Fontainebleau/Aubenhausen – „Ich bin sehr happy! Das war ein großer Schritt“, hat sich Benjamin Werndl nach seinem ersten internationalen Turniereinsatz auf Fünf-Sterne-S-Niveau mit Quick Decision gefreut. Mit 72,652 Prozent trug das Duo zum Sieg der deutschen Mannschaft vor Großbritannien und Belgien im Nationenpreis von Fontainebleau bei. In der Kür, also der Einzelwertung, konnte sich das Paar gegenüber dem Grand Prix nochmals steigern und platzierte sich mit 79,595 Prozent an vierter Stelle. „Das Highlight für mich war, dass Quicks mir so gut zuhörte und bei mir blieb. Auch die Siegerehrungen waren kein Problem mehr“, berichtete der Aubenhausener.
So souveräne Vorstellungen wie Quick Decision sie zeigte, sind für ein unerfahrenes, junges Pferd keinesfalls selbstverständlich. Teure Fehler können im Viereck leicht passieren, insbesondere bei fehlender Routine und bei Erwartungsdruck. Der zehnjährige Quaterhall-Sohn absolvierte erst sein drittes internationales Grand-Prix-Turnier. Zwar gewann das Paar aus Aubenhausen bereits auf Drei-Sterne-S-Niveau in Salzburg und Ornago, aber das Starterfeld in Fontainebleau hatte ein weit höheres Niveau.
Mit Blick auf die Weltmeisterschaften in Aachen im August traten unter anderem der amtierende Europameister Justin Verboomen und Zonic Plus aus Belgien, die britische Noch-Weltmeisterin Charlotte Dujardin mit Glamourdale und ihr Teamkollege Carl Hester mit Fame zu einem ersten Kräftemessen an – nicht zu vergessen Deutschlands derzeit stärkste Paare Isabell Werth mit Wendy de Fontaine und Frederic Wandres mit Bluetooth. „Beim Abreiten war es spannend. Vor zwei, drei Monaten hätte ich nicht gedacht, dass wir in unserer ersten Grand- Prix-Saison bei so einer Konkurrenz bestehen können. Aber es geht“, stellte Werndl erfreut fest.
Fast vier Jahre ist es her, dass der Dressurausbilder das letzte Mal bei einem Nationenpreis im deutschen Team stand, genauer gesagt 2022 beim CHIO Aachen mit seinem inzwischen verstorbenen Championatspartner Famoso OLD. Danach konzentrierte sich Werndl auf die Entwicklung von Nachwuchspferden und das Training seiner Schüler. Vor rund eineinhalb Jahren bezog Quick Decision seine Box in Aubenhausen. Zu Werndls großer Freude entwickelt sich der charmante, auffällig gezeichnete Fuchs stetig weiter. Sein überzeugender erster Nationenpreiseinsatz war eine Bewährungsprobe, die den Championatsreiter auf noch größere Aufgaben in der Zukunft hoffen lässt. „Jetzt geht es an die Detailarbeit, um das eine oder andere weiter zu verbessern. Ein Pferd nicht zu überfordern und ihm gleichzeitig etwas zuzutrauen, ist immer eine Gratwanderung“, weiß der 41-Jährige.
Am kommenden Wochenende fährt Werndl nach Hagen am Teutoburger Wald, um zwei junge Pferde in den Final-Qualifikationen für die wichtigsten Nachwuchs-Turnierserien, den Nürnberger Burg-Pokal und den Louisdor-Preis, zu präsentieren. Der nächste Start mit Quick Decision ist Mitte Mai in der Fünf-Sterne-S-Tour der Pferd International in München geplant.