Rosenheim/Wasserburg/ Siegsdorf – Showdown in den höchsten bayerischen Amateurfußballklassen: Am Wochenende fallen die Entscheidungen um Meisterschaft und Klassenerhalt sowie gegen den Abstieg von der Regionalliga bis hin zur Bezirksliga. Beim spannenden Saisonfinale sind auch noch viele Inn/Salzach-Teams verwickelt. Im Fußball-Kreis indes steht der drittletzte Spieltag auf dem Programm.
Landesliga Südost: Ein Punkt. Ein Zähler reicht dem TSV 1860 Rosenheim, um die Meisterschaft einzutüten und wieder in die Bayernliga zurückzukehren. Vor drei Jahren waren die Sechziger aus der zweithöchsten bayerischen Spielklasse abgestiegen und mussten erst einmal den freien Fall stoppen. Das ist gelungen und dank einer herausragenden Frühjahrsrunde mit zuletzt sechs Siegen in Folge klopfen die Rosenheimer nun wieder ans Bayernliga-Tor. Am Samstag ab 14 Uhr wollen die Mannen von Trainer Wolfgang Schellenberg beim TSV Grünwald auch den letzten Schritt gehen. Der 1860-Trainer warnt seine Mannen vor dem Schlendrian, wenn er sagt: „Ein 100-Meter-Lauf ist auch nicht nach 95 Metern vorbei.“ Der Tabellensiebte aus dem Münchner Nobelort hat Personalsorgen und seine letzten drei Spiele verloren, im Alleingang wird es für die Sechziger dort aber nicht gehen. „Wenn man genauer hinschaut, dann weiß man schon, dass die Leistungsträger alle spielen“, sagt Schellenberg. Außerdem hat Grünwald im bisherigen Saisonverlauf 95 Tore erzielt. „Die macht man auch nicht so nebenbei.“ Für die Rosenheimer geht es aber darum, selbst ihre PS auf die Straße zu bringen. „Wir müssen unsere Sachen auf den Platz bringen, dann sind wir schwer zu schlagen“, sagt Schellenberg, dessen Team laut seinen Angaben die Einheiten in dieser Trainingswoche „komplett unaufgeregt“ erledigt hat. Der zuletzt erkrankte Leo Papapicco stößt wieder zum Kader hinzu, an den Meistersekt denkt Schellenberg indes noch nicht: „Wenn es wirklich so weit ist, dann werden wir schon irgendwo einen auftreiben.“
„Wir arbeiten das ganze Jahr darauf hin, dass wir auf den ersten Tabellenplätzen dabei sind, und jetzt haben wir die sehr, sehr gute Ausgangslage, dass wir es aus eigener Kraft in die Relegation schaffen können“, analysiert Wasserburgs Trainer Florian Heller vor dem Saisonfinale in der Landesliga Südost die Ausgangslage seiner Mannschaft. Dank des Last-Minute-Treffers von Vinzenz Egger vergangenen Sonntag in Schwabing können die Innstädter am Samstag, 14 Uhr, gegen den Kirchheimer SC mit einem Sieg die Saison verlängern. Läuft es noch besser und Tabellenführer Rosenheim verliert in Grünwald, kann es sogar noch zur Meisterschaft reichen. Auf andere Plätze wollen die Löwen aber gar nicht schauen, sondern ihre eigene Aufgabe erledigen. Dabei ist durch das späte 1:0 in Schwabing zum ersten Mal seit Wochen das Momentum auf Wasserburger Seite. Spieler, die in den großen Mannschaften von Sir Alex Ferguson bei Manchester United gespielt haben, berichten noch heute davon, wie viel Auftrieb ihnen siegbringende Tore in der sogenannten „FergieTime“ gegeben haben. „Die Jungs sind gut drauf, sie vermitteln einen sehr positiven Eindruck, einen sehr coolen Eindruck“, so Heller, der deshalb optimistisch ist, das Spiel zu gewinnen. Der Coach blickt auch auf den Wasserburger Weg der letzten Jahre – und möchte diesen nun erfolgreich in die Zukunft fortführen: „Wenn man bedenkt, wo man herkommt, dann ist es für Wasserburg eine ganz große Nummer, wenn man Aufstiegsspiele bestreiten kann. Demzufolge werden wir alles investieren, um das Ding aus eigener Hand über die Ziellinie zu bringen. Von daher freuen wir uns auf das letzte Ligaspiel.“
Der Klassenerhalt ist bereits gesichert – nun wollen sich die Fußballer des SB Chiemgau Traunstein (11. Platz/41 Punkte) mit einem Heimsieg von ihren Fans in die Sommerpause verabschieden. Am letzten Spieltag in der Fußball-Landesliga Südost geht es am Samstag um 14 Uhr im heimischen Jakob-Schaumaier-Sportpark gegen den FC Schwabing (8./48) zur Sache. Auch für die Gäste geht es nur noch ums Prestige.
