Rosenheim – Drei Jahre sind vergangen, seitdem die Eishockeyspieler der Starbulls Rosenheim in einer dramatischen Finalserie gegen Weiden, in der sie im Gegensatz zu heuer die beiden entscheidenden Verlängerungen gewannen, in die DEL2 aufgestiegen sind. In diesen drei Jahren haben sie insgesamt 156 Punkterunden-, drei Play-down- und elf Play-off-Partien absolviert. Während die Bilanz bei den Punktspielen mit 88 Siegen bei 68 Niederlagen positiv ist und auch zwei von drei Play-down-Spielen erfolgreich bestritten wurden, haben die Starbulls Play-offs noch nicht so richtig verinnerlicht. Nur drei von elf Play-off-Begegnungen sahen die Starbulls als Sieger, acht gingen dagegen verloren.
Dennoch kann man feststellen, dass seit dem Eintritt ins zweithöchste Level des deutschen Eishockeys unter Coach Jari Pasanen ein steter Aufwärtstrend im Gange ist. Einem elften Rang in der Auftaktsaison mit hauchdünnem Verpassen der Pre-Play-offs folgte ein fünfter Platz im Vorjahr, der heuer erneut mit einem hervorragenden dritten Tabellenrang getoppt werden konnte, ehe wie zuvor im Play-off-Viertelfinale Schluss war.
Vergleichen wir diesen Werdegang mit den ersten drei Jahren nach dem Zweitliga-Aufstieg 2010 unter der Leitung von Dauerbrenner Franz Steer. Damals begann es mit einem siebten Rang und einem Paukenschlag in Form des Erreichens des Halbfinales nach einem „Sweep“ über den Tabellenzweiten Heilbronn. Es folgte ein vierter Rang 2012 in einer Saison, die in der erfolglosen Finalteilnahme gegen Landshut gipfelte. 2013 erlitt man mit Rang sechs und einem Ausscheiden im Halbfinale gegen Bietigheim einen leichten Rückschlag, der aber zuvor durch die Revanche gegen Landshut im Viertelfinale versüßt wurde. In diesen drei Spielzeiten gab es in der Punkterunde in 144 Matches 76 Siege und 68 Niederlagen, eine etwas geringere Punktequote als in der aktuellen Drei-Jahres-Spanne, doch zur Play-off-Zeit war man mit 24 Siegen und 18 Niederlagen wesentlich präsenter.
Doch zurück zur Gegenwart.Wäre da nicht das Ausscheiden im Viertelfinale gewesen, könnte man mit der abgelaufenen Saison zufrieden sein. Die Starbulls boten sowohl attraktives als auch diszipliniertes Eishockey, mit dem Wermutstropfen, dass sie dies in eigener Halle nicht so oft boten wie auswärts, wo man das zweiterfolgreichste Team hinter Aufstiegsfavorit Krefeld war. Und mit dem drittbesten Gegentorschnitt (2,38) hinter den Top-Teams Krefeld und Kassel war auch die Defensive wieder einmal das Paradestück, allerdings auch nur in der Punktrunde, in den Play-offs waren es dann 3,67. Und was sich in den Play-offs auch änderte, war die Strafzeitenquote. Das drittfairste Team der Punkterunde (nur 8,27 Minuten pro Spiel) kassierte dort mit 19 die drittmeisten.
Was sich dagegen positiv veränderte, war das Powerplay. Nur 17,8 Prozent der Situationen konnte man in der Punkterunde verwerten, man war damit nur auf Rang zwölf von 14 Klubs. In den Play-offs funktionierte die Überzahl dann anfangs fast perfekt, als man in den ersten beiden Begegnungen fünf von sechs Powerplays erfolgreich abschloss. In der Endbilanz steht immer noch ein Drittel Effektivität, wodurch man die Erfolgsquote fast verdoppeln konnte. Die Unterzahlquote ging allerdings von 82,2 auf 75 Prozent zurück, mit der schmerzlichen Pointe, dass man die entscheidenden Gegentreffer in den letzten beiden Spielen während doppelter Unterzahl hinnehmen musste.
Sieht man vom Saisonabschluss ab, als man zum unglücklichsten Zeitpunkt mit vier Heimniederlagen in Folge wie schon im Vorjahr gegen Dresden einbrach, zeigten sich die Starbulls praktisch die ganze Saison über bemerkenswert stabil. Nur ein einziges Mal lag man auf Play-down-Rang elf, den Großteil der Punkterunde verbrachte man in unmittelbarer Nachbarschaft zur Spitze. Zweimal war man Zweiter, ganze 30-mal belegte man Rang drei, der schon Wochen vor dem Ende praktisch gesichert war. Außerhalb der Top Sechs, die die direkte Play-off-Qualifikation bedeuteten, rangierte man nur dreimal, neben dem erwähnten elften Rang zweimal auf dem zehnten Platz – und das im ersten Saisonviertel.
Das häufigste Ergebnis war übrigens das 3:2 in Overtime (sechsmal, davon dreimal gegen Kassel) vor dem 4:3, welches viermal das Endresultat war. Die häufigste Höhe der Niederlagen war mit je drei Resultaten das 2:3 in Overtime, das 1:2 und das 1:3. Die klarste Niederlage war als einziger Ausreißer nach unten das 1:6 gegen Düsseldorf, der höchste Sieg das 8:2 in Kaufbeuren. Kurioserweise wurde das 7:4 in Kaufbeuren als torreichstes Spiel der Punkterunde durch die beiden 5:6-Niederlagen gegen Regensburg im Viertelfinale noch egalisiert, für Play-off-Spiele nicht normal.
Ach ja, wie ging es denn damals nach den ersten drei Jahren 2. Liga weiter? Damals folgte ein weiterer zweiter Platz in der Punkterunde, gefolgt von einem Erreichen des Halbfinales. Mal schauen, wie sich der größere Umbruch auswirkt, der wohl vorwiegend bei den Kontingentspielern bevorsteht. Auf alle Fälle steht ein geschäftiger Sommer bevor, gefolgt von einer interessanten vierten Saison.