Pasanens Personal-Puzzle fruchtet

von Redaktion

Regensburg-Bann ist durchbrochen: Starbulls schreiben im Play-off-Viertelfinale mit 5:1-Sieg erstmals an

Regensburg – Das Heimrecht ist wieder zurück: Die Starbulls Rosenheim haben im Play-off-Viertelfinale der DEL2 zurückgeschlagen und die Serie ausgeglichen. Nach der Heimniederlage vom Dienstag zeigten die Eishockeyspieler von der Mangfall, warum sie auswärts zu den besten Teams der Liga gehören und siegten bei den Eisbären Regensburg mit 5:1. Damit durchbrachen sie auch den Bann, denn im sechsten Saisonspiel gegen die Oberpfälzer landeten sie nun endlich den ersten Erfolg. Einen wesentlichen Anteil daran hatten drei Spieler, die neu ins Rampenlicht rückten.

Der Spielfilm: Schlechter hätte das Spiel für die Starbulls nicht beginnen können: Nach 55 Sekunden wurde ein Befreiungsschuss von Leon van der Linde überprüft, nach dem Videostudium der Referees musste der Rosenheimer Verteidiger wegen Spielverzögerung auf die Strafbank. Das erste Powerplay nutzten die Hausherren zur Führung, weil Alex Berardinelli vor dem Tor perfekt abfälschte. Danach mussten sich die Starbulls sammeln – und wurden so richtig wach, als Dominik Tiffels vom Regensburger Aleandro Angaran von hinten gegen die Bande gecheckt wurde. Luigi Calce „kaufte“ sich den Eisbären-Stürmer und landete mit den Fäusten die ersten Rosenheimer Pluspunkte. Beide Akteure mussten in die Kabine, Rosenheim hatte aber ein Überzahlspiel, in dem Ville Järveläinen die Lücke fand und den Ausgleich markierte. Danach hatten die Starbulls mehr Offensivaktionen – abgesehen von einem weiteren Regensburger Powerplay, in dem Christopher Kolarz die Starbulls mit einer Monster-Parade gegen David Morley vor einem neuerlichen Rückstand bewahrte. Als die Strafzeit gerade abgelaufen war, agierten die Rosenheimer mutig, den offensiven Puckgewinn vollendete Wyatt Schingoethe zur Starbulls-Führung, indem er Goalie Jonas Neffin austanzte und souverän einschoss. Und es kam noch besser: Scott Fesers Zuspiel aus dem eigenen Drittel nahm Teemu Pulkkinen auf und zog los – der Finne erzielte eiskalt das 3:1.

Natürlich musste Regensburg nun offensiver werden – und in der Tat rückte Kolarz immer mehr ins Geschehen. Der Rosenheimer Torhüter vereitelte gleich mehrere Großchancen von Berardinelli, Morley und Corey Trivino. Auf der anderen Seite versteckten sich die Starbulls aber nicht, die beste Gelegenheit hatte Lewis Zerter-Gossage, der in Unterzahl einen Treffer um Zentimeter verpasste.

Der letzte Abschnitt ist schnell erzielt: Die Starbulls nutzten gleich das nächste Powerplay zum 4:1, als Shane Hanna abzog und Zerter-Gossage stark vor dem Tor arbeitete. Danach war das Ding durch, den Gästen gelang durch Hanna aber noch ein weiteres Tor zum Endstand. 107 Sekunden vor Schluss brannten dann bei Regensburgs Goldhelm Morley noch alle Sicherungen durch, als er C.J. Stretch abseits des Geschehens zwischen den Beinen traf und ebenfalls vorzeitig in die Kabine musste.

Die Schlüsselszene: Der gewonnene Faustkampf von Luigi Calce hatte einen „Hallo-wach“-Effekt für die Starbulls. Kurz darauf fiel der Ausgleich und das Momentum wechselte auf Rosenheimer Seite.

Zum Lachen: Die personellen Umstellungen von Jari Pasanen haben gefruchtet: Christopher Kolarz hielt über weite Strecken herausragend, Wyatt Schingoethe und Teemu Pulkkinen erzielten entscheidende Tore. Insgesamt gingen vier Treffer auf das Konto von Kontingentspielern – eine Seltenheit im bisherigen Saisonverlauf. Ebenfalls nicht alltäglich: Drei Rosenheimer Tore fielen im Powerplay – insgesamt schon fünf in den zwei Play-off-Begegnungen.

Zum Weinen: Wenn es da was anzumerken gibt: Die Bullyquote der Starbulls war nur bei knapp über 40 Prozent – das geht besser!

Der Spieler des Spiels: Die Starbulls lieferten eine geschlossen starke Leistung ab. Torhüter Christopher Kolarz war aber in entscheidenden Momenten der Fels in der Brandung.

Das sagen die Trainer: Peter Flache, Eisbären Regensburg: „Es steht 1:1, viel mehr gibt es nichts zu sagen.“

Jari Pasanen, Starbulls Rosenheim: „Es hat schlecht angefangen, aber die Jungs haben das gut weggesteckt. Wir haben drei Powerplaytore geschossen, das war wichtig, Christopher Kolarz hat sehr gut gehalten. Es war ein hitziges Play-off-Spiel. Die letzte Aktion vom Goldhelm war unsportlich hoch drei.“

Die Spielstatistik: Eisbären Regensburg – Starbulls Rosenheim 0:0 (1:3, 0:0, 0:2). Starbulls: Kolarz (Müller) – Hanna, Tiffels; Adam, Vollmayer; Keussen, van der Linde; Bosecker – Laub, Stretch, Järveläinen; Schingoethe, Feser, Pulkkinen; Dietz, Zerter-Gossage, Beck; Zwickl, Calce, Kolb.

Tore: 1:0 (2.) Berardinelli/Weber, Morley – PP1, 1:1 (7.) Järveläinen/Stretch – PP1, 1:2 (15.) Schingoethe/Stretch, 1:3 (17.) Pulkkinen/Feser, 1:4 (42.) Hanna/Feser – PP1, 1:5 (53.) Hanna/Feser – PP1.

Schiedsrichter: Hinterdobler/Schadewaldt; Strafminuten: Regensburg 20 plus Spieldauerstrafen für Angaran und Morley, Rosenheim 15 plus Spieldauerstrafe für Calce; Zuschauer: 4712 (ausverkauft).

Das nächste Spiel: Das dritte Duell der Serie steigt am Sonntag im Rofa-Stadion. Spielbeginn ist dann um 17 Uhr.

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