Guido Tschugg schreibt erneut Geschichte

von Redaktion

Goldrausch in den Anden: Ameranger wird in Chile mit fast 50 Jahren Downhill-Weltmeister

Pinto – Mountainbiker Guido Tschugg aus Amerang hat erneut Geschichte geschrieben: Bei der UCI Mountainbike Downhill-Weltmeisterschaft der Masters in Chile sicherte sich der Hepha-Markenbotschafter den Titel in der Kategorie Ü50. Trotz eines Kettenrisses raste Tschugg mit einer fahrerischen Glanzleistung zum Sieg und machte sich damit selbst das größte Geschenk zu seinem bevorstehenden 50. Geburtstag.

Knapp neun Jahre nach seinem ersten Masters-Weltmeistertitel (Ü40) in Andorra (2017) bewies der gebürtige Allgäuer auf über 2.000 Metern Höhe in den chilenischen Anden, dass er international nach wie vor das Maß der Dinge ist. Da das UCI-Reglement für dieses Rennen keine E-Bikes zulässt, tauschte der E-MTB-Pionier sein gewohntes HephaArbeitsgerät gegen ein Downhill-Bike des Kooperationspartners Raae.

Nach einem starken Qualifying, in dem er nur 1,2 Sekunden hinter dem führenden US-Amerikaner Petr Hanak lag, kam es im Finale zum technischen Super-GAU: „Im oberen Drittel touchierte mein Kettenblatt bei einem massiven Double-Drop einen Felsen. Dabei riss die Kette sofort – ab diesem Moment war Pedalieren unmöglich“, berichtet Tschugg.

Dass er dennoch mit einer Zeit von 2:25,509 Minuten und fast drei Sekunden Vorsprung auf den Chilenen Sebastian Vasquez Cid gewann, verdankt er seiner tief verwurzelten Renn-DNA. Tschugg startete bereits mit sieben Jahren seine Karriere im BMX-Sport. Dieses jahrzehntelange Know-how im „Pushen“ und Generieren von Geschwindigkeit aus Bodenwellen rettete ihm den Lauf. „Mein BMX-Background und die Erfahrung auf Pumptracks waren der Schlüssel. Ich musste die Bremsen komplett offenlassen und jede Welle perfekt drücken, um den Schwung durch die Waldsektionen zu retten“, so der neue Weltmeister.

Dieses technische Verständnis für Dynamik und Flow setzt Tschugg seit über 15 Jahren auch abseits der Rennstrecke um: Als gefragter Experte baut er deutschlandweit professionelle Dirt-Parks und MTB-Strecken. In Chile bewies er nun am eigenen Leib, dass sein Design-Prinzip des „Flows“ auch ohne Kettenzug zum Sieg führt. Mit diesem zweiten WM-Titel schließt sich für Guido Tschugg kurz vor seinem 50. Geburtstag ein Kreis.re

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