Dornach – Auch der Sprung an die Tabellenspitze verleitet 1860 Rosenheims Trainer Wolfgang Schellenberg nicht zu Übermut. „Im Moment ist es sicherlich schön, aber es ist erst der 30. Spieltag“, erklärte der Fußballlehrer, angesprochen auf weitere Ambitionen nach dem 1:0-Erfolg der Rosenheimer beim SV Dornach. Vier Spieltage trennen die Sechziger aktuell noch von der Bayernliga, der Übungsleiter will davon aber noch gar nichts wissen. „Es ist letztendlich nach wie vor so, dass wir jedes Spiel gewinnen wollen – davon weichen wir nicht ab. Aber ein 100-Meter-Lauf ist auch nicht nach 90 Metern beendet.“
Zumal die Partie in Dornach auch über die gesamte Spielzeit die volle Konzentration und Einsatz bis zum Schluss bedurfte. „In den ersten zehn Minuten waren wir gar nicht im Spiel“, befand Schellenberg. Und auch in der Schlussphase hatte er etwas zu bekritteln. „Wir hatten x Chancen, um das 2:0 zu erzielen. Und dann ist es zum Schluss noch einmal hektisch geworden, auch wenn Dornach keine großen Chancen auf den Ausgleich hatte.“
Es ist aber momentan auch die Qualität der Rosenheimer, dass sie die Spiele ohne großes Tamtam für sich entscheiden. Bestes Beispiel war diese Woche: Beim 2:0-Erfolg über Traunstein nutzten die Sechziger zwei Standards zu den Toren, beim 2:1-Erfolg im Nachholspiel in Hallbergmoos fiel das Siegtor in der fünften Minute der Nachspielzeit und in Dornach reichten nun ein Tor und eine saubere Weste hinten, um die Zähler einzufahren. Dieses eine Tor markierte Edis Muhameti kurz vor der Halbzeitpause, als er frei vor dem Dornacher Keeper verwandelte. Vorausgegangen waren ein Ballgewinn von Liam Markulin und der anschließende Gassenpass von Noah Markulin auf den Torschützen.
Nach dem Wechsel folgte Schellenbergs Verzweiflung ob der mangelhaften Chancenverwertung. Michael Summerers Schüsse landeten nicht im Netz, Leon Tutic verpasste einen Torerfolg nach einer Ecke, Muhameti zögerte nach einem Querpass zu lange und bei Noah Markulins Fallrückzieher parierte Dornachs Goalie Leon Cuni glänzend – eine herausragende Aktion der beiden beteiligten Akteure!
In der Schlussphase probierten die Hausherren natürlich, die Bälle in den Rosenheimer Strafraum zu bringen, die Defensivreihe um die Innenverteidiger Florian Grundner und Simon Fischer stand aber gut, auch wenn Fischer noch mit Gelb-Rot vom Rasen musste. Am Ende blieb Jaro Gleißenberger, der für den verhinderten Simon Hamburger im Tor stand, nicht mehr groß eingreifen.
TSV 1860 Rosenheim: Gleißenberger, Khong-In, Grundner, Fischer, Ünal, Syed, Tutic, Summerer, Noah Markulin (65. Elgathous), Liam Markulin (86. Xhelili), Muhameti (90. + 1 Stojcic).
Schiedsrichter: Scheungrab (FC Aunkirchen).
Zuschauer: 160.
Tor: 0:1 Muhameti (41.).
Besonderheit: Gelb-Rote Karte für Rosenheims Fischer (90.).tn