Michael Summerer und die Rosenheimer Wand

von Redaktion

1860 Rosenheim reagiert auf die Niederlage im Spitzenspiel mit einem 2:0-Heimsieg im Inn/Salzach-Duell

Rosenheim – Am Ende ist das 2:0 zwischen dem TSV 1860 Rosenheim und dem SB Chiemgau Traunstein nicht nur ein Sieg für die Gastgeber in einem Inn/Salzach-Duell der Fußball-Landesliga Südost gewesen. Für die Sechziger war es die richtige Reaktion auf die Derby-Niederlage im Spitzenspiel vor Wochenfrist in Wasserburg, weshalb man weiterhin mittendrin im Aufstiegsrennen ist. Für die Gäste bedeutete das Resultat die erste Niederlage nach der Winterpause und weiterhin das Bangen um den Verbleib. Beide Treffer auf dem Kunstrasen an der Rosenheimer Jahnstraße markierte Michael Summerer.

Womöglich fiel die Entscheidung zugunsten der Hausherren gleich in den ersten 20 Minuten – ähnlich dem Rosenheimer Auftritt in Wasserburg. Traunstein haderte mit einem Abseitstreffer im Anschluss an einen Freistoß und forderte einen Elfmeter, wobei SBC-Kapitän Hannes Kraus relativierte: „Am Schiedsrichter ist es nicht gelegen, dass wir verloren haben.“ Entscheidender war da der Rosenheimer Führungstreffer durch Summerer, der nach einem weiten Einwurf an den Ball gekommen war und trocken abschloss. „Da haben wir den Rückraum nicht gut abgesichert“, meinte Gäste-Aktivcoach Gentian Vokrri.

Der Treffer bestimmte das Geschehen fortan, wie auch 1860-Coach Wolfgang Schellenberg bestätigte. „Das 1:0 hat uns komplett in die Karten gespielt.“ Fortan konzentrierten sich die Hausherren darauf, die Räume zu beackern und Traunstein die Passwege nach vorne zu erschweren. „Wir haben die Räume zugemacht, die sie bespielen wollten. Das ist mit brutal hoher Laufarbeit verbunden. Kompliment an die Mannschaft, was die da weggelaufen hat“, lobte Schellenberg.

Er hatte sich dafür entschieden, die Fünfer-Defensive aufzulösen, und begann mit einer Viererkette, in der Florian Grundner und Simon Fischer als zentrale Abwehrspieler einen hervorragenden Job verrichteten. Davor lief der junge Zaem Syed als Sechser auf und überzeugte als Relaisstation mit glänzendem Gefühl für Raum und Spiel. „Mit seinem Auge und der Spielintelligenz ist das ein absoluter Top-Mann.“ Durch diese Rosenheimer Kompaktheit im Zentrum war es für Traunstein schwer, die Offensivkräfte zu bedienen. „Die Räume für unsere Offensive waren nicht da“, musste Vokrri akzeptieren. Anfangs bekam Julian Höllen noch zwei, drei gute Bälle am Strafraum, verhedderte sich dann aber an der vielbeinigen Rosenheimer Defensive. „Wir hatten 80 Prozent Ballbesitz, waren dann nach vorne aber zu ideenlos“, meinte SBC-Spielführer Kraus. „Viel Ballbesitz, wenig Ertrag“, fand auch Vokrri. „Irgendwann sind wir dann auch gegen eine Wand gerannt und haben dann auch keine Torchance mehr gehabt.“

Das war dann spätestens nach der 2:0-Führung der Fall. Liam Markulin hatte sich an den Strafraum gedribbelt und war dann direkt auf der Kante gelegt worden. Den fälligen Elfmeter verwandelte Summerer sicher. Nicht nur aufgrund der beiden Treffer wurde er von seinem Trainer mit Lob bedacht: „Er übernimmt Verantwortung und wächst als Führungspersönlichkeit gerade gut rein“, fand Schellenberg, der den Sieg als „verdient“ bewertetet, weil sein Team „auch noch bei anderen Situationen Tore erzielen hätte können“. Gemeint waren da vor allem die Szenen, als Liam Markulin alleine aufs Tor zulief, sich dann aber einen technischen Fehler leistete, und der eingewechselte Audai Elgathous die Kugel am Traunsteiner Torhüter Fabian Guerra Weindl (der junge Goalie bestritt sein erstes Landesliga-Match), aber auch am Kasten vorbei setzte.

Für die Rosenheimer war dieses Spiel der Beginn einer englischen Woche. Nach den beiden Auswärtsspielen in Hallbergmoos (am Dienstag) und Dornach (am Samstag) wird man genauer wissen, ob die Sechziger bis zum Schluss im Kampf um den Aufstieg mitmischen können. Traunstein ist in Sachen Liga-Verbleib noch nicht durch, kann aber vom guten Lauf seit der Winterpause schöpfen. Das beschwört auch Kapitän Kraus: „Wir lassen uns in dieser guten Phase nicht durch eine Niederlage rausbringen. Wir müssen das jetzt analysieren, die Fehler abstellen und dann gut weiterarbeiten.“

TSV 1860 Rosenheim: Hamburger, Khong-In, Grundner, Fischer, Ünal, Syed, Tutic, Summerer, Muhameti (77. Xhelili), Liam Markulin, Noah Markulin (57. Elgathous).

SB Chiemgau Traunstein: Guerra Weindl, Paranos, Hosp (73. Pelypenko), Kraus, Patrick Dreßl, Discetti (74. Krasniqi), Vokrri, Kranzfelder, Höllen, Smajlovic, Steinbacher (66. Trebesius).

Schiedsrichter: Morina (FSV Landau/Isar).

Zuschauer: 310.

Tore: 1:0 Summerer (12.), 2:0 Summerer (62., Foulelfmeter).

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