Rosenheim – Haben die Starbulls Rosenheim am Freitagabend ihr letztes Heimspiel der Saison absolviert? Im fünften Spiel der Play-off-Serie gegen die Eisbären Regensburg kassierten die Eishockeyspieler von der Mangfall die dritte Heimniederlage in Folge. Regensburg fehlt nach dem 6:5-Erfolg somit nur noch ein Sieg zum Einzug in das Halbfinale.
Der Spielfilm: Manchmal kann die Eishockey-Welt Kopfstehen. Rosenheim dominierte die ersten vier Minuten und schnürte Regensburg ein, die Gäste zeigten sich aber effizient: Zweimal kamen die Eisbären nach vorne, zweimal war die Scheibe drin. Nikola Gajovsky und Corey Trivino schockten die Gastgeber. Die rappelten sich aber wieder auf und drückten aufs Gas. Die Bemühungen wurden belohnt, als Lewis Zerter-Gossage einen Schuss zum 1:2 abfälschte. Rosenheim war auch nach dem Anschluss weiter tonangebend und kam noch vor der Pause durch Shane Hanna zum Ausgleich.
Diesen Schwung nahmen die Gastgeber nach der Pause mit. Gerade, als eine Regensburger Strafzeit abgelaufen war, brachte Zerter-Gossage sein Team erstmals in Führung. Allerdings hielt diese nur 16 Sekunden, denn Donat Peter glich sofort wieder aus. Und wieder stellten die Eisbären alles auf den Kopf, als Bryce Kindopp das Spiel erneut drehte. Rosenheim lief also wieder einem Rückstand hinterher, zeigte aber Moral. Schuss um Schuss prasselte auf Jonas Neffin ein. Die Erlösung kam 2,5 Sekunden vor der Sirene, als Lukas Laub einen Abpraller an Neffin vorbeischob.
20 Minuten vor dem Ende war also wieder alles offen. Die Starbulls machten im letzten Drittel aber den ersten Fehler. Wyatt Schingoethe musste auf die Strafbank, Jeremy Bracco sagte Danke und brachte Regensburg wieder in Front. Doch auch Rosenheim kann Powerplay, Teemu Pulkkinen glich abermals aus. Die Entscheidung sollte letztlich auch durch die Special Teams kommen. Pulkkinen und Hanna saßen vier Minuten vor dem Schlusspfiff gleichzeitig in der Kühlbox, Kindopp wurde freigespielt und hämmerte die Scheibe ins Netz. Rosenheim drückte zwar noch auf den Ausgleich, hatte sich diesen aber schlichtweg nicht verdient.
Die Schlüsselszene: Fünf Minuten vor dem Ende holten sich Teemu Pulkkinen und Shane Hanna jeweils unnötige Strafzeiten ab, Regensburg nutzte das folgende Fünf-gegen-Drei eiskalt aus und erzielte den Siegtreffer.
Zum Lachen: Gibt es bei den Starbulls aktuell wenig. Drei Heimspiele in Folge in den Play-offs zu verlieren ist nicht nur ungewöhnlich, sondern aus Rosenheimer Sicht verdammt unnötig. Alle drei Partien hätten die Grün-Weißen auch für sich entscheiden können.
Zum Weinen: Jari Pasanen legt sehr viel Wert auf die Disziplin seiner Mannschaft. Im fünften Duell der Play-off-Serie gegen Regensburg schmissen die Starbulls aber gleich alle Prinzipien über den Haufen. Acht kleine Strafzeiten erhielt Rosenheim, die meisten davon nicht nur unnötig, sondern auch extrem dämlich. Besonders das Foul von Shane Hanna fünf Minuten vor dem Ende, das zur doppelten Überzahl und dem Siegtreffer führte, darf einem so erfahrenen Spieler nicht passieren. Solche Momente entscheiden Serien!
Der Spieler des Spiels: Bryce Kindopp ist aktuell das Gesicht der Eisbären. Nachdem er im ersten Aufeinandertreffen noch zum Zusehen verdammt war, entwickelte er sich zu einer der Hauptfiguren. Im sechsten Duell sammelte der Goldhelm erneut drei Punkte und erzielte zwei Tore – darunter den Gamewinner.
Das war los mit: Jari Pasanen puzzelt fleißig weiter. Nachdem der Deutsch-Finne in den ersten vier Spielen bereits drei Mal seine Aufstellung geändert hatte, stellte er die Reihen diesmal erneut um. C.J. Stretch, Jordan Taupert und Oskar Autio rotierten raus, dafür rutschten Teemu Pulkkinen, Wyatt Schingoethe und Christopher Kolarz zurück ins Lineup.
Das sagen die Trainer: Jari Pasanen, Starbulls Rosenheim: „Was von unserer Seite heute gut war, waren die Fans. Sonst ist es schwierig, da etwas zu finden. Zu den Strafzeiten könnte man einiges sagen. Aber es ist halt so, man muss das Resultat respektieren.“
Peter Flache, Eisbären Regensburg: „Der vierte Sieg ist in einer Play-off-Serie der schwierigste. Es wird noch ein langer, harter Kampf. Ich bin stolz auf die Jungs.“
Die Spielstatistik: Starbulls Rosenheim – Eisbären Regensburg 5:6 (2:2,2:2,1:2). Starbulls: Kolarz (Müller) – Hanna, Tiffels; Adam, Vollmayer; van der Linde, Keussen; Bosecker – Laub, Zerter-Gossage, Sarault; Schingoethe, Feser Pulkkinen; Dietz, Calce, Järveläinen; Zwickl, Kolb, Achatz.
Tore: 0:1 (4.) Gajovsky/Ontl; 0:2 (5.) Trivino/Kindopp; 1:2 (10.) Zerter-Gossage/Laub, Sarault; 2:2 (18.) Hanna/Tiffels, Feser; 3:2 (25.) Zerter-Gossage/Laub; 3:3 (25.) Peter/Weber, Bracco; 3:4 (28.) Kindopp/Giles; 4:4 (40.) Laub/Sarault, Hanna; 4:5 (45.) Bracco/Trivino – PP1; 5:5 (52.) Hanna/Pulkkinen – PP1; 5:6 (57.) Kindopp/Bracco – PP2.
Schiedsrichter: Palkövi/Steingross; Strafminuten: Rosenheim 26, Regensburg 16; Zuschauer: 4425.
Das nächste Spiel: Am Sonntag um 17 Uhr könnte die Starbulls-Saison ein Ende finden. Gewinnt Regensburg das Heimspiel, hat Rosenheim Sommerpause.