Rosenheim – Etwas mehr als drei Monate haben die Verantwortlichen der Rosenheimer Tennisspieler noch Zeit, um sich für die neue Saison in der Bundesliga zu rüsten. Der erste – und wichtigste – Teil ist schon erledigt, denn die Sechziger haben ihren Kader für die neue Runde in der besten Tennis-Liga der Welt bereits beisammen. Dabei vertrauen sie auf viele bekannte Gesichter und haben sich gezielt Verstärkung geholt. Die OVB-Sportredaktion hat sich mit den Rosenheimer Machern Thomas Detterbeck und Wolf-Dieter Dörfler getroffen. Sie sprechen über…
…den Spielplan: Die Saison beginnt für 1860 Rosenheim mit einem Auswärtsspiel beim Aufsteiger SCC Berlin. In der Fremde müssen die Innstädter auch beim TC Bredeney, dem TC Großhesselohe und bei Grün-Weiß Mannheim ran. Heimspiele gibt es gegen Blau-Weiß Neuss (Freitag, 10. Juli), TK Kurhaus Aachen (Sonntag, 19. Juli), den Gladbacher HTC (Sonntag, 26. Juli), Aufsteiger TC Augsburg Siebentisch (Sonntag, 2. August) und den Kölner THC Rot-Weiß (Freitag, 7. August). „Für die Zuschauer ist es super, mit Aachen und Gladbach kommen Top-Spieler nach Rosenheim“, sagt Dörfler. Die Sechziger bieten ab sofort auch schon die Saisonkarten für die fünf Heimspiele an. Zudem sei „das Auftaktmatch enorm wichtig“.
…die Mannschaft: In Rosenheim hat man darauf geachtet, dass der Stamm beisammen geblieben ist. Der Österreicher Sebastian Ofner (29 Jahre – ATP-Weltranglistenplatz 86) führt das Aufgebot an. Aus dem Vorjahr noch dabei: Nikoloz Basilashvili aus Georgien (34 – ATP 134), Ugo Blanchet aus Frankreich (27 – ATP 154), Federico Agustin Gomez aus Argentinien (29 – ATP 182), Lorenzo Giustino aus Italien (34 – ATP 202), Thiago Monteiro aus Brasilien (31 – ATP 242), Stefano Napolitano aus Italien (30 – ATP 299), Gastao Elias aus Portugal (35 – ATP 480), Andrew Paulson aus Tschechien (24 – ATP Doppel 159), Manuel Guinard aus Frankreich (30 – ATP Doppel 14), Jiri Vesely aus Tschechien (32) und Petr Nouza aus Tschechien (27 – ATP Doppel 49). Mit Tom Bremer und Gabriel Kordon befinden sich auch zwei Akteure aus dem eigenen Verein im 20-Mann-Aufgebot.
…die Transfers: Sechs Neue kommen nach Rosenheim. Cristian Garin aus Chile (29 – ATP 95) war einst die Nummer 17 der Tennis-Welt. Er sei „schnell wie ein Wiesel“, weiß Dörfler, der Garin „eine sehr gute Beinarbeit“ attestiert. Hugo Dellien (32 – ATP 159) ist ein Bolivianer mit deutschem Pass. „Ein solider Spieler mit Köpfchen“, urteilt Dörfler. Der junge Peruaner Gonzalo Bueno (21 – ATP 213) sei für die Schlussphase der Saison wichtig. Eine bekannte Größe ist der Brasilianer Thiago Seyboth Wild (26 – ATP 237), dessen Mutter aus Deutschland stammt. „Ein absoluter Sandplatzspieler mit einer brutalen Vorhand. Der kann richtig Dampf machen“, schwärmt Detterbeck. Die Doppel stärkt der Österreicher Lucas Miedler (29 – ATP Doppel 22), der schon elf Titel im Doppel auf der ATP-Tour feiern durfte. Er kam durch Rosenheims Teammanager Lukas Jastraunig zu den Sechzigern. Immerhin trainieren Miedler und Ofner gemeinsam bei Jastraunig in der Südstadt in Niederösterreich. „Damit sind wir hier noch einmal wesentlich stärker geworden“, sagt Detterbeck. Mit Noah Borges (25) kommt noch ein deutscher Akteur, der nach Rosenheim gezogen ist, zum Aufgebot.
Nicht mehr mit dabei sind Alexandre Muller, Felipe Meligeni, Pavel Kotov und Roman Jebavy.
…die Liga: „Es wird wieder hochklassig und sehr spannend“, glauben die beiden Rosenheimer Verantwortlichen. Die Titelanwärter sind deshalb vielfältig. „Aachen und Gladbach sind sehr gut, Großhesselohe hat einen starken Kader und auch mit Neuss ist zu rechnen“, glaubt Detterbeck. Für Dörfler kommt auch Bredeney noch hinzu: „Die sind immer mit dabei.“
…die eigenen Ziele: „Erst einmal die Liga halten“, sagt Detterbeck angesichts der Tatsache, dass der Rosenheimer Etat „eher im unteren Drittel“ angesiedelt ist. Allerdings sieht er den eigenen Kader schon als „sehr stark“ an. „Wir haben eine homogene Truppe, brauchen natürlich etwas Glück und dürfen wenig Verletzte haben.“ Dörfler selbst ist bei der Zielsetzung etwas forscher, und erklärt: „Mit dem Kader musst du vorne mitspielen.“ Immerhin waren schon acht Spieler in der Einzel-Weltrangliste unter den Top-100 platziert, zwei Akteure – Garin und Basilashvili – unter den Top 20, und drei Spieler stehen derzeit in der Doppel-Weltrangliste unter den besten 50. Es ist also angerichtet für Weltklasse-Tennis in Rosenheim.