Oskar Autio war in dieser Saison öfter zum Zuschauen verdammt.Foto Ziegler
Rosenheim – Das ist schon ein Hammer: Oskar Autio wird die Starbulls Rosenheim vorzeitig verlassen. Der finnische Schlussmann hat den DEL2-Verein ein Jahr vor Vertragsende um eine sofortige Auflösung gebeten, die Starbulls haben dieser Bitte entsprochen – und so trennen sich die Wege vorzeitig.
In der Pressemitteilung des Rosenheimer Eishockeyclubs liest sich dies folgendermaßen: „Die Starbulls Rosenheim und Torhüter Oskar Autio gehen ab sofort getrennte Wege. Der finnische Goalie ist mehrmals in den vergangenen Wochen mit dem Wunsch an den Verein herangetreten, seinen bestehenden Vertrag vorzeitig aufzulösen. Nach einigen internen Gesprächen sind die Starbulls diesem Wunsch nachgekommen. Die Entscheidung zur Vertragsauflösung erfolgte in gegenseitigem Einvernehmen. Über die Hintergründe wurde Stillschweigen vereinbart.“
Der Torhüter war im Februar 2024 nach Rosenheim gewechselt und half entscheidend mit, dass der damalige DEL2-Aufsteiger den Klassenerhalt frühzeitig in der ersten Play-down-Runde schaffte. Autio blieb dann an der Mangfall und zeigte richtig starke Leistungen – so stark, dass er nach der Hauptrunde der Saison 2024/25 zum besten Torhüter und zugleich zum besten Spieler der DEL2-Saison gekürt wurde. Mit dem finnischen Goalie schafften es die Starbulls dann auch ins Play-off-Viertelfinale, zuvor hatte der schon längst zum Publikumsliebling aufgestiegene Autio seinen Vertrag im Dezember 2024 um zwei weitere Spielzeiten verlängert. Ganz Rosenheim feierte den sympathisch auftretenden Goalie – und tat das auch in der Saison 2025/26, als er mit Rückkehrer Christopher Kolarz ein starkes Torhüter-Gespann bildete, das der Grundstein dafür war, dass die Starbulls die Hauptrunde mit dem starken dritten Platz abschließen konnten.
Aber hinter den Kulissen brodelte es wohl schon längst: Autio hatte weniger Spiele als in der Vorsaison bekommen, die starken Leistungen von Kolarz taten ein Übriges. Zudem wurde der Finne des Öfteren auf die Tribüne geschickt, denn bei einem Kolarz-Einsatz wurden alle vier Kontingentstellen mit Feldspielern belegt. Die Unzufriedenheit ging nach oben, die Zahlen gingen nach unten: Autio bestritt 35 Spiele (zum Vergleich 2024/25: 45 Partien) und schaffte zwei Shutouts (24/25: sechsmal ohne Gegentor). Der Gegentorschnitt betrug 2,44 in der Hauptrunde (24/25: 2,15) und 2,93 in den Play-off-Spielen (24/25: 2,48). Die Fangquote in der Hauptrunde lag bei 91,47 Prozent (24/25: 93,09) und in den Play-offs bei 90,72 Prozent (24/25: 93,05).
Beobachtern war schon klar, dass dieses Thema mit dem Saisonende noch nicht ausgestanden war. Immerhin ging es für den 26-Jährigen ein Jahr vor Vertragsende bei den Starbulls schon um die Zukunft – und möglicherweise um den nächsten lukrativen Kontrakt. Den gibt es für Autio nun nicht mehr in Rosenheim, vielleicht aber weiterhin in der DEL2. Der Finne startete sein Starbulls-Kapitel mit einem Heimspiel gegen Regensburg, sein letztes Match im Rosenheimer Dress war nun in Regensburg, wo er im März 2025 auch die Auszeichnung zum „Spieler des Jahres in der DEL2“ erhalten hatte. Glaubt man den ersten Gerüchten, dann könnte Autio demnächst für die Eisbären Regensburg spielen, die Jonas Neffin verlieren und in den letzten Jahren vermehrt auf ausländische Goalies gesetzt hatten. Wie das Schicksal möglicherweise so spielt…
Bei den Starbulls Rosenheim will man sich dagegen an den Regensburgern aus der aktuell noch laufenden Saison ein Beispiel nehmen. „Wir schauen zunächst mal auf dem deutschen Markt“, gibt Cheftrainer Jari Pasanen, der bei den Starbulls auch für die Kaderplanung zuständig ist, seine Gedanken preis. „Unser Ziel ist es, mit zwei deutschen Torhütern in die Saison zu gehen“, erklärte er gegenüber der OVB-Sportredaktion. Noch gibt es Kandidaten: In der DEL haben die Schwenninger Wild Wings Michael Bitzer verabschiedet, der US-Amerikaner hat einen deutschen Pass. Beim DEL2-Kontrahenten Düsseldorfer EG ist Ryan Bednards Vertrag nicht mehr verlängert worden, auch der Kanadier ist mit einem deutschen Pass ausgestattet. Die Eispiraten Crimmitschau haben den Weggang von Christian Schneider verkündet. Der gebürtige Altöttinger hatte in der Hauptrunde mit 93,77 Prozent die beste Fangquote aller Goalies mit zweistelliger Spieleanzahl. Der Abstieg von Kaufbeuren spült mit Daniel Fießinger und Rihards Babulis zwei Torhüter auf den Transfermarkt. Oder es bietet sich möglicherweise eine Kooperation mit einem DEL-Verein an. Red Bull München fehlt nach Kaufbeurens Abstieg ein Partner in der DEL2. Mit Simon Wolf und dem früheren Rosenheimer Nachwuchsgoalie Matthias Bittner stehen zwei sehr talentierte Fänger im Münchner Aufgebot. Vorerst ist alles aber nur Spekulation.