Mit neuer Partnerin zu Olympia 2030?

von Redaktion

Rennrodel-Olympiasiegerin Magdalena Matschina stellt neue Doppel-Partnerin Melina Fischer vor

Berchtesgaden – Das deutsche Rennrodeln und die Olympischen Winterspiele haben eine erfolgreiche gemeinsame Geschichte. Da machte Milano/Cortina 2026 keine Ausnahme. Fünf Medaillen, darunter dreimal Gold, gab es für Team Deutschland zu feiern. Tobias Wendl und Tobias Arlt wurden zu den erfolgreichsten deutschen Athleten bei Olympischen Winterspielen aller Zeiten und auch sonst gab es viele bewegte Geschichten zu erzählen.

Etwa die von Dajana Eitberger und Magdalena Matschina, ein ungleiches Duo mit 14 Jahren Altersunterschied, das sich erst 2024 zusammentat und sich dann einen olympischen Quotenplatz gegen die Weltmeisterinnen Jessica Degenhardt/ Cheyenne Rosenthal sicherte. In Cortina feierte das Duo dann Silber im ersten olympischen Doppelsitzer-Wettbewerb der Damen, außerdem gab es den Olympiasieg in der Teamstaffel zu bejubeln. Doch was passiert eigentlich, wenn einer der Athleten im Doppelsitzer die Karriere beendet?

Genau dieses Schicksal erwartete am Ende der olympischen Saison Magdalena Matschina. Die 21-Jährige wird ihre Karriere ohne Steuerfrau Dajana Eitberger fortsetzen. Ein langfristig geplanter und kommunizierter Abschied der 35-Jährigen, die sich gemeinsam mit ihrer Teamkollegin den olympischen Traum im Doppelsitzer erfüllte. Dennoch bildet der Abschied von Eitberger einen Cut, der weit über das Sportliche hinaus geht, schließlich entwickelte sich eine innige Freundschaft. Im exklusiven Interview mit Olympics.com schildert Matschina, wie sich dieser im Rennrodeln untypische Karriereweg nun fortsetzen wird.

In diesem Interview lüftete sie gleich zu Beginn das Geheimnis. „Ich werde meine Karriere nächste Saison mit Melina Fischer fortsetzen.“ Die Entscheidung fiel nach intensiven Gesprächen mit Bundestrainer Patric Leitner und nach einigen Testfahrten rund um das Weltcup-Finale in Altenberg sowie einem Lehrgang auf der kommenden Olympia-Bahn in La Plagne, berichtet Matschina. Fahrerisch scheinen die gleichaltrigen Athletinnen schon früh auf einer Wellenlänge zu sein. „Wir sind fast eine Woche gemeinsam gefahren und es hat auf Anhieb gut funktioniert. Wir kannten uns schon, sind schon länger gut befreundet und die Harmonie zwischen uns beiden ist auch schon richtig gut“, schwärmt die Olympiasiegerin. Fischer gehörte zuletzt zum Perspektivkader des BSD, bestritt vereinzelt Weltcups im Einsitzer und holte 2026 EM-Bronze in der U23-Kategorie. Im Doppelsitzer ist die 21-Jährige, wie Matschina angehende Polizistin, hingegen noch ein unbeschriebenes Blatt.

Als Eitberger im Jahr 2024 auf Matschina zuging, um sie von einem gemeinsamen zweijährigen Abenteuer im Doppelsitzer zu überzeugen, hätte wohl niemand gedacht, dass man sich am Ende als Olympiasieger-Duo trennt. „Ehrlich gesagt, war es lange nicht so, wie man sich das vorstellt. Wir haben uns viele blaue Flecken geholt, sind oft gestürzt“, blickt die 21-Jährige zurück. „Bei den beiden Weltcups nach Olympia habe ich dann schon Tränen verdrückt. Ich habe bei Dajana in zwei Jahren so viel gelernt, wie andere Sportler vielleicht in zehn.“ Gänzlich verzichten wird Matschina aber auch zukünftig nicht auf ihre ehemalige Weggefährtin. „Wir haben nach Olympia ausgemacht, dass wir einmal im Jahr gemeinsam nach Italien fahren“, lacht Matschina. „Außerdem hat sie versprochen, immer ein offenes Ohr für mich zu haben.“ Und obwohl der gemeinsame sportliche Erfolg nun am Höhepunkt endet, schaut die junge Athletin voller Zuversicht auf den neuen Karriereabschnitt.

Mit Melina Fischer als Steuerfrau erhält Matschina eine talentierte Partnerin – und geht das neue Kapitel mit einer gewissen Lockerheit an. „Ich bin mir ziemlich bewusst, dass nicht von Anfang an alles super laufen wird. Melina kann richtig gut fahren, aber bis auf die Testfahrten sind wir nie gemeinsam auf einem Doppelsitzer gesessen. Wir haben jetzt aber Zeit, uns zu finden, haben einen kompletten Olympia-Zyklus, um uns abzustimmen. Das große Ziel sind die Olympischen Spiele 2030 – also hätten wir uns keinen besseren Zeitpunkt aussuchen können.“ re

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