„Mit Sicherheit das Highlight“

von Redaktion

Bad Endorfer Lennart Jasch gewinnt Etappe in Trento – Ehemaliger Eisschnellläufer hofft auf Profivertrag

Trento – Es gibt Tage im Leben eines Sportlers, die so einschneidend sind, dass man sie nie mehr vergisst. So ist es Radrennfahrer Lennart Jasch ergangen. Bei der „Tour de Alps“ gewann der 25-Jährige aus Bad Endorf überraschend die vierte Etappe von Arco nach Trento. Auf der fast 170 Kilometer langen Etappe gelang es ihm, mit einer Ausreißer-Gruppe mitzuhalten, setzte dann die entscheidende Attacke und kam in Trento als Erster ins Ziel.

„Es war mit Sicherheit das Highlight meiner bisherigen Karriere und es war super schön zu sehen, wie viele Leute sich mit mir gefreut haben“, so Jasch und fügte hinzu: „Ich denke, dass ich damit gezeigt habe, was in mir steckt und wie schnell ich mich entwickelt habe.“ Nun hofft der ehemalige Eisschnellläufer auf einen Profivertrag im kommenden Jahr. Aktuell gehört er der Nachwuchsmannschaft des Schweizer Teams „Tudor Pro Cycling“ an. „Somit darf ich laut Reglement nicht in der allerhöchsten Kategorie starten. Aber natürlich ist es ein Ziel, mal bei einer „Grand-Tour“ am Start zu stehen“, hofft er. Nach seinem Husarenritt ein durchaus realistisches Ziel. Immerhin standen auf dieser Etappe der „Tour de Alps“ zwei Anstiege mit einer ersten Kategorie und rund 3.900 Höhenmeter auf dem Programm.

Begonnen hat die sportliche Laufbahn des 25-Jährigen beim DEC Inzell als Eisschnellläufer. Besonders auf den langen Strecken über 5.000 und 10.000 Meter fühlte er sich wohl und lief manchmal zusammen mit Claudia Pechstein in der Max-Aicher-Arena. „Ich habe die Zeit im Eislaufen sehr genossen und jetzt im Radsport ebenso. Das Eislaufen hat mich zu dem gemacht, was ich bin, deswegen würde ich es nicht missen wollen. Dennoch bin ich sehr glücklich mit meiner Entscheidung, in den Radsport gewechselt zu sein. Es macht mir sehr viel Spaß und ich bin noch erfolgreicher als im Eislaufen“, sagt er.

Wechsel zum Radsport
hat sich jedenfalls gelohnt

Lennart Jasch stammt aus einer Familie, die im Eisschnelllaufen daheim ist. Mutter Antje und Vater Helge sind Trainer und seine jüngere Schwester Maira war zuletzt sogar bei den Olympischen Spielen in Mailand dabei. Seine Eisschnelllauf-Karriere musste er wegen einer muskulären Dysbalance, einem Ungleichgewicht zwischen Gegenspieler-Muskeln, beenden. In der Reha lernte er Dan Lorang kennen, der damals Trainer im Red-Bull-hansgrohe-Team gewesen ist. Aktuell betreut er unter anderem die Triathleten Jan Frodeno und Anne Haug. „Dieser hat sich dann meine Radwerte angesehen und diese für gut befunden. Das hat mir die Sicherheit gegeben, dass es sich lohnen könnte, das Eislaufen zurückzulassen. Am Radsport war ich schon länger interessiert, habe mich aber nie getraut anzufangen“, erinnert er sich. Schließlich landete er 2024 beim Chiemgauer „MaxSolar-Cycling-
Team“ und wechselte danach zu den „Devo-Red-Bull-hansgrohe Rookies“. Dort feierte er seine ersten Erfolge in der Klasse 2 auf der „Giro-della-Regione-Friuli-Venezia-Giulia“, trotzdem schaffte er den Aufstieg ins „World-Tour-Team“ nicht. Danach kam Jasch zum „Tudor-Kontinental-Training“ der U23 und absolvierte bereits 20 Renntage fast ausschließlich mit der ersten Mannschaft.

Ab und zu geht Lennart Jasch noch aufs Eis in Inzell. Dann meistens mit seiner Freundin zum Spaß, allerdings bleibt dafür nicht viel Zeit. Rückblickend sagt er zum Unterschied zwischen Eislaufen und Radfahren: „Beim Eislaufen ist man alleine auf der Bahn und beim Radsport ist man von 180 Fahrern umringt. Das führt natürlich zu viel mehr taktischen Möglichkeiten aber natürlich auch zu mehr Unberechenbarkeit.“ Für Jasch geht es nun nächste Woche mit Rennen in Frankreich und der Berner Rundfahrt weiter.

Artikel 1 von 11