Prien – Es war nicht ganz einfach, Nicolai Estermann nach dem 4:1-Sieg gegen den SV Schloßberg-Stephanskirchen, dem damit vorzeitig errungenen Meistertitel in der Fußball-Kreisliga 2 und verbundenen erstmaligen Aufstieg seines TuS Prien in die Bezirksliga vor das Mikrofon zu bekommen. Logisch, schließlich durfte und musste der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte gebührend mit dem ganzen Team gefeiert werden.
Mit strahlendem Lachen verriet der Kapitän, der seit 2013/14 im Herrenbereich spielt, der Sportredaktion einige wesentliche Merkmale zum Spiel und zur Entscheidung im Titelrennen.
Kamen während des Spiels Gedanken auf, dass der erhoffte Sieg noch in Gefahr geraten könnte?
Eigentlich nicht, weil wir in diesem Jahr eine stabile Mannschaft haben.
Hat sich die Nervenanspannung gesteigert, als Sie zum fälligen Strafstoß antraten?
Beim Elfmeter bin ich immer ein wenig angespannt, denn wenn du ihn nicht machst, dann bist du der Depp. Aber grundsätzlich war ich auch nicht nervöser wie bei anderen Spielen.
Ab welchem Zeitpunkt haben Sie an den Erfolg geglaubt?
Ich denke, nach dem 3:1 war die Vorentscheidung gefallen. Nachdem wir im Hinspiel einen Zwei-Tore-Vorsprung verspielt hatten, haben wir das natürlich angesprochen und waren gut vorbereitet. Wenn du das noch einmal verspielst, dann hast du den Sieg auch nicht verdient. Wenn man die Chance vor Augen hat, zuhause durch einen Sieg aufzusteigen, dann gehört sie einfach genutzt.
Wann ist während der Saison der Gedanke gereift, dass man um den Titel mitspielen könnte?
Nachdem wir aus der letztjährigen Horrorsaison gekommen sind, war die Tabellenspitze noch kein Thema, wir wollten uns im Mittelfeld etablieren. Keiner hat damit gerechnet, dass es bereits in der Hinrunde so gut lief. Ab da haben wir den Titel ins Auge gefasst.
Prien hat ja noch nie in der Bezirksliga gespielt.
Nein, bislang noch nicht. Wir hatten schon mehrfach angeklopft, es dann aber leider nicht geschafft. Es liegt nicht nur an einer Saison, da muss man schon jahrelang daran arbeiten, bis es endlich klappt.
Können Sie uns etwas über die Feier verraten? Läuft das etwa wie beim FC Bayern nach einem Champions-League-Spiel mit Gala-Diner?
Unser „Bankett“ findet am Saisonende ganz klassisch auf Mallorca statt (lacht). Interview: Franz Ruprecht