Rosenheim – Nach zehn Ligaspielen ohne Niederlage hat es den TSV 1860 Rosenheim erwischt: Ausgerechnet im Landkreis-Derby der Fußball-Landesliga Südost sind die Sechziger ohne Punkte geblieben. Das Spitzenspiel zwischen dem Tabellenführer und dem schärfsten Verfolger ging mit 2:0 an den Liga-Primus TSV Wasserburg. Michael Summerer führte die Rosenheimer im Kracher-Duell vor 1.160 Zuschauern als Kapitän aufs Feld. Im Interview mit der OVB-Sportredaktion erklärte er, wie die taktischen Gedanken waren und ob der Titel schon vergeben ist.
Woran hat‘s denn gelegen?
Wir wussten, dass es in Wasserburg immer schwierig ist. Wir haben es die erste Viertelstunde verpennt, da waren wir nicht strukturiert genug und haben die Zweikämpfe nicht gewonnen. Wasserburg spielt das dann zweimal schön aus, und dann sind wir 0:2 hinten. Ich finde, dass wir es anfangs der zweiten Hälfte sehr gut gemacht haben und auch zu unseren Chancen gekommen sind. Uns fehlt dann aber noch etwas die Cleverness, um diese auch zu nutzen, denn ansonsten wäre das Spiel noch einmal richtig heiß geworden.
1860 hat nach dem 0:2 taktisch reagiert, die Fünferkette hinten aufgelöst und das Mittelfeld gestärkt. War das ein Grund, dass es dann besser gelaufen ist?
Es ist dann schon besser geworden. Die hatten anfangs in der Mitte immer Überzahl und durch die Viererkette haben wir das dann wieder ausgeglichen. Dadurch haben wir dann auch besseren Zugriff auf das Spiel bekommen.
Ihr Team hatte nach dem Seitenwechsel auch gute Möglichkeiten. Wäre mit einem frühen 1:2 mehr drin gewesen?
Ja, klar. Es ist im Fußball ja immer so, dass du den Schwung mitnimmst. Wenn du die Chancen nicht machst, dann nimmt dir das auch wieder Energie. Wenn da aber einer reingeht, dann geht noch einmal etwas.
Wie war die Devise in der Halbzeitpause? Drauf losstürmen oder kontrollierte Offensive?
Wir haben schon geschaut, dass wir strukturiert vorgehen. Wir haben gewusst: Selbst wenn wir das 1:2 erst in der 85. Minute erzielen, dann ist immer noch einiges möglich. Und umgekehrt wäre das Ding durchgewesen, wenn das 3:0 gefallen wäre. Deswegen haben wir den Mittelweg gesucht: Aggressiv vorne draufgehen, aber hinten nicht alles aufmachen.
War das schon die Entscheidung um die Meisterschaft?
Das würde ich jetzt noch nicht sagen. Es sind noch sieben Spiele und ich glaube, dass Anfang April noch keine Entscheidung fällt. Aber sie haben natürlich einen großen Schritt gemacht. Man wird sehen, was dann am Ende dabei rauskommt.
Für 1860 war es die erste Niederlage nach zehn ungeschlagenen Spielen. Macht das was mit Ihnen?
Nein. Wir haben ja auch nicht lange Zeit, um darüber nachzudenken. Am Freitag wartet schon das nächste Derby gegen Traunstein und da gilt es, wieder drei Punkte zu holen.