Nesselwang – Laufen boomt bekanntlich und die Bewegung in der freien Natur entwickelt sich mehr und mehr zum Volkssport. Nun fanden die deutschen Meisterschaften im Ultratrail in Nesselwang statt und dabei standen verