Rosenheim – Ist er der Angreifer, der bei den Starbulls Rosenheim die Treffer von Ville Järveläinen kompensieren kann? Samir Kharboutli ist der vierte Neuzugang, den die Rosenheimer Eishockeyspieler für die kommende Saison in der DEL2 vorgestellt haben. Der 26-jährige Offensivspieler aus Tschechien, ausgestattet mit einem deutschen Pass, wechselt vom ERC Ingolstadt aus der DEL zu den Starbulls.
Kharboutli stammt aus Chomutov am Fuße des Erzgebirges in Nordböhmen unweit der Grenze nach Sachsen. Dort kam Ruth-Maria Kubitschek, das „Spatzl“ aus dem „Monaco Franze“, her, aber auch prominente Eishockeyspieler wie Petr Klima und Richard Vyborny. Der Neu-Rosenheimer hat bis zur U16 in seiner Heimat gespielt und ist dann nach Deutschland gewechselt. Erst nach Weißwasser und Chemnitz, wo er in der DNL2 teaminterner Topscorer war – vor den beiden jetzigen Bad Aiblinger Landesliga-Angreifern Marcel Schulz und Patrick Fritz. Dann ging es weiter in den Nachwuchs nach Ingolstadt. Seinen ersten Anlauf in Deutschlands Eliteliga unternahm Kharboutli von 2020 bis 2022 bei den Augsburger Panthern, in seiner ersten Saison wurde er unter anderem von Jamie Bartman angeleitet, damals Assistenzcoach bei den Fuggerstädtern. Der jetzige Co-Trainer der Starbulls gilt auch als einer der Fürsprecher beim Wechsel des Offensivspielers nach Rosenheim.
Danach verbrachte Kharboutli drei Spielzeiten in der DEL2 – zwei in Landshut und eine Saison in Kaufbeuren. Gerade das Jahr bei den Allgäuern hat den 26-Jährigen noch einmal höherklassig interessant gemacht, denn Kharboutli avancierte zum Goldhelm und sorgte inklusive der Play-downs für 56 Punkte in 55 Begegnungen. Dabei gelangen dem Deutsch-Tschechen starke 26 Treffer. „Samir ist ein sehr interessanter Spieler mit viel Tempo und offensivem Potenzial“, sagt Starbulls-Headcoach Jari Pasanen. „Er hat in der DEL2 gezeigt, dass er konstant punkten kann und ein Spiel auch selbst entscheiden kann. Gleichzeitig hat er jetzt auch Erfahrung auf DEL-Niveau gesammelt, was ihn noch einmal weitergebracht hat.“ Die jüngste Erfahrung in der höchsten deutschen Spielklasse war allerdings nicht so toll für den Rosenheimer Neuzugang: Beim ERC Ingolstadt kam er auf lediglich 13 Einsätze in der DEL und fünf in der internationalen Champions Hockey League. Verletzungsbedingt musste er für längere Zeit aussetzen – der Eishockey-Fachjargon sprach von einer Oberkörperverletzung, genauere Hinweise deuteten auf eine Schulterverletzung hin.
Das hat Rosenheims Chefcoach und Kaderplaner Pasanen nicht an einer Verpflichtung gehindert: „Wir sind überzeugt, dass er bei uns eine wichtige Rolle einnehmen und seine Qualitäten voll zur Geltung bringen kann“, sagt der erfahrene Trainer über seinen Neuzugang, der insgesamt auf 57 DEL-Spiele (zwei Tore und fünf Vorlagen) sowie 168 DEL2-Partien (61 Tore und 74 Vorlagen) verweisen kann.
Ein wenig erinnert der Transfer auch an den FC Bayern. Der hat sich nämlich immer die Leute geholt, die ihn geärgert haben. Bei Kharboutli war das mit den Starbulls in der Spielzeit 2024/25 so der Fall, als der Angreifer im Dress des ESV Kaufbeuren in vier Spielen gegen Rosenheim insgesamt vier Tore und zwei Assists erzielte – das passiert zumindest nicht mehr!