München – Es ist einer dieser Tage gewesen, der für den Favoriten gefährlich werden konnte. Das Gastspiel des TSV Wasserburg beim FC Wacker München in der Fußball-Landesliga Südost lag eine Woche nach dem fulminanten 3:0-Erfolg vor über 800 Zuschauern gegen die SpVgg Unterhaching II und eine Woche vor dem Lokalderby gegen den TSV 1860 Rosenheim. Als die Löwen dann an der Bezirkssportanlage Demleitnerstraße ankamen, fanden sie einen Kunstrasen vor, der so alt und entsprechend steinhart war. Zu allem Überfluss wartete auch noch ein Gegner, der mit der Offensive Mohamad Awata und Jasmin Kadiric deutlich gefährlicher ist, als seine Tabellenposition es erahnen lässt. Die Stolpergefahr war entsprechend groß, doch die Mannschaft von Trainer Florian Heller entschärfte diese Falle mit einem 4:0-Sieg durchaus souverän, wenn auch ohne zu glänzen.
Vor allem die erste Hälfte war zäh und gefiel dem Wasserburger Trainer gar nicht. „Wir sind nur mit einer 1:0-Führung in die Halbzeit gegangen, weil wir viele Dinge vermissen haben lassen, die uns die letzten Wochen ausgezeichnet haben. Wir haben das in der Halbzeit versucht zu ändern. Die Jungs haben sich das dann zu Herzen genommen und versucht, es besser zu machen“, kritisierte und lobte Heller im gleichen Atemzug. Die Innstädter hatten in der Anfangsphase einige gute Gelegenheiten liegen gelassen, weshalb es in der 30. Minute einen Geniestreich von Danilo Dittrich brauchte, um doch in Führung zu gehen. Im Stile eines Quarterbacks durchschnitt Dittrich mit einem 50-Meter-Pass die Abwehr, Thomas Voglmaier überlupfte den herausstürzenden Keeper und Robin Ungerath drückte den Ball zum 1:0 über die Linie. Auf der Gegenseite wurde es immer gefährlich, wenn Awata im Strafraum an den Ball kam. In der 35. Minute sorgte jedoch Awata selbst dafür, dass diese Gefahr gebannt wurde, denn er bekam in einer Aktion aufgrund mehrfachen Reklamierens zwei Gelbe Karten und musste vorzeitig zum Duschen.
Hellers Pausenansprache zeigte Wirkung, „die Konsequenz daraus war, dass wir in der zweiten Halbzeit drei Tore nachgelegt haben“. Thomas Voglmaier sorgte bereits in der 48. Minute für das vorentscheidende 2:0. Josef Stellner hatte von links geflankt, in der Mitte stieg Voglmaier am höchsten und köpfte den Ball ein. In Überzahl ließen die Innstädter Wacker nicht mehr zurück ins Spiel und erhöhten in der 66. Minute durch Ungerath auf 3:0. Erneut hatte Stellner geflankt, erneut übersprang ein Wasserburger Angreifer die gesamte Hintermannschaft und erneut landete der Ball unhaltbar im langen Eck. Den Schlusspunkt setzte Ungerath mit seinem dritten Treffer: Nach Balleroberung am gegnerischen Strafraum legte Leon Simeth quer und Ungerath schoss ins leere Tor (70.). „Wir hätten noch mehr Tore erzielen können. Somit sind wir aber am Ende des Tages zufrieden mit dem Ergebnis und den drei Punkten mehr auf dem Konto“, zeigte sich Heller nach Schlusspfiff versöhnlich.
TSV Wasserburg: Volkmer, Biegel, Lindner, Brich, Rauscher (72. Rudolph), Stellner, Dumitru (57. Kononenko), Dittrich, Rubio Gonzalez (67. Simeth), Ungerath (72. Vieregg), Voglmaier (81. Haunolder).
Schiedsrichter: Fleschhut (TSV Seeg-Hopferau-Eisenberg).
Zuschauer: 150.
Tore: 0:1 Ungerath (30.), 0:2 Voglmaier (48.), 0:3 Ungerath (66.), 0:4 Ungerath (70.).
Besonderheit: Gelb-Rote Karte für Münchens Awata (35.).jah