Rosenheim – Sie haben sich teilweise Jahrzehnte nicht mehr gesehen, die Stimmung war aber gleich wieder wie früher. Zum ersten Mal haben sich die Rosenheimer Eishockey-Nachwuchsteams, die in den 1980er-Jahren erstmals den deutschen Meistertitel an die Mangfall geholt haben, wieder getroffen – und brauchten dafür keine große Anlaufzeit. Es wurde diskutiert, viel gelacht und natürlich, wie es sich für solche „Klassentreffen“ gehört, Anekdoten ausgetauscht.
Hauptorganisator des Treffens war Thomas Dahlem, der fast alle Mitglieder der damaligen Meisterteams aus den Jahren 1985 und 1986 nach Rosenheim bekam. Im „My Home my Hotel“ trafen sich die Legenden von einst und ließen den Abend in der Rooftop-Bar ausklingen. Der einstige Torhüter Dahlem hatte dann auch die offizielle Begrüßung vorgenommen. Dabei erklärte er, dass beim Gedanken an die frühere Nachwuchs-Zeit „brutal viel Stolz“ dabeigewesen sei. Das bezog sich nicht nur auf die Meisterschaften, sondern auch an die späteren Leistungen der Spieler. „Aus diesen Mannschaften sind über 400 A-Länderspiele, Olympia-Teilnehmer und Meisterspieler entstanden. Mit Jürgen Rumrich sogar einer, der in den deutschen Top-Ten ist, was die Anzahl an Länderspielen betrifft. Da war irre viel Qualität dabei“, berichtet Dahlem. Den einstigen Paradesturm bildeten Michael Pohl, Rumrich und Olaf Kapella – klar, dass die Taten dieser Formation im Laufe des Abends augenzwinkernd immer sagenumwobener wurden…
Eine große Bedeutung wurde den Trainern zuteil. Mit Gerhard Baldauf, Hans Zach und Sigi Harrer wirkten drei Meister ihres Fachs auf den Nachwuchs ein. Für Zach war es die erste Trainerstation und schon damals habe seine impulsive Art dafür gesorgt, „dass bei einem Nachwuchsspiel auf einmal die dreifache Anzahl an Zuschauern da war“. Später hatte der langjährige Bundestrainer ja den Spitznamen „Alpenvulkan“ zugeteilt bekommen. „Da war er aber schon deutlicher ruhiger als damals bei uns“, lautete der einhellige Tenor unter den ehemaligen Rosenheimer Nachwuchsakteuren. Das war natürlich scherzhaft gemeint, denn Zach hatte „uns allen auch Dinge fürs weitere Leben mitgegeben“, wie es Kapella auf den Punkt brachte. Der Wunsch des früheren Angreifers: „Wir sollten nicht mehr so lange mit dem nächsten Treffen warten.“ Vielleicht bietet ja das große Jubiläum im Rosenheimer Eishockey im Jahr 2028 die Gelegenheit fürs nächste Wiedersehen der früheren Nachwuchs-Meister?tn