Bezirksliga Ost: Oben ist alles klar, unten geht‘s noch rund! Sogar der Tabellensiebte SV Bruckmühl kann bei ungünstiger Konstellation noch absteigen. Auf dem letzten Rang steht aktuell der TSV Siegsdorf (25 Punkte), der im Heimspiel gegen Bruckmühl einen Sieg braucht und auf Schützenhilfe im Kampf gegen den direkten Abstieg hoffen muss. Waldperlach (27) spielt beim SV Aschau/Inn, Zorneding (27) in Aschheim. Saaldorf (30) muss auf jeden Fall in die Relegation, von der auch der SB Rosenheim (33), FC Töging (34) und Aschau/Inn (35) noch betroffen sind. Die „Veilchen“ können sich mit einem Heimsieg über Waldperlach ebenso retten wie Töging mit einem Erfolg in Peterskirchen. Der Sportbund empfängt den ungeschlagenen Meister aus Forstinning und muss darauf hoffen, dass Ebersberg (in Holzkirchen) nicht besser abschneidet. Alle Spiele beginnen am Samstag ab 14 Uhr.
Kreisliga 1: Eine hochinteressante Begegnung im Abstiegskampf steigt am Samstag ab 15 Uhr, wenn der SV Ostermünchen den ASV Flintsbach erwartet. Eine Stunde später hat der SV Oberbergkirchen Schlusslicht SV Mehring zu Gast. Am Sonntag um 15 Uhr kämpft der FC Grünthal im Heimspiel gegen den TSV Neuötting um seine Titelchance. Zuletzt gab es für den FCG drei Niederlagen am Stück.
Kreisliga 2: Fallen am drittletzten Spieltag die Entscheidungen um den direkten Abstieg? Schlusslicht SV Ruhpolding und der Vorletzte TSV Fridolfing haben bei neun beziehungsweise acht Punkten Rückstand äußerst schlechte Karten. Ruhpolding empfängt am Samstag um 15 Uhr den SV Linde Tacherting, Fridolfing hat schon um 13 Uhr die DJK Weildorf zu Gast. Mögliche Siege sind aber Makulatur, wenn der TuS Engelsberg um 17 Uhr gegen den SC Anger gewinnt. Bereits um 14 Uhr trifft der TSV Bad Endorf auf den TSV Waging und der SV Schloßberg-Stephanskirchen erwartet den SV Söchtenau-Krottenmühl. Um 15 Uhr steigt das Gemeinde-Derby zwischen dem SV Oberteisendorf und dem TSV Teisendorf.
Auf Meisterkurs: Den Titelgewinn vor Augen haben der ASV Au (Kreisklasse 1), FC Bischofswiesen (Kreisklasse 4), die SG Chieming/Grabenstätt (A-Klasse 5), der SV Schonstett (B-Klasse 3) und die DJK Weildorf II (B-Klasse 6).jah/tn/who