Zwischen Jubel und Pech

von Redaktion

So blicken Daniela Maier und Tim Hronek auf ihre Saison zurück

Marquartstein – Eine gute Bilanz habe die beiden heimischen Skicrosser Daniela Maier und Tim Hronek nach der abgelaufenen Saison gezogen. Während Hronek neben seinem schon fast üblichen Pech einiges nicht erreichen konnte, was er eigentlich geplant hatte, überragte Maier mit dem Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen. Tim Hronek wurde letztendlich Zehnter im Gesamtweltcup, Daniela Maier landete in der Gesamtwertung auf dem zweiten Platz hinter der überragenden Schwedin Sandra Naeslund.

„Ich bin unglaublich stolz auf meine Saison und habe es ohne Verletzungen durch den Winter geschafft“, freute sich die Wahl-Marquartsteinerin. „Ich hatte zum Saisonhöhepunkt mein ‚Peak‘ und konnte auch abliefern. Und darüber hinaus konnte ich bei einigen Rennen mit Sandra (Naeslund) mithalten und sie ab und zu auch besiegen“, stellte die 30-Jährige fest. Neben dem Highlight bei Olympia freute sie sich über das hart umkämpfte „Big-Final-Heat“ in Innichen mit dem zweiten Platz und die Siege in Veysonnanz/Schweiz sowie Pelligrino/Italien. „Generell haben mir die Kämpfe mit den anderen Konkurrentinnen viel Freude bereitet. Der zweite Platz im Gesamtweltcup zeigt, dass ich mich im Bereich Konstanz einen Schritt weiterentwickeln konnte und über eine ganze Saison körperlich und mental fit gewesen bin“, freut sie sich. Keine Gedanken macht sich Daniela Maier aktuell zur Vorbereitung auf die neue Saison. „Darüber denke ich im Mai nach. Jetzt werde ich einige Sponsoren-Termine wahrnehmen und Zeit mit meiner Familie und Freunden verbringen. Dann durchschnaufen und Urlaub machen, bevor es wieder losgeht“, so die Bundespolizistin.

Sehr gut fällt auch die Bilanz von Tim Hronek vom SV Unterwössen aus. „Trotz des Debakels bei Olympia und dem Pech, dass ich die Saison wegen einer Verletzung vorzeitig beenden musste und die letzten sechs Rennen verpasst habe, bin ich ziemlich happy“, so der 30-Jährige, der in Innsbruck lebt. „Ich bin trotzdem noch in den Top Ten in der Gesamtwertung gelandet. Als ich nach meinem Weltcupsieg aufhören musste, war ich noch Vierter der Rangliste“, stellt er fest. Bei diesem ersten Weltcup-Erfolg stürzte er mit den anderen Fahrern und wurde von der Jury zum Sieger erklärt. Allerdings zog er sich dabei seine Verletzung zu. „Alles in allem ein geiles Zeichen für mich, wo es hingehen kann, wenn es gut läuft. Wenn ich eine gewisse Konstanz an den Tag bringe und nochmal an ein, zwei Rädchen arbeite, kann ich zeigen, was an mir als Leistungssportler noch möglich ist“, betont er.

In einen „Flow“ reingekommen ist Hronek bei den Olympischen Spielen. Trotz seiner guten Form schied er im Halbfinale durch eine unfaire Aktion eines Konkurrenten aus und verpasste somit die Möglichkeit auf eine Medaille. „Ich bin selber ein bisschen erstaunt, dass das in meinem Kopf gar nicht so präsent war. Natürlich fragt man sich sehr oft, was hätte sein können, wäre ich ins Finale gekommen. Das hätte meine Karriere natürlich verändert, aber das ist genau das, was mich ausmacht. Auch wenn solche Rückschläge passieren: Ich brauche dieses Weiterkämpfen, um meine Ziele zu erreichen“, gibt er sich kämpferisch. Auch die Verletzung zum Schluss der Saison warf ihn nicht aus der Bahn, ganz im Gegenteil. „Es war eine Verletzung, die sich im Rahmen hielt. Ich war sehr motiviert, zum Saisonfinale wieder fit zu werden. Ich habe mich richtig hinein gehauen im Training, muskulär bin ich wieder richtig gut dagestanden, insgesamt war es aber noch nicht ganz ausgeheilt.“

Tim Hronek ist kein Typ, der den Kopf in den Sand steckt. Trotz vieler Verletzungen in seiner Karriere hat er immer wieder die Kurve bekommen. „Meines Erachtens ist das Leben als Leistungssportler das schönste Leben. Solange mein Körper mich lässt, werde ich weitermachen. Nächstes Ziel ist in vier Jahren Olympia. Nächstes Jahr haben wir eine WM. Ich habe gesehen, was ich erreichen kann, das motiviert mich umso mehr“, sagt er abschließend.

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