Ab jetzt entscheidet das Nervenkostüm

von Redaktion

Der Meisterschaftskampf in der Fußball-Landesliga Südost hat noch einmal richtig Fahrt aufgenommen

Rosenheim/Wasserburg – Und plötzlich haben sich die Verhältnisse verschoben: Vier Spieltage vor dem Ende der Saison führt nun auf einmal der TSV 1860 Rosenheim die Tabelle in der Fußball-Landesliga Südost vor dem TSV Wasserburg an. Die Sechziger weisen aktuell 64 Punkte auf, die Löwen haben 63 Zähler auf ihrem Konto. Der Kampf um die Vorherrschaft im Landkreis Rosenheim gipfelt nun im Rennen um den Meistertitel in der Landesliga und den damit verbundenen Aufstieg in die Bayernliga.

Erst vor etwas mehr als 14 Tagen standen sich die beiden Teams in der Wasserburger Altstadt gegenüber, damals siegten die Hausherren vor vierstelliger Zuschauerkulisse mit 2:0 und hatten damit eigentlich einen großen Schritt in Sachen Meisterschaft unternommen. Doch zwei Wasserburger Niederlagen und eine „Englische Woche“ der Rosenheimer mit drei Siegen en suite haben alles wieder verändert. Jetzt sind die Sechziger einen Punkt voraus. Bei Punktgleichheit würde übrigens zuerst der direkte Vergleich zählen, der ist aber nach den jeweiligen 2:0-Heimerfolgen ebenfalls ausgeglichen. Als nächstes Entscheidungskriterium würde dann die Tordifferenz gelten, da hätten die Wasserburger (72:30) gegenüber den Rosenheimern (63:25) die Nase vorn.

Das wäre nach Saisonende. Jetzt entscheidet aber zunächst einmal das Nervenkostüm. Die junge 1860-Mannschaft konnte bislang völlig frei ohne Druck aufspielen, ist aber jetzt die gejagte Mannschaft – abwarten, wie sich die Sechziger in dieser neuen Rolle zurechtfinden. Die Form stimmt jedenfalls, denn abgesehen von der Niederlage in Wasserburg spielen die Akteure von Trainer Wolfgang Schellenberg ein tadelloses Jahr 2026 mit sieben Siegen und einem Unentschieden. Bis vor 14 Tagen hätte man das auch über die Wasserburger Löwen sagen können, die mit sechs teils glanzvollen Siegen aus der Winterpause gestartet sind. Jetzt sind aber zwei Niederlagen dazugekommen – und das weckt Erinnerungen an die missglückten Aufstiegsavancen in den vergangenen beiden Spielzeiten: 2023/24 sind die Mannen von Coach Florian Heller äußerst tragisch in der Relegation gescheitert, 24/25 halfen 32 von 36 Zählern nach dem Winter nicht mehr, um noch den zweiten Rang zu ergattern – am Ende fehlten zwei Punkte. Das Restprogramm der beiden Titelanwärter:

TSV 1860 Rosenheim: Eintracht Karlsfeld (H), FC Unterföhring (A), ESV Freilassing (H), TSV Grünwald (A).

TSV Wasserburg: TSV Kastl (A), SVN München (H), FC Schwabing (A), Kirchheimer SC (H).

Übrigens: Wenn man die Vorrundenresultate der beiden Meisteraspiranten gegen diese vier Gegner betrachtet, dann sind durchaus Stolpersteine dabei: Sowohl 1860 als auch Wasserburg holten dabei jeweils nur einen Sieg!

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