Wenn Träume wahr werden

von Redaktion

Sophie Perner spielt mit Rosenheim um die Regionalliga-Meisterschaft

Rosenheim – Als Aufsteiger direkt in das Finale: Was wie ein Traum klingt, haben die Basketball-Damen des SB DJK Rosenheim in dieser Saison geschafft. Im ersten Jahr in der Regionalliga Süd spielten sich die Rosenheimerinnen als Hauptrundenzweiter bis in das Play-off-Finale. Das erste Spiel der Best-of-three-Serie gegen Jahn München steigt am heutigen Samstag um 15 Uhr in der Gaborhalle.

Großen Anteil am bisherigen Erfolg hat Sophie Perner. Die gebürtige Rosenheimerin kehrte im Sommer aus Wasserburg an die Mangfall zurück und geht mit ihrer Erfahrung als Führungsspielerin voran. Im exklusiven Interview verrät Perner, wieso diese Saison aus mehreren Gründen besonders ist, und warum die Unterstützung in Rosenheim „Wahnsinn“ ist.

Wie fühlt sich das erste Jahr zurück in Rosenheim an?

Total schön. Ich habe das Basketballspielen in Rosenheim gelernt, das ist mein Heimatverein. Es ist wie ein Kindheitstraum, das Finale um den Aufstieg in die 2. Bundesliga vor heimischem Publikum, vor der Familie und den Freunden zu spielen. Es ist unglaublich schön, dass ich das auch mit meiner Schwester teilen kann. Die letzten Heimspiele waren besonders, weil man einen Event-Charakter geformt und viele junge Leute in die Halle gebracht hat. Ich weiß noch, wie ich selber ein kleines Kind war und zugeschaut habe, und freue mich jetzt, dass ich eine Vorbildfunktion habe und den Mädels und Jungs etwas zurückgeben kann.

Hätten Sie bei Ihrer Rückkehr mit einer Finalteilnahme gerechnet?

Nein, tatsächlich nicht. Wir waren eine bunt gemischte Truppe mit talentierten Eigengewächsen aus Rosenheim und erfahrenen Spielerinnen, die Basketball und Beruf kombinieren. Mit vielen Spielerinnen hatte ich in meiner Karriere schon Berührungspunkte – jetzt hat man sich wieder in Rosenheim getroffen. Das ist ein cooles Konzept. Ich bin gern Teil davon und will als Mentor die Jugendspielerinnen heranführen. Das ist auch unser Erfolgsrezept, dass Erfahrung und Jugend so gut harmonieren.

Sie haben vor zwei Jahren mit Wasserburg in der 2. Bundesliga die Vizemeisterschaft gefeiert. Wie lassen Sie diese Erfahrung einfließen?

Mich freut es zum Beispiel total, dass mich meine Schwester auch in entscheidenden Situationen fragt: „Was würdest du denn da spielen oder wie siehst du das?“ Wir tauschen unsere Erfahrungen dann gegenseitig aus. Zudem sind in jedem Training zwei, drei erfahrene Spielerinnen dabei, wir geben den Jugendspielern Tipps und sagen, wie wir uns in bestimmten Situationen verhalten würden.

Gegen Jahn München haben Sie in der regulären Saison zweimal verloren. Welche Schlüsse haben Sie gezogen?

Jahn München ist ein sehr talentiertes, junges Team. Sie haben viele gute Spielerinnen, die in der Bayern-Auswahl oder der Nationalmannschaft spielen. Da haben wir uns sehr schwergetan. Wir müssen schauen, dass wir das Finale mit unserer Erfahrung abgezockt runterspielen und uns von der Hektik und ihrem Spielstil nicht beeinflussen lassen. Wir wissen: Wenn wir uns auf uns konzentrieren, dann werden wir immer unser Bestes geben.

Könnte die Erfahrung den Unterschied machen?

Da es eine Best-of-three-Serie ist, ist es nicht tagesformabhängig. Es wird darum gehen, wer mental stark ist. Viele von uns haben schon etliche Meisterschaften oder Play-off-Runden gespielt, diese Erfahrung müssen wir nutzen.

Eine erfahrene Spielerin wird heute fehlen: Anna Heise. Wie schwer wiegt der Ausfall?

Anna ist eine wertvolle Spielerin. Sie spielt als Center, da sind wir nicht so gut besetzt. Dadurch fehlen uns die Größe und die Erfahrung. Es ist schwierig, das zu kompensieren, aber wir hatten zwei Wochen Zeit, uns darauf vorzubereiten. Wir haben taktische Umstellungen gemacht und sind ganz zuversichtlich, dass wir unseren Gameplan umsetzen können.

Kann man die Favoritenrolle nach München schieben?

Ich gehe immer mit der gleichen Einstellung ins Spiel: Ich will immer mein Bestes geben. Und wir haben noch eine Rechnung offen. Es ist super cool, dass wir zuerst das Heimspiel haben. Man wird in Rosenheim darauf angesprochen. Es wollen so viele Leute in die Halle kommen, uns unterstützen und auch ein Teil davon sein. Es ist Wahnsinn. Deswegen hoffe ich, dass uns die Fans die Energie geben und wir mit ihnen im Rücken den ersten Schritt in die richtige Richtung machen.

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