Kommentar

Enttäuschung und Chance zugleich

von Redaktion

Von Thomas Neumeier

Die Starbulls Rosenheim sind in der Sommerpause. Ausgeschieden. Diesmal nicht gegen den späteren Meister und Aufsteiger, sondern als Tabellendritter gegen den Sechsten aus Regensburg. Ist das neuerliche Aus im Play-off-Viertelfinale nun eine Enttäuschung?

Man muss die Saison der Starbulls differenziert betrachten. Großes Lob für die Leistungen in der Hauptrunde. Mit dem dritten Rang konnte man nicht rechnen, nachdem im Umfeld das Wehklagen im Sommer aufgrund des großen Umbruchs im Team deutlich vernehmbar war. Lob auch dafür, dass man eine sehr spannende Viertelfinalserie abgeliefert hat. Beide Mannschaften haben sich nichts geschenkt.

Jetzt kommt das große Aber: Denn die Starbulls müssen sich das frühe Aus selbst ankreiden. Wenn man von drei Heimspielen keines gewinnt, dann ist man verdient ausgeschieden. Wenn man in einem Spiel mit 2:0, 3:1 und 5:3 in Führung liegt, dann darf man diese Begegnung in den Play-offs nicht mehr verlieren – das epische Rekordspiel dürfte es eigentlich nicht geben! Und auch im sechsten Spiel der Serie hatten die Starbulls den Sieg mehrmals auf dem Schläger. Wenn man aber Alleingänge und beste Einschussmöglichkeiten nicht nutzt, dann gibt es das Aus. Und, um die Eingangsfrage zu beantworten: Ja, das ist nach diesem Verlauf eine Enttäuschung!

Im Eishockey hakt man Geschehenes relativ schnell ab und schaut wieder in die Zukunft. Die Starbulls haben viele Verträge während der Saison verlängert, einige Spieler haben noch bestehende Kontrakte. Die Torhüter Oskar Autio und Christopher Kolarz gehören dazu, die Verteidiger Maximilian Adam, Tobias Beck und Lars Bosecker, Allrounder Dominik Kolb sowie die Stürmer Luigi Calce, Fabian Dietz, Scott Feser, Lukas Laub, Jordan Taupert und Lewis Zerter-Gossage. Das bedeutet aber auch, dass es wieder Wechsel auf entscheidenden Positionen geben wird: Torjäger Ville Järveläinen spielt künftig für Düsseldorf, die Konti-Stürmer um Kapitän C.J. Stretch werden Rosenheim verlassen und mit Maximilian Vollmayer wird der dienstälteste Akteur im Starbulls-Kader kürzertreten. Und was ist mit Shane Hanna? Den Top-Verteidiger soll es Gerüchten zufolge in die nächste internationale Liga ziehen.

Die Starbulls müssen also entscheidende Positionen neu besetzen. Das ist Jari Pasanen als Trainer und Sportchef stets gut gelungen. So etwas birgt auch Chancen. Vielleicht mit der Erkenntnis, dass neben Systemplayern auch Unterschiedsspieler dazugehören. Solche, die in engen Play-off-Serien für die Entscheidung sorgen. Dann klappt’s vielleicht auch mal mit dem Halbfinale.

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