Rosenheim – Der TSV 1860 Rosenheim hat sein letztes Heimspiel in der aktuellen Punktrunde der Fußball-Landesliga Südost gewonnen. Der 3:0-Erfolg im Inn/Salzach-Duell gegen Freilassing war der sechste Sieg in Serie für die Sechziger, zudem der fünfte Heimerfolg hintereinander. Damit haben die Mannen von Trainer Wolfgang Schellenberg am vorletzten Spieltag den nächsten Schritt unternommen, um die Rückkehr in die Bayernliga zu fixieren.
Auch nach dem verdienten Dreier ließ sich der Rosenheimer Trainer nicht aus der Reserve locken und perfektionierte sein Understatement: „Jetzt fehlt noch ein Punkt, aber den müssen wir erst noch selbst machen“, erklärte Schellenberg nach der Begegnung, in der seine Mannschaft bereits früh die Weichen auf Sieg stellte. Edis Muhameti nutzte die Gelegenheit nach einem Steckpass und netzte bereits in der zweiten Minute ein. „Uns hat irgendwie die richtige Einstellung zum Spiel gefehlt“, monierte Freilassings Trainer Albert Deiter und schob auch gleich seine Vermutung über den Grund hinterher: „Vielleicht war das, weil der Druck bei uns schon raus war.“ Die Eisenbahner hatten sich ja schon vorzeitig gerettet und können bereits für ein weiteres Jahr in der sechsten Spielklasse planen. „Wenn dir die Power fehlt und dann gleich so ein schnelles Gegentor fällt, dann spielt das schon eine Rolle“, erklärte Deiter. Auf der anderen Seite waren die Sechziger natürlich heilfroh über den gelungenen Start: „Das hat schon ein bisschen Druck weggenommen“, so Schellenberg.
Logischerweise tat diese frühe Führung in den Köpfen gut. Die erfolgreichen Wochen und Monate haben bei den Rosenheimern aber noch anderes bewirkt: Die junge Mannschaft spielt wesentlich selbstbewusster auf. Die Abwehr steht mit den beiden Innenverteidigern Florian Grundner und Simon Fischer prächtig, die beiden Außenbahnspieler mischen sich oft ins Offensivspiel ein. Das Mittelfeld harmoniert, wobei sich der junge Zaeem Syed aufgrund seines herausragenden Positionsspiels in den letzten Wochen ins Team gespielt hat. Im Angriff stehen technisch versierte und schnelle Angreifer. Edis Muhameti beispielsweise, der nach etwas mehr als einer halben Stunde zum 2:0 traf, als er den Ball aus wenigen Metern über die Linie beförderte. Der 22-Jährige ist ein Musterbeispiel der Rosenheimer Steigerung. Seit der Winterpause war er in jedem Spiel in der Startformation und hat fünf seiner sieben Saisontreffer im Jahr 2026 markiert. „Er ist gerade ein extremer Schlüssel für die Art und Weise, wie wir spielen“, meinte Schellenberg über den Offensivspieler. „Es geht ja nicht nur darum, dass er Tore schießt, sondern weil er dank seiner Laufarbeit wahnsinnig wichtig für die Mannschaft ist.“
Das 2:0 brachte noch mehr Sicherheit, allerdings hatte nun auch Freilassing, seine Momente. „Mit ihren langen Bällen waren sie irgendwie schon immer gefährlich. Ich hatte vor der Pause immer das Gefühl, dass die was machen können“, erläuterte Schellenberg seine Befürchtung. Auch Deiter hatte so ein Gefühl, nämlich „dass noch etwas drin gewesen wäre, wenn wir ein Tor machen. Dazu hätten wir aber auch ein bisschen Glück gebraucht.“ Zum Beispiel bei einem Aluminiumkracher bei Timo Portenkirchners Freistoß aus der Distanz. Insgesamt, so Deiter, „war es nach vorne aber zu wenig“.
Dies bestätigte Schellenberg auch: „Wir haben sie dann immer mehr vom Tor weggehalten und das Spiel kontrolliert. Ich war sehr zufrieden damit, wie wir das dann hingekriegt haben.“
TSV 1860 Rosenheim: Gleißenberger, Khong-In, Grundner, Fischer, Ünal (90. + 2 Hetemi), Syed, Summerer, Elgathous (73. Ngounou Djayo), Noah Markulin (85. Lehmann), Liam Markulin (81. Xhelili), Muhameti (90. + 3 Stojcic).
Schiedsrichter: Fekih (TV Oberndorf).
Zuschauer: 414.
Tore: 1:0 Muhameti (2.), 2:0 Muhameti (33.), 3:0 Summerer (89.).
Besonderheit: Gelb-Rote Karte für Freilassings Bischoff (84.).