Burghausen – Eine Nullnummer der besseren Art haben der SV Wacker Burghausen und der TSV Buchbach den 2.108 Zuschauern beim Regionalliga-Derby am Freitag präsentiert. Unterm Strich war Wacker über weite Strecken dominant und dem Dreier näher, doch die Rot-Weißen standen in der Defensive sehr sicher und erkämpften sich somit bereits das vierte Remis nach der Winterpause.
„Ich denke, dass meine Mannschaft ein gutes Spiel gezeigt hat und absolut feldüberlegen war. So wie man es daheim auch kennt. Man hat gemerkt, dass wir eine Reaktion auf die letzte Woche zeigen wollten“, lobte Burhausens Trainer Lars Bender das stete Bemühen seiner Truppe, schränkte aber ein: „Das ist zum Teil gelungen. Von der Einstellung und vom Fußballerischen war das gut. Lediglich die letzte Konsequenz vor dem Tor hat gefehlt.“
Wacker legte sehr engagiert los, kam nach ansehnlichen Kombinationen immer wieder in aussichtsreiche Positionen, aber den Abschlüssen durch Tom Sanne und Noah Müller fehlte einfach die Präzision, sodass Buchbachs Keeper Ludwig Zech im ersten Abschnitt eigentlich keinen Ball halten musste. Umgekehrt brachten die Gäste auch nur einen harmlosen Versuch durch Tobias Heiland zustande – hätten beide Mannschaften die erste Hälfte ohne Torhüter bestritten, hätte trotzdem das 0:0 zur Pause gestanden.
Pechvogel des Abends war Burghausens Kapitän Felix Bachschmid, der Mitte der ersten Hälfte bei einem Zweikampf im eigenen Strafraum einen Zahn einbüßte und nach dem Seitenwechsel von Noah Shawn Agbaje ersetzt wurde.
Der zweite Durchgang brachte zunächst etwas Leerlauf, die Intensität im Mittelfeld war zwar durchaus vorhanden, allerdings neutralisierten sich beide Teams weitgehend – da hat dann vielleicht auch die letzte Überzeugung gefehlt. Die mit Abstand beste Möglichkeit der Partie gehörte Jannis Turtschan, der als Rechtsverteidiger den verletzten Kapitän Christoph Schulz ersetzte und in der 70. Minute der Buchbacher Abwehr entwischte, aber aus 14 Metern nur den Pfosten traf. So ganz allmählich konnten sich auch die Gäste einige Möglichkeiten durch Tobias Stoßberger, Samed Bahar und Josue M’bila erarbeiten, doch trotz achtminütiger Nachspielzeit war eigentlich schon früh klar, dass der Abend keine Derbyhelden hervorbringen würde.
„Summa summarum ist es ein verdientes und gerechtes Unentschieden. Sicherlich hatte Burghausen mehr Spielanteile, aber das ist ja auch für ein Heimspiel normal“, befand Buchbachs Trainer Marc Unterberger, der mit seiner Truppe weiter ungeschlagen bleibt, aber eben auch noch keinen Dreier feiern konnte: „Für uns ist es einfach wahnsinnig erfreulich, dass wir jetzt im vierten Spiel zum zweiten Mal zu null spielen konnten. Das war ja auch der Auftrag an die Mannschaft in der Wintervorbereitung.“
Tabellarisch hat sich für beide Mannschaften durch die Nullnummer so gut wie nichts geändert. Während Wacker jetzt mit dem Pokal-Halbfinale am Dienstag um 18.30 Uhr bei den Würzburger Kickers dem Saisonhöhepunkt entgegenfiebert, geht es für die Rot-Weißen erst am Freitag mit der Heimpartie gegen Memmingen weiter. „Da wollen wir dann endlich den ersten Dreier einfahren“, so Unterberger.
SV Wacker Burghausen: Schöller – Turtschan, Schwarzensteiner, Voitech, Dzemailj – Ilip, Bangerter – Ade (80. Simic), Bachschmid (46. Agbaje), Sanne (90. + 3 Sorge) – Müller (65. Gordok).
TSV Buchbach: Zech – Bahar, Hingerl, Walter, Wieselsberger – Orth (64. Ivelji), Tavra – Mehring (55. Hirtlreiter), Gashi, Heiland (81. M’bila, 90. + 6 Zimmerer) – Stoßberger.
Schiedsrichter: Krauß (FC Bayern Fladungen).
Zuschauer: 2108.
Tore: Fehlanzeige.mb