Regensburg – Die Entscheidung ist gefallen, die Starbulls Rosenheim sind in der Sommerpause. Die Eishockeyspieler von der Mangfall sind im Play-off-Viertelfinale der DEL2 nach sechs Spielen ausgeschieden. In Regensburg unterlagen die Mannen von Trainer Jari Pasanen mit 1:2 in der Verlängerung und haben damit die Serie mit 2:4 verloren. Erneut waren zwei Schiedsrichter-Entscheidungen gegen die Starbulls von großer Bedeutung.
Der Spielfilm: Wieder einmal brauchten die Starbulls in Regensburg, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Die Gastgeber hatten zu Beginn die besseren Abschlüsse, auch wenn Rosenheim kurzzeitig auch mal mit zwei Mann mehr auf dem Eis war. Oskar Autio bewies sein Können mehrfach, beim Gegentreffer durch Bryce Kindopp konnte er nichts mehr tun, als der Regensburger Goldhelm den Abpraller im Powerplay über die Linie stocherte. Keine zwei Minuten später hatten die Starbulls egalisiert – mit etwas Glück, denn ein abgewehrter Schuss prallte Johannes Achatz vor den Schläger, der Jungspund zog trocken ins kurze Eck ab. Danach war Rosenheim besser im Spiel, konnte aber – wie so oft – seine guten Gelegenheiten nicht nutzen. Scott Feser scheiterte mit seinem Alleingang an Eisbären-Goalie Jonas Neffin, der im zweiten Abschnitt auch gegen Charlie Sarault Sieger blieb. Aufregend war dann auch noch ein Faustkampf zwischen Regensburgs Samuel Payeur und Starbulls-Topscorer Feser, den der Rosenheimer am Ende klar für sich entschied. Beide Akteure durften weiter im Spiel bleiben, wobei die Begegnung mit Fortdauer immer zäher wurde. Regensburg war anzumerken, dass der Spruch vom vierten Sieg als den Schwersten zu erringenden seine Berechtigung hatte, für die Starbulls hätte ein Fehler womöglich das Saisonende bedeutet. Und so überwog die Risikoabwägung und beide Teams steuerten der nächsten Verlängerung zu.
Dort hatten die Starbulls die beste Chance, aber Ville Järveläinen scheiterte am stark reagierenden Jonas Neffin. Dann wurde es kurios, denn gleich zwei Rosenheimer wanderten in der gleichen Spielsekunde auf die Strafbank. Es waren nicht die ersten komischen Entscheidungen des Gespanns in den letzten beiden Spielen der Serie. Mehr als eine Minute hielten die Rosenheimer dann mit zwei Mann weniger durch, dann wurde Feser bei der Befreiung abgefangen und weggeblockt, zwei Rosenheimer Abwehrspieler konnten Kindopp nicht mehr blocken und dieser wurde endgültig zum Helden der Serie, indem sein Direktschuss unhaltbar einschlug.
Die Schlüsselszene: In wenigen Sekunden haben die Starbulls in der Verlängerung zwei Strafzeiten kassiert. Erst musste Joel Keussen wegen Beinstellens auf die Strafbank, dann traf es Leon van der Linde. Wie schon am Freitag waren die Rosenheimer mit zwei Mann weniger auf dem Eis, als das entscheidende Gegentor fiel.
Der Spieler des Spiels: Besser gesagt der Spieler der Serie. Das ist nämlich eindeutig Bryce Kindopp. Der Kanadier im Regensburger Team war zunächst der überzählige Konti, rutschte dann rein und entschied drei Spiele für die Oberpfälzer.
Zum Lachen: Ist diesmal nix dabei, denn für die Starbulls ist die Saison jetzt beendet.
Zum Weinen: Einmal mehr die Chancenverwertung. Bei den Alleingängen von Feser und Sarault sowie beim Schuss von Järveläinen in der Verlängerung hätten die Starbulls selbst in Führung gehen müssen.
Das war los mit: Starbulls-Coach Jari Pasanen wirbelte die Aufstellung wieder durcheinander. Oskar Autio rückte anstelle von Christoher Kolarz zwischen die Pfosten, im Sturm waren C.J. Stretch und Jordan Taupert wieder im Aufgebot, während Teemu Pulkkinen und Wyatt Schingoethe rausfielen.
Das sagen die Trainer: Peter Flache, Eisbären Regensburg: „Es war beeindruckend, was beide Teams geleistet haben. Wir haben ja mehr als sieben Spiele absolviert mit den Verlängerungen. Jede Mannschaft hatte immer eine Antwort auf das Spiel davor. Bis auf ein paar Szenen haben wir ein sehr, sehr gutes Spiel geliefert. Es war irgendwie bezeichnend: Jonas Neffin macht eine unglaubliche Parade gegen Järveläinen, dann haben wir die Fünf-gegen-drei-Überzahl bekommen und da war Bryce Kindopp wieder eiskalt.“
Jari Pasanen, Starbulls Rosenheim: „Es war sehr bitter. Alle Spiele waren hart umkämpft, diesmal war es so, wie wir Trainer es eigentlich erwartet haben: Beide Mannschaften waren defensiv gut, beide Torhüter hervorragend. Mich ärgern die unnötigen Strafzeiten, die wir bekommen haben. In der Verlängerung haben wir 1:40 Minuten gut gekillt und sind dann unglücklicherweise in eine Zwei-gegen-vier-Attacke geraten. Hut ab vor meiner Mannschaft, ich bin sehr stolz, wie sie sich präsentiert hat. Für uns war es eine tolle Saison, auch wenn es jetzt nicht ganz so war, wie wir uns das erhofft haben. Ein großer Dank an unsere Fans, die uns sehr gut unterstützt haben. Es war in Rosenheim und in Regensburg immer eine tolle Stimmung – so soll es in den Play-offs sein.“
Die Spielstatistik: Eisbären Regensburg – Starbulls Rosenheim 2:1 n.V. (1:1, 0:0, 0:0, 1:0). Starbulls: Autio (Kolarz) – Hanna, Keussen; Vollmayer, Adam; Van der Linde, Tiffels; Beck – Laub, Stretch, Järveläinen; Sarault, Zerter-Gossage, Feser; Dietz, Calce, Taupert; Zwickl, Kolb, Achatz.
Tore: 1:0 (11.) Payeur/Peter, Slezak – PP1, 1:1 (13.) Achatz/Zwickl, 2:1 (67.) Kindopp/Berardinelli, Bracco – PP2.
Schiedsrichter: Palkövi und Steingroß; Strafminuten: Regensburg 19, Rosenheim 27; Zuschauer: 4701.