Kolbermoor – Vorzeitig hat die Tischtennis-Damen des SV-DJK Kolbermoor das Aus in der noch laufenden Bundesliga-Saison ereilt. Nach der Hauptrunde war Schluss, die Play-offs finden ohne die Damen von der Mangfall statt. Das lag auch an einer Änderung im Spielmodus.
Seit dieser Saison schaffen es nämlich nur vier Teams in die Play-off-Spiele. Dies bedeutet, dass es gleich ein Halbfinale gibt. Kolbermoor belegte nach der Hauptrunde den fünften Rang. Hätte es diese Regel schon in den vergangenen Jahren gegeben, dann hätten die Damen des SV-DJK in den letzten fünf Jahren schon zweimal die Play-off-Serie verpasst. In der abgelaufenen Spielzeit standen die Chancen fürs Weiterkommen gar nicht mal so schlecht: Nach der Vorrunde war man Vierter, in der Rückrunde zeitweise sogar auf dem dritten Platz. Dann aber kamen die beiden letzten Hauptrundenspieltage: Der härteste Verfolger TTC Weinheim und Kolbermoor teilten sich die Punkte, sodass dem SV-DJK am letzten Spieltag eine knappe 4:6-Niederlage genügt hätte. Während dann aber das Weinheimer Quartett den ESV Weil mit 6:0 aus der Halle schoss, mussten sich Kolbermoors Damen dem TSV Langstadt mit 2:6 beugen. Wenige Tage zuvor hatte sich Annett Kaufmann bei einem WTT-Turnier in Macao so schwer am Fuß verletzt, dass sie vom Arzt Sportverbot erhielt und nur als Zuschauerin mit von der Partie war. Übereinstimmend war man sich einig, dass es mit ihr ein sicherlich besseres Ergebnis gegeben hätte.
In der Saison-Nachbetrachtung fällt auf, dass man gegen Berlin und Langstadt leer ausging und gegen Weinheim und Dachau nur drei Punkte sammelte. Gegen die beiden letzten Mannschaften aus Bingen und Weil verbuchte man sieben Punkte. Die Achillesferse waren sicherlich die Eingangsdoppel. Von den zwölf Begegnungen konnte man nie eine 2:0-Führung herausspielen. Achtmal trennte man sich 1:1 und gegen Berlin sowie Weinheim hieß es sowohl in der Vor- als auch in der Rückrunde jeweils 0:2 aus Kolbermoorer Sicht. Insgesamt setzte man im gesamten Saisonverlauf 15 Doppel ein und war in dieser Hinsicht Spitzenreiter. Was die Einzelerfolge betrifft, liegen Kolbermoors Akteurinnen mit 50 Prozent gewonnener Spiele auf dem vierten Rang. Annett Kaufmann gewann 18 ihrer 22 Einzel – unter anderem gegen die Berlinerin Natalia Bajor in der Vor- und Rückrunde – und steht damit auf dem zweiten Rang in der Einzelwertung hinter Yuka Kaneyoshi (TTC Berlin). Sie und Tijana Jokic, die auf zehn Einsätze kam, bildeten das Rückgrat der Mannschaft.
Interessant ist auch das Zuschauerinteresse der abgelaufenen Saison. So passierten im Durchschnitt 189 Besucher die Tore der B2X-Arena. Gegen den TTC Berlin durfte man 320 Personen begrüßen. Gegen den ESV Weil fanden sich nur 155 Zuschauer auf der Tribüne ein. Kolbermoor liegt mit 1.131 Zuschauern auf dem vierten Rang. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist die Besucherzahl, die der Spitzenreiter TTC Berlin vermelden konnte. Gegen den TSV Langstadt – immerhin Zweiter nach der Hauptrunde – verliefen sich lediglich 70 Zuschauer im TT-Dome Heyse 25, gegen die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim kamen 80 Zuschauer. Für einen Hauptstadtklub, der Jahr für Jahr Meister wird, sind dies alles andere als positive Zahlen. Kurioserweise kamen zum Spiel gegen den Letzten ESV Weil 1.600 Besucher.
Mit der Inderin Swastika Ghosh, die nach der Vorrunde verabschiedet wurde, sowie Kristin Lang (Karriereende), Lisa Wang (schulische Gründe) und der Ikone Qianhong Gotsch verließen gleich vier Leistungsträgerinnen am Saisonende den SV-DJK Kolbermoor. Der Stachel sitzt im Kolbermoorer Lager zwar immer noch tief, der Blick geht aber bereits in die kommende Spielzeit. Denn da will man die Hürde für die Play-off-Runde, die man heuer um zwei läppische Sätze verpasste, souverän nehmen.