Rosenheim/Zürich – Natürlich Torhüter Philipp Grubauer. Und kurz vor Turnierbeginn auch noch Stürmer Lukas Reichel. Das deutsche Aufgebot bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in Zürich hat Rosenheim-Kolorit. Die beiden Akteure aus dem Nachwuchs der Starbulls sind aber beileibe nicht die einzigen Spieler der deutschen Auswahl mit Bezug in die Mangfallstadt. Der Kader des Deutschen Eishockey-Bundes hat noch mehr zu bieten.
Der gebürtige Rosenheimer Grubauer (34) selbst hat noch in der Deutschen Nachwuchs-Liga (DNL) für die Starbulls gespielt und in der Saison 2007/08 als 16-Jähriger in der Oberliga debütiert. Mit einem Gegentorschnitt von 1,71 pro Spiel legte er in den Play-downs den Grundstein für den Klassenerhalt. Angreifer Reichel (23) wurde mit Rosenheims Schülermannschaft deutscher Meister und spielte auch noch im DNL-Team, ehe es ihn nach Berlin und dann Nordamerika zog.
Es gibt jedoch zwei weitere Spieler im deutschen Kader, die schon den Rosenheimer Dress übergestreift haben. Torhüter Jonas Stettmer (24) bestreitet seine erste Weltmeisterschaft, nachdem er zuvor mit den Eisbären Berlin den Titel in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gewonnen hat und dort in den Play-offs zum wertvollsten Akteur ausgezeichnet wurde. Der gebürtige Straubinger bestritt 2020/21 mittels Förderlizenz 17 Spiele für die Starbulls in der Oberliga, sein Gegentorschnitt betrug 2,51 pro Begegnung. Auch Angreifer Stefan Loibl (29) ist ein gebürtiger Straubinger und spielte per Förderlizenz für Rosenheim. Das war in der Saison 2015/16, damals kam Loibl auf 41 Partien mit 34 Scorerpunkten (elf Tore und 23 Vorlagen).
Top-Angreifer Dominik Kahun war zu Nachwuchszeiten Teamkollege von Rosenheims Stürmer Lukas Laub bei den Jungadlern in Mannheim. Und mit Frederik Tiffels stürmt der jüngere Bruder des letztjährigen Starbulls-Verteidiger Dominik für die DEB-Auswahl.
Es gibt aber auch einige Spieler in der deutschen Mannschaft, die in der DEL2 und der Oberliga schon gegen die Starbulls antreten durften. Dazu gehören unter anderem Verteidiger Marcus Weber (mit Riessersee und Frankfurt) oder die Angreifer Andreas Eder (mit Riessersee), Alexander Ehl (mit Landshut) oder Manuel Wiederer (mit Kaufbeuren und Deggendorf). Einige von ihnen hatten Begegnungen mit besonderem Erinnerungswert: Torhüter Maximilian Franzreb stand per Förderlizenz in der Saison 2016/17 für die Lausitzer Füchse gegen Rosenheim auf dem Eis. In zwei Spielen gab es zwei Siege, im November 2016 sogar einen Shutout für Franzreb beim 3:0-Erfolg an der Mangfall. Verteidiger Fabio Wagner hat natürlich die brisanten Duelle zwischen Landshut und Rosenheim verinnerlicht.
Jeweils im März 2012 und 2014 beendete er das Spiel mittels Spieldauerstrafe vorzeitig. Sein Defensivkollege Phillip Sinn stand den Starbulls erst vor wenigen Wochen gegenüber. Während der Olympia-Pause wirkte der Münchner Verteidiger per Förderlizenz beim ESV Kaufbeuren mit, als die Allgäuer im Heimspiel am 15. Februar mit 4:7 unterlegen waren – Sinn steuerte immerhin eine Torvorlage bei. Stürmer Nico Krämmer erinnert sich wohl gerne an Spiele gegen Rosenheim: Er stand im Landshuter Team, das 2012 die DEL2-Finalserie gegen die Starbulls für sich entscheiden konnte. In den sechs Begegnungen erzielte Krämmer zwei Vorlagen.
Die meisten Spiele gegen Rosenheim bestritt Stürmer Maxi Kastner, der in der DEL2 mehrere Jahre mit Riessersee gegen die Starbulls antrat. Darunter war auch eine ganz besondere Partie, denn Kastner stand im Garmischer Team, das am 7. Februar 2014 ohne etatmäßigen Torhüter antrat und nach dem ersten Gegentreffer von Shawn Weller nach 167 Sekunden vom Eis ging. Die Gäste spielten damals schon in Unterzahl, weil Kastner nach 65 Sekunden eine Strafzeit aufgebrummt bekam. Das Spiel wurde am Ende mit 5:0 für Rosenheim gewertet.