„Vier Siege – das ist alles, was zählt!“

von Redaktion

Starbulls Rosenheim jagen in der Serie gegen die Eisbären Regensburg den ersten Heimsieg

Rosenheim –Aus „Best-of-seven“ wird „Best-of-three“! Nach vier Spielen steht es in der Play-off-Serie zwischen den Starbulls Rosenheim und den Eisbären Regensburg 2:2. Drei Partien stehen im Viertelfinale maximal noch an, wer zwei davon gewinnt, zieht in das Halbfinale ein. Den nächsten Schritt dorthin können die Teams bereits am heutigen Freitag machen, Spiel fünf findet um 19.30 Uhr in Rosenheim statt.

Bisher war es eine Serie der Auswärtsteams. Alle vier Partien gingen an die jeweiligen Gäste – das wollen die Starbulls nun natürlich ändern. Dabei waren die Eishockeyspieler von der Mangfall in ihren beiden Heimspielen jeweils durchaus auf dem besten Weg, einen Sieg einzufahren. Im Auftaktspiel führte Rosenheim zwischenzeitlich 2:1, in Spiel drei der Serie lag man sogar 3:1 beziehungsweise 5:3 in Front. Beide Male drehten die Eisbären allerdings die Partie. „Wir müssen in gewissen Situationen einen kühleren Kopf bewahren“, weiß Starbulls-Stürmer Fabian Dietz. „Wir dürfen uns nicht von Emotionen anstecken lassen, sondern müssen uns auf uns konzentrieren“, fügt der 27-Jährige an.

Auswärts klappte das bei den Starbulls bisher besser. Nach dem deutlichen 5:1-Erfolg im ersten Spiel in Regensburg feierten die Starbulls in der zweiten Partie in der Fremde einen 7:4-Sieg. Bemerkenswert war dabei die Moral der Grün-Weißen: Nach der 3:1-Führung Mitte des zweiten Drittels verkürzten die Eisbären dreimal auf nur ein Tor Rückstand, jedes Mal fanden die Starbulls aber wieder eine Antwort auf den Anschlusstreffer. Entscheidend war dabei der Zusammenhalt, wie Dietz erklärt: „Jeder hat gekämpft, jeder hat alles reingeworfen. Wir haben immer weitergemacht, auch wenn wir dann wieder ein Gegentor kassiert haben, das uns das Momentum genommen hat.“ Mental haben die Rosenheimer damit einen großen Charaktertest bestanden. Besonders in den Play-offs ist es wichtig, Rückschläge schnell aufzuarbeiten – und bestenfalls zu vergessen. Das weiß auch Dietz: „Du kannst es eh nicht mehr ändern. Wenn es passiert, dann passiert es. Klar, jeder Fehler ist scheiße. Dann hilft nur noch abhaken und weitermachen. Man braucht nicht an der Vergangenheit festhalten.“

Woran die Starbulls allerdings festhalten sollten, ist die aktuelle Torgefährlichkeit. Während Rosenheim in den vier Hauptrundenduellen gegen Regensburg nur mickrige drei Treffer erzielt hatte, waren es in den ersten vier Play-off-Spielen deren 19! Damit beschäftigen sich Dietz und Co. aber nicht, für das Team zählt nur eins: Vier Spiele gewinnen! „Im Endeffekt müssen wir immer nur ein Tor mehr schießen als der Gegner. Wie die Ergebnisse sind und wie viele Tore wir schießen, ist komplett egal. Vier Spiele gewinnen – das ist alles, was zählt“, stellt Dietz klar.

Dass die Mannschaft von Trainer Jari Pasanen in der Offensive so erfolgreich ist, daran hat auch ein Regensburger einen Anteil: Jonas Neffin. Der Torhüter und Spieler des Jahres in der DEL2 schafft es nicht, an die teils übermenschlichen Leistungen aus der Hauptrunde anzuknüpfen. Mit einer Fangquote von 90,27 Prozent in den Play-offs ist er in dieser Statistik zwar dennoch der drittbeste Torhüter, liegt aber weit unter seinem Wert von 92,88 Prozent aus der regulären Runde. Da haben die Starbulls einen großen Vorteil. Mit Oskar Autio und Christopher Kolarz kann Jari Pasanen auf der Torhüterposition regelmäßig durchtauschen – ohne einen großen Qualitätsverlust. Diesen Luxus hat Peter Flache nicht. Hinter Neffin hat der Regensburger Trainer nur den 23-jährigen Konrad Fiedler im Aufgebot. Fiedler gilt als großes Talent, ist allerdings weit von der Qualität eines Jonas Neffin entfernt.

Da war es für die Starbulls nicht unbedingt von Nachteil, dass Neffin im Rekordspiel am Sonntag in Rosenheim 123 Minuten abspulen musste. Während Rosenheim danach den Torhüter wechselte, musste der 25-Jährige nur drei Tage später wieder ran. Generell schien es so, als hätten die Starbulls das Marathon-Spiel besser weggesteckt. Diesen Eindruck hatte auch Dietz: „Ich habe mich gut gefühlt. Ich glaube, die anderen Jungs haben sich auch alle gut gefühlt. Es ist etwas Besonderes, wenn man so lange spielt, das hat man auch nicht immer.“ Er verriet auch sein Rezept für die Tage danach: „Gut essen, gut schlafen, viel spazieren gehen.“

Und der Spiele-Marathon geht weiter: Zwei Tage nach dem Serienausgleich steht bereits das nächste Duell auf dem Plan. Rosenheim kann sich mit den eigenen Fans im Rücken den Matchpuck sichern. Die Gastgeber gehen nach dem letzten Sieg definitiv mit Rückenwind in das Heimspiel – davon will Fabian Dietz aber gar nichts hören. „Das Momentum ist jetzt vielleicht auf unserer Seite, aber jedes Spiel geht von null los. Es ist egal, was in den letzten Spielen passiert ist“, gibt der Stürmer klar zu verstehen. Die Marschroute ist dennoch klar: „Wir müssen uns auf uns konzentrieren und unsere Hausaufgaben erledigen.“ Dann dürfte dem ersten Heimsieg in dieser Serie auch nichts mehr im Wege stehen.

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