Wasserburg/Rosenheim – Das Fußball-Wochenende hat in den heimischen Amateurklassen wieder allerhand zu bieten – aber ein Spiel überstrahlt alles: In der Fußball-Landesliga Südost steht das Spitzenduell zwischen dem Tabellenführer TSV Wasserburg und dem schärfsten Verfolger TSV 1860 Rosenheim auf dem Programm. Sieben Spieltage vor dem Ende kann das Rosenheimer Landkreis-Derby wohl auch schon eine Vorentscheidung im Titelrennen sein.
Landesliga Südost: Erster gegen Zweiter. Die zwei heißesten Teams der Liga. Großer Zuschauerandrang. Und dazu die nötige Prise Rivalität. Somit ist alles angerichtet für das mit Spannung erwartete Landesliga-Derby am Samstagabend, 18 Uhr, wenn der TSV 1880 Wasserburg den TSV 1860 Rosenheim in der Altstadt empfängt. Wenn die beiden Traditionsvereine aufeinandertreffen, wird die Landwehrstraße 10 aus allen Nähten platzen und die Luft elektrisiert sein. Doch ein Mann will von all dem nichts wissen: Florian Heller hat Superlativverbot erlassen. „Von den Voraussetzungen her ist es wie bereits vor zwei Wochen“, nimmt der Wasserburger Trainer Bezug auf das Spitzenspiel gegen die SpVgg Unterhaching II. „Ich möchte nichts von irgendwelchen Superlativen hören. Natürlich spielt der Tabellenerste gegen den Zweiten. Natürlich ist es ein Derby, aber am Ende des Tages ist und bleibt es ein Landesligaspiel.“
Heller hat das Superlativverbot per Dekret erlassen – und Heller darf das. Seit er im Januar 2023 nach seiner Demission in Rosenheim (August 2022) zu den Löwen kam, hat er die Mannschaft fußballerisch stets weiterentwickelt. Entsprechend hoch ist seine Wertschätzung im Verein und in der Führungsetage. Besonders die letzten Wochen zeigen die Hellersche Handschrift. Mit der ihm eigenen Art von Pragmatismus hat der 44-Jährige seine Mannschaft zu einer Ergebnismaschine geformt, die seit Wochen schnurrt und auch die spielerische Klasse regelmäßig zeigt. Wenn es so wie in der Vorwoche gegen Wacker München ruckelt, springt trotzdem ein 4:0 heraus. Genau hier mahnt Heller jedoch, denn er weiß, dass seine Mannschaft in der Landesliga Woche für Woche an ihr Limit kommen muss, um erfolgreich zu sein.
Erfolgreich war in den vergangenen Wochen auch der TSV 1860 Rosenheim. Nach dem Winter gab es lediglich gegen Murnau ein Unentschieden, ansonsten wurden alle Spiele gewonnen. Teams wie Schwabing (3:1) und Kirchheim (3:0), die zum Rückrundenstart noch Teil der Spitzengruppe waren, wurden mühelos abgefertigt. Unter Wolfgang Schellenberg kassieren die Sechziger kaum Gegentore. Sind sie einmal in Führung, ist es schwer, sie zu schlagen. Das alles wissen die Löwen, dennoch betont Heller: „Wir werden es so angehen, dass wir unser Bestmögliches auf den Platz bringen. Jeder Einzelne und dann eben auch als Mannschaft. Und dann bin ich sehr zuversichtlich, dass wir auch dieses Spiel gewinnen können. Das wird das Ziel sein und so werden wir das Ding angehen.“
Nach der unfreiwilligen Pause am vergangenen Wochenende – die Partie bei der SpVgg Unterhaching II fiel ja kurzfristig witterungsbedingt aus und wird jetzt am Dienstag, 5. Mai, um 20 Uhr nachgeholt – ist der SB Chiemgau Traunstein jetzt wieder daheim gefordert. Das Team von Spielertrainer Gentian Vokrri hat sich für das Kellerduell am Karsamstag um 18 Uhr gegen den FC Wacker München ganz klar ein Ziel gesetzt: Der dritte Heimsieg in Folge nach dem 3:2 gegen den SV Aubing und dem 2:0 gegen den TSV Eintracht Karlsfeld soll her. „Der gute Start war jetzt sehr wichtig für uns“, betonte der Abteilungsleiter der SBC-Fußballer, Uli Habl. „Wir stehen damit übrigens auch besser da als in der vergangenen Saison zu diesem Zeitpunkt“, freut er sich.
Bezirksliga Ost: Alle heimischen Vereine sind am 24. Spieltag am Samstag gefordert. „Es war eine sehr vermeidbare Niederlage“, hatte Mike Probst nach dem Nachholspiel seines SV Bruckmühl gegen Holzkirchen gesagt. Nur drei Tage später hat der SVB die Chance, es besser zu machen, wenn um 14 Uhr der TSV Zorneding nach Bruckmühl kommt. Für beide Mannschaften kann es ein richtungsweisendes Duell sein: Zorneding liegt aktuell auf dem 13. Platz und könnte die Hausherren mit einem Dreier überholen. Der SVB selbst würde sich mit einem Sieg von den Abstiegsrängen absetzen.
Einen ähnlichen Plan hat auch der FC Töging, der zeitgleich in Miesbach ran muss. Schlägt Töging den Tabellensechsten, würde man wahrscheinlich die Abstiegsränge verlassen. Allerdings ist dabei Vorsicht geboten, denn mit Josef Sontheim stellt Miesbach den zweitbesten Stürmer der Liga.
