach notwendig ist – und die Rosenheim das ein oder andere Mal fehlte. Wenn Pasanen hinterher auf der Pressekonferenz anprangerte, dass sein Team „nicht hungrig auf die Rebounds“ gewesen sei, dann ist offensichtlich, wo es noch Nachholbedarf gibt.

Die Statistik: Natürlich war das erste Spiel ein enges Duell auf Augenhöhe. Ein paar interessante Zahlen haben sich aber schon ergeben. Die Starbulls lagen mit 46:24 Torschüssen klar vorne, die Feldspieler der Regensburger haben mit 23:14 aber deutlich mehr geblockte Schüsse vorzuweisen. Während bei den Rosenheimern Shane Hanna und Dominik Tiffels jeweils vier Blocks zugeschrieben bekamen, waren bei den Eisbären mindestens sieben Akteure, die mindestens zwei oder mehr Schüsse abgewehrt hatten. Was dann noch durchkam, wurde zumeist eine Beute von Goalie Jonas Neffin, der eine Fangquote von 95,65 Prozent hatte. Zum Vergleich: Starbulls-Goalie Oskar Autio stand bei 87,5 Prozent.

Die Personalien: Wie eingangs erwähnt: Verraten wird nichts. Bei den Starbulls waren im Training am Donnerstag alle Mann umgezogen und auf dem Eis. Jari Pasanen kann also voraussichtlich aus dem Vollen schöpfen. Die große Frage ist, ob der Rosenheimer Coach selbst personelle Änderungen vornimmt. Mit dem Finnen Teemu Pulkkinen und dem US-Amerikaner Wyatt Schingoethe saßen ja unter anderem zwei fitte Kontingentspieler für den Angriff auf der Tribüne. Deren Einsatz bestimmt dann auch die Torhüterfrage. Christopher Kolarz steht jedenfalls parat.

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