Keine Nervenschonung, aber ein Edel-Joker

von Redaktion

1860 Rosenheim besiegt Karlsfeld mit 2:1 und besteht damit die erste Spitzenreiter-Bewährungsprobe

Rosenheim – Die erste Bewährungsprobe als Tabellenführer der Fußball-Landesliga Südost hat der TSV 1860 Rosenheim bestanden. Die Sechziger gewannen ihr Heimspiel gegen den Vorletzten Eintracht Karlsfeld mit 2:1. Weil der schärfste Verfolger Wasserburg erneut Federn ließ, haben die Mannen von Trainer Wolfgang Schellenberg ihre Spitzenposition sogar ausgebaut. Der Rosenheimer Vorsprung beträgt nun sogar schon drei Punkte. „Die Situation ist unverändert. Am letzten Spieltag kann noch alles entschieden werden“, wiegelt Schellenberg eine verfrühte Euphorie an der Jahnstraße ab.

Rosenheims zuletzt eingespieltes Team musste verändert werden: Für den verletzten Leon Tutic und den erkrankten Deniz Ünal kamen Auron Hetemi und Audai Elgathous in die Startelf. Zaeem Syed hatte die Hausherren mit seinem ersten Landesliga-Treffer nach einer guten Viertelstunde in Führung gebracht – ein überlegter Schuss. „Ein ganz intelligenter Spieler“, lobte Schellenberg seinen Tor-Debütanten. Für das zweite Tor sorgte Mitte des zweiten Durchgangs der eingewechselte Edon Xhelili, der nach einer tollen Vorarbeit von Audai Elgathous einschoss. Nur wenige Minuten später kam Karlsfeld noch einmal heran, weshalb die Sechziger bis zur letzten Sekunde um den Sieg kämpfen mussten. „Anscheinend wollen sich meine Nerven strapazieren“, lächelte Schellenberg diesen Umstand dann aber weg. Letztlich war es aber unbestritten ein verdienter Erfolg für die Gastgeber, die damit den Platz an der Sonne verteidigt haben.

Das war schon spitzenreitergemäß: „Wir sind insgesamt sehr dominant aufgetreten, das Spiel hat ja nur in einer Hälfte stattgefunden“, meinte der Rosenheimer Trainer. In der Tat bestimmte seine Mannschaft von Beginn an das Geschehen und hatte gleich Möglichkeiten. Mindestens einmal hätte es auch einen Elfmeter für die Sechziger geben können. Und auch nach dem Karlsfelder Anschlusstreffer hatten sich die Hausherren schnell wieder gefangen und gestalteten das Spiel fast ausschließlich in der Hälfte der Gäste. „Das ist dann schon die Cleverness, die wir mittlerweile haben“, erklärte Schellenberg.

Das war noch nicht spitzenreitergemäß: Kurz vor dem Seitenwechsel und gleich nach Wiederbeginn hatte der Tabellenvorletzte zwei riesige Gelegenheiten. Einmal rettete Torwart Jaro Gleißenberger noch entscheidend, einmal wurde der Gäste-Angreifer noch abgeblockt. Und auch das schnelle Anschlusstor nach dem 2:0 darf so nicht passieren. „Wir dürfen denen überhaupt nichts mehr anbieten“, weiß Schellenberg, „auch, wenn das schon ganz hohe Ansprüche sind“. Ansprüche, die man aber auch an einen Tabellenführer richten muss. Das gilt auch für die vergebenen Chancen im zweiten Durchgang, als Xhelili und Liam Markulin frei vor dem Torhüter scheiterten – so etwas darf man sich nicht entgehen lassen!

Das ist der Trumpf im Titelkampf: In der Schlussphase konnte der Sechziger-Coach wieder auf Johann Ngounou Djayo bauen. Der ehemalige Drittliga-Spieler hatte erst seinen vierten Saison-Einsatz, den ersten im Jahr 2026. Der 25-Jährige deutete in den wenigen Minuten seine Klasse an. Bei seiner ersten Aktion spielte er sich an drei Karlsfeldern vorbei und hatte einen gefährlichen Torabschluss, bei zwei weiteren Ballkontakten war er nur noch per Foulspiel zu bremsen. „Er könnte unser Joker im Endspurt werden“, glaubt der 1860-Trainer. Es ist als Spitzenreiter gut, so einen noch in der Hinterhand zu haben!

TSV 1860 Rosenheim: Gleißenberger, Khong-In, Grundner, Fischer, Hetemi, Syed, Summerer, Liam Markulin (86. Lehmann), Elgathous (88. Johann Ngounou Djayo), Noah Markulin (55. Xhelili), Muhameti.

Schiedsrichter: Riedl (SV Lalling).

Zuschauer: 50.

Tore: 1:0 Syed (18.), 2:0 Xhelili (69.), 2:1 Gertsmann (73.).

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