Zu einem Inn/Salzach-Duell kommt es währenddessen in Siegsdorf, wo der TSV Ampfing zu Gast ist. Die Gastgeber haben inzwischen wieder die rote Laterne inne, haben mit sieben Punkten in den letzten fünf Spielen aber gezeigt, dass sie den Abstieg nicht einfach hinnehmen wollen. Ampfing ist seit dem Winter ungeschlagen. Die Mannschaft von Slaven Jokic hat sich dadurch auch auf dem fünften Platz festgespielt, zumindest der Klassenerhalt sollte deshalb so gut wie sicher sein.
Ein wichtiges Heimspiel hat der SV Aschau/Inn. Um 15 Uhr ist der TSV Ebersberg zu Gast – es geht um „Big Points“ im Abstiegskampf. Immerhin treffen der Dritt- und Vorletzte aufeinander, nur zwei Punkte trennen beide Mannschaften. Die Veilchen konnten zuletzt nicht an den Sieg gegen Holzkirchen anknüpfen, während Ebersberg mit einem Dreier gegen Waldperlach die rote Laterne abgab – ein psychologischer Vorteil für die Gäste?
Den Schlusspunkt setzt um 18 Uhr der SB DJK Rosenheim, der nach Peterskirchen reisen muss. Die Teams stehen punktgleich im Mittelfeld der Tabelle, neun Punkte von der Abstiegszone entfernt. Die Frühjahrsrunde verlief für beide Mannschaften bisher beinahe gleich. Der SBR musste nach drei Siegen in Folge zuletzt zwei Pleiten hinnehmen, Peterskirchen verlor nach vier Spielen ohne Niederlage zuletzt erstmals in Aschheim.
Kreisliga 1: Die Kreisliga 1 absolviert ihren kompletten Spieltag am Samstag. Den Start macht die SG Tüßling/Teising um 13 Uhr mit dem Heimspiel gegen den ASV Flintsbach. Die Hausherren sind seit drei Spielen ohne Punktgewinn, der ASV seit drei Partien ohne Niederlage. Um 14 Uhr ist Spitzenreiter Raubling gefordert, wenn der TSV Neuötting ins Inntalstadion kommt. Während der TuS in 2026 noch unbesiegt ist, warten die Gäste noch auf den ersten Sieg im neuen Jahr. Zeitgleich kommt es in Emmering zum Keller-Kracher gegen den SV Mehring. Zwei Punkte trennen die beiden Tabellenschlusslichter, wobei Emmering bereits acht Zähler hinter dem rettenden Ufer liegt. Der Sieger schnuppert zumindest wieder an der Relegation. Zudem empfängt die SG Reichertsheim-Ramsau/Gars um 14 Uhr den TV Feldkirchen. Möchte die SG RRG im Rennen um den Aufstieg weiter mitreden, muss gegen den Zehnten dringend ein Sieg her. Das gilt 30 Minuten später auch für Grünthal, die die U23 des TSV Buchbach empfangen. Als erster Verfolger des Tabellenführers sind die Hausherren der klare Favorit. Zwei Tabellennachbarn treffen aufeinander, wenn um 15 Uhr der ASV Großholzhausen den SV Ostermünchen begrüßen darf. Der SVO musste unter der Woche die erste Niederlage unter Trainer Helmut Faber hinnehmen, hat sich zuletzt aber immerhin einen Fünf-Punkte-Vorsprung zur Abstiegszone erarbeitet. Den Schlusspunkt setzen der SV Oberbergkirchen und der SV Westerndorf um 16 Uhr. Der SVO feierte zuletzt den ersten Sieg im neuen Jahr, der SVW ist mit vier Siegen und einem Remis noch ungeschlagen. Am Montag um 15 Uhr müssen der SV Mehring und der TV Feldkirchen dann noch mal ran.
Kreisliga 2: Der Tabellenführer der Kreisliga 2 stolperte zuletzt, am Samstag um 14 Uhr will es der TuS Prien wieder besser machen. Dann muss der Spitzenreiter beim TSV Waging am See ran, der in den letzten drei Partien allerdings ungeschlagen blieb. Sogar drei Siege in Folge holte der TSV Bad Endorf, der zeitgleich den TuS Engelsberg empfängt. Die Gäste feierten zuletzt den ersten Punktgewinn des Jahres, stehen aber trotzdem vier Punkte hinter dem rettenden Ufer. Den ersten Nicht-Abstiegsplatz nimmt aktuell der SV Schloßberg-Stephanskirchen ein, der ebenfalls um 14 Uhr den TSV Teisendorf zu Gast hat. Mit einem Sieg könnten die Hausherren bestenfalls drei Plätze gutmachen. Um 15 Uhr kommt es in Fridolfing zu einem Kellerduell gegen den SV Oberteisendorf. Zeitgleich muss auch der Tabellenletzte aus Ruhpolding ran, er hat mit dem SV Seeon-Seebruck allerdings den Tabellenzweiten vor der Brust. Allerdings schwächelt Seeon-Seebruck aktuell, zuletzt setzte es zwei Niederlagen in Folge. Davon profitiert der SV Linde Tacherting, der nach vier Siegen in Folge nur noch einen Punkt hinter dem Relegationsplatz liegt. Diese Serie soll um 18 Uhr gegen den SV Söchtenau-Krottenmühl weitergehen. Das einzige Spiel am Montag steigt in Weildorf, wo der SC Anger zu Gast ist. Die Gäste wollen mit einem Sieg weiter Druck auf das Spitzentrio ausüben. jah/obe/bst