Hallbergmoos – Das war ein richtig großer Schritt. Mit einem spät erkämpften 2:1-Erfolg im Nachholspiel der Fußball-Landesliga Südost beim VfB Hallbergmoos-Goldach hat sich der Tabellenzweite TSV 1860 Rosenheim fünf Spieltage vor dem Ende nicht nur ein Polster auf die Verfolger geschaffen, sondern sich auch noch einmal kräftig fürs Rennen um die Meisterschaft beworben. Auf Spitzenreiter TSV Wasserburg sind es nur noch zwei Zähler. Joker Audai Elgathous hatte die Sechziger mit der letzten Aktion des Spiels zum Sieg geköpft.
„Natürlich war das schon ein bisschen glücklich“, kommentierte 1860-Trainer Wolfgang Schellenberg den späten Siegtreffer. Noch während des Jubels der Rosenheimer Spieler wurde die Begegnung von Schiedsrichter Petzke abgepfiffen – idealer ging es gar nicht mehr! Elgathous hatte eine Ecke zur Entscheidung eingeköpft. Der bislang beste Rosenheimer Torschütze in dieser Saison ist seit der Winterpause nur noch als Joker im Einsatz. „Er hat im Dezember, Januar und Februar kaum trainieren können, ihm gehen also drei Monate Trainingsbetrieb ab“, erklärte der Sechziger-Trainer die Situation des Goalgetters: „Er muss sich jetzt einfach rantasten.“ Und Schellenberg fügte schmunzelnd an: „Wenn er das mit so entscheidenden Toren macht, dann ist mir das momentan auch ganz recht.“
Die Rosenheimer hatten im ersten Durchgang zu kämpfen, Hallbergmoos war feldüberlegen und mit Standards gefährlich. „Das war nicht einfach“, bekannte Schellenberg, der aber auch von seiner Mannschaft Chancen sah. So standen Edis Muhameti und Liam Markulin jeweils frei vor dem Tor der Gastgeber. „Die Abschlüsse waren auch nicht so schlecht, aber der Torwart hat zweimal hervorragend gehalten“, so der Rosenheimer Trainer. In die Halbzeitpause ging es mit einem 1:1-Unentschieden, weil Simon Werner Hallbergmoos in Führung geschossen und Steven Khong-In für 1860 ausgeglichen hatte. „Das waren schön herausgespielte Tore“, fand Schellenberg, beim Rosenheimer Treffer wurde über Zaem Syed und Noah Markulin kombiniert und Torschütze Khong-In lief gut in den Sechzehner ein. Im zweiten Durchgang hatten die Gäste das Spiel besser im Griff und auch mehr Torszenen. Deniz Ünal kam im Strafraum frei zum Abschluss, verpasste aber die Führung, einige gefährliche Schüsse fanden nicht den Weg ins Tor. Das erledigte dann Elgathous spät, aber noch rechtzeitig.
Durch den Sieg mischen die Sechziger nun weiter an der Spitze der Landesliga mit. „Wir bleiben an Wasserburg dran“, sagt Schellenberg. Von einer Kampfansage an den Landkreis-Kontrahenten will er aber noch nichts wissen: „Die Kampfansagen haben Wasserburg oder Hallbergmoos im Winter getätigt. Die dürfen die Favoritenrolle gerne behalten.“
TSV 1860 Rosenheim: Hamburger, Khong-In, Grundner, Fischer, Ünal, Syed, Tutic (90. + 4 Xhelili), Summerer, Noah Markulin (78. Elgathous), Muhameti (88. Lehmann), Liam Markulin (84. Papapicco).
Schiedsrichter: Alexander Petzke (BSC Surheim).
Zuschauer: 160.
Tore: 1:0 Werner (22.), 1:1 Khong-In (30.), 1:2 Elgathous (90. + 5).