Rosenheim – Der erste von drei neuen Kontingentspielern bei den Eishockeyspielern der Starbulls Rosenheim steht fest: Der 25-jährige Keaton Mastrodonato wechselt frisch aus Nordamerika zum DEL2-Club an die Mangfall. Zuletzt spielte er für die Greenville Swamp Rabbits in der East Coast Hockey League (ECHL) und für einige Partien bei Ontario Reign in der American Hockey League (AHL), dem direkten Farmteam der Los Angeles Kings.
Mastrodonato ist im kanadischen Powell River in der Provinz British Columbia geboren und spielte in der kanadischen Juniorenliga bei den Alberni Valley Bulldogs in der BCHL, ehe er vier Saisons am Canisius College in der NCAA verbrachte. Sein Trainer dort war Trevor Large – und der zeigte sich voll des Lobes über den Angreifer, der auf dem rechten Flügel beheimatet ist. Er bezeichnete Mastrodonato als „Ausnahmeführungsspieler“ und „dominante Persönlichkeit“. In seiner ersten Saison wurde der Stürmer gleich zum „Rookie des Jahres“ gekürt, in den nächsten beiden Spielzeiten gehörte er zu den Nominierten beim Hobey Baker Award, der renommiertesten Auszeichnung im US-College-Eishockey. „Keatons Einsatzwille und sein Ehrgeiz sind absolut erstklassig“, sagte Large. „Es macht wirklich riesigen Spaß, einen solchen Spieler zu trainieren. Gelegentlich muss man ihn zwar etwas bremsen – aber genau das ist es doch, was sich jeder Trainer wünscht.“ Seine vierjährige College-Zeit krönte Mastrodonato mit dem Gewinn der AHAConference-Meisterschaft. In diesen vier Jahren kam der Stürmer auf 123 Einsätze mit 46 Toren und 51 Vorlagen.
Trotz allem reichte es nicht, um in den NHL-Draft zu gelangen. „Ich glaube nicht, dass ich im Vergleich zu jenen Spielern, die im NHL-Draft ausgewählt wurden, nennenswert abfalle“, meinte Mastrodonato angesichts dieser Tatsache, „aber es wird mich Tag für Tag dazu antreiben, ein besserer Spieler und ein besserer Mensch zu werden“. Er sei es gewohnt, unterschätzt zu werden, wurde der Angreifer in einem Porträt einst beschrieben. So habe er davon geträumt, im Juniorenbereich in der prestigeträchtigen Western Hockey League zu spielen. Doch er wurde übergangen und verbrachte schließlich drei Jahre als Juniorenspieler bei Alberni Valley in der weniger beachteten British Columbia Hockey League.
Der 1,83 Meter große Akteur arbeitete sich aber hoch. „Ich gehe bis ans Äußerste, um zu gewinnen“, erklärte Mastrodonato einst. „Selbst bei einem kleinen, spaßigen Spiel wie jenem im Training. Ich nehme Niederlagen nicht auf die leichte Schulter. Das ist eine Einstellung, die mich durch mein ganzes Leben begleitet – von Kleinigkeiten bis hin zu etwas so Großem wie einem Spiel.“
In den letzten drei Spielzeiten wirkte der Kanadier stets im Dunstkreis der NHL: Für die Texas Stars, Colorado Eagles und Ontario Reign spielte er in der AHL – es sind die Farmteams der Dallas Stars, Colorado Avalanche und Los Angeles Kings. Insgesamt bestritt er 38 AHL-Begegnungen mit vier Toren und einer Vorlage. Die meiste Zeit verbrachte Mastrodonato aber in der ECHL, wo er für die Idaho Steelheads, Utah Grizzlies und zuletzt die Greenville Swamp Rabbits auf 174 Matches mit 150 Scorerpunkten (73 Tore und 77 Vorlagen) kam. Mastrodonato erreichte in der ECHL zwar nicht die Werte von DEL2-Top-Akteur Jack Dugan aus Bietigheim heran, reihte sich aber durchaus bei den letztjährigen Düsseldorfern Ture Linden und Yushiroh Hirano oder Kassels Mitchell Hoelscher ein.
„Keaton ist im besten Eishockeyalter und bringt genau das mit, was wir uns von einem Stürmer in seiner Position erhoffen: Torgefahr, Körperpräsenz und eine Mentalität, die jederzeit den absoluten Willen zum Erfolg erkennen lässt. Er hat in Nordamerika gezeigt, dass er auf hohem Niveau Tore erzielen und Verantwortung übernehmen kann“, erklärte Rosenheims Cheftrainer Jari Pasanen. „Erkundigt hat er sich unter anderem bei Chad Costello, Chefcoach beim AHL-Team in Ontario und 2017 in Iserlohn als Spieler unter Pasanen tätig. Gehört hat er nur Gutes. „Er liebt es, Tore zu erzielen, und schießt aus allen Lagen“, berichtet Pasanen, weshalb er auch sagt: „Ich erwarte mir viel von ihm.“ Zumal der Rosenheimer Trainer auch vernommen hat, dass Mastrodonato neben seinen eishockeyspezifischen Fähigkeiten auch Führungsqualität besitzen soll.
Im College hatte der kanadische Angreifer seinen Abschluss in Sportmanagement gemacht. „Ich nehme meine akademische Ausbildung sehr ernst“, erzählte Mastrodonato damals. „Da meine Mutter Lehrerin ist, lag auch ihr schon immer viel an diesem Aspekt. Deshalb habe ich ihre ermutigenden Impulse sowie die Unterstützung beider Elternteile in dieser Hinsicht stets sehr geschätzt.“ Jetzt geht es für ihn erstmals weit weg von der Familie. „Der Schritt nach Europa ist für mich etwas ganz Besonderes – und ich freue mich riesig auf diese neue Herausforderung. Ich will mich hier so schnell wie möglich einleben und auf dem Eis meinen Beitrag für eine erfolgreiche Saison mit unserem Team leisten.“