Der Spitzenreiter bewältigt auch die nächste Aufgabe

von Redaktion

1860 Rosenheim dreht in Unterföhring einen Pausen-Rückstand um und gewinnt noch mit 2:1 – Glück in der Schlussphase

Unterföhring – Um ein Haar wäre der Kurztrip in den Münchner Norden zum Freinacht-Scherz mutiert. Erst lag der TSV 1860 Rosenheim im Punktspiel der Fußball-Landesliga Südost beim FC Unterföhring ohne Not im Rückstand, ehe ihm in der Schlussphase wenigstens zweimal der Gleichstand drohte. Letztlich aber setzte sich der Spitzenreiter beim FC Unterföhring mit 2:1 durch, rechtfertigt damit ein Chancenplus und die bessere Spielanlage.

Der Aufstiegssekt dürfte inzwischen irgendwo in einem versteckten Keller eingekühlt auf exaltierte Nutzung warten. Denn die Bayernliga ist inzwischen näher an Rosenheim herangerückt als die Gebirgszüge des Salzburger Landes bei Föhn. Wovon 1860-Trainer Wolfgang Schellenberg freilich nichts wissen möchte. „Ich glaube, Wasserburg wird seine restlichen Spiele gewinnen“, orakelt der Coach. Heißt im Umkehrschluss: Die Sechziger benötigen noch vier Zähler aus den Partien gegen Freilassing und in Grünwald.

Zuviel der präventiven Euphorie wäre auch vermessen. Denn nahtlos überzeugend war der Auftritt vor den Toren der Landeshauptstadt nicht. Weil in erster Linie der Ertrag keine schlüssige Relation zum unbeschwerten Kombinationsfußball erreichen konnte, die Zahl der gültigen Abschlüsse überschaubar war. Nach Gelb-Foul an Liam Markulin wurde der anschließende Freistoß vom Kopf der Abwehrmauer zum Eckball abgelenkt. Markulin war es auch, der aus halblinker Warte flach am kurzen Pfosten vorbeizielte. Doppelpässe und Dreieckspiel klappten gut und vornehmlich über die linke Angriffsflanke, eine letzte gewiefte Aktion aber blieb aus. „Ihr müsst die Box besser belaufen“, postulierte Schellenberg zwischenzeitlich mit Nachdruck an sein Team. Es wurde danach etwas besser. Wenn aber mal ein Rosenheimer zum Schuss kam, fuhr sogleich ein Unterföhringer Abwehrbein in die Flugbahn – mit dem 0:1 aus dem Nichts als bittere Folge. Der FC kombinierte sich über die linke Seite nach vorne, nutzte Überzahl auf dem Flügel und Stellungsfehler am hinteren Fünfer eiskalt aus. „Hätten wir in der Entstehung verhindern können“, konstatierte Schellenberg.

Der Übungsleiter erneuerte zur Pause noch einmal seine Direktive, mehr Beachtung auf „die torgefährlichen Räume und Tiefe“ zu legen. Jetzt kam es auch an. Kaum war wieder angepfiffen, stand es 1:1. Nach einem Steckpass lief Edis Muhameti alleine auf Sebastian Fritz zu und vollstreckte unter dem Keeper hindurch zum Ausgleich. „Der Glaube war wieder da“, so der 1860-Coach. Komplett gedreht war die Partie, als Michael Summerer zum 2:1 einschoss. Über links ging es in den Strafraum, mindestens zweimal flipperte der Ball umher, dann kam die Ablage zentral nach hinten, wo der Kapitän einen kurzen Haken schlug und aus 18 Metern trocken in die rechte Torecke zielte. Möglichkeiten, die Begegnung vorzeitig klarzumachen, waren hinreichend gegeben. Es hätte aber auch böse ausgehen können. Bei drei Ecken am Stück eingangs der Schlussphase wurde es einmal richtig brenzlig. Noch kreislauffordernder war die Rettungstat von Steven Khong-In auf der Torlinie. Wenn man ganz oben steht, dann lässt der Faktor Spielglück bekanntlich selten aus.

TSV 1860 Rosenheim: Gleißenberger, Khong-In, Grundner, Fischer, Ünal, Syed, Summerer, Liam Markulin, Elgathous (61. Tutic), Noah Markulin (88. Ngounou Djayo), Muhameti.

Schiedsrichter: Hafeneder (TuS Holzkirchen).

Zuschauer: 80.

Tore: 1:0 Tokoro (37.), 1:1 Elghatous (48.), 1:2 Summerer (67.).rab

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