Kaufbeuren – Schon vor dem ersten Schlag ist Spannung in der Luft gelegen. Bei „Underdogs MMA“ in der All-Kart-Halle in Kaufbeuren ging es nicht nur im Käfig zur Sache. Vor allem im Vorfeld des Duells von Lokalmatador Amir Nejati hatten sich die Gemüter aufgeheizt. Sticheleien in den sozialen Medien, eine angespannte Atmosphäre beim Wiegen und kleinere Rangeleien zeigten, dass es ein Duell werden könnte, das über den sportlichen Rahmen hinausgeht.
Im Käfig selbst ließ Nejati jedoch keine Zweifel aufkommen. Der Kämpfer der Martial Arts Academy Rosenheim (MAA) zwang seinen Gegner Emre Kilic bereits in der ersten Runde zur Aufgabe. Mit einem sogenannten Straight Leg Lock, einem gezielten Beinhebel auf das Kniegelenk, beendete er den Kampf frühzeitig und setzte damit ein klares Statement. Auch sein Teamkollege Luis Akhigbe überzeugte. In den Prelims traf er auf Alperen Bulut und kontrollierte den Kampf über die volle Distanz. Starke Judo-Würfe und klare Kontrolle am Boden unterstrichen seine Leistung über alle Runden hinweg. Am Ende stand ein deutlicher Punktsieg.
Dass gleich zwei Kämpfer aus Rosenheim so dominant auftreten, ist kein Zufall. Die Martial Arts Academy entwickelt sich zunehmend zu einer festen Größe in der Szene. Während Veranstaltungen wie jene in Kaufbeuren wichtige Plattformen bieten, rückt die Region selbst immer stärker in den Fokus – wie zuletzt auch bei der Rumble Cage Series. Auffällig war zudem: Mehrere geplante Kämpfe mit Rosenheimer Beteiligung kamen im Vorfeld nicht zustande, weil Gegner kurzfristig absagen mussten.
Die Veranstaltung in Kaufbeuren umfasste 13 Kämpfe und bot eine Mischung aus Talenten und erfahrenen Athleten. Die Atmosphäre war entsprechend intensiv, das Publikum nah dran, die Kämpfe geprägt von Tempo und Einsatz. Ein weiteres Event ist bereits in Planung. Für Nejati und Akhigbe war der Abend mehr als nur ein Einsatz: Beide nutzten die Bühne, um sich zu präsentieren, und unterstrichen dabei, dass sich Rosenheim zunehmend zu einer Hochburg für Mixed Martial Arts in Deutschland entwickelt. Die Entwicklung geht in Richtung Spitze – und wird auch über Bayern hinaus wahrgenommen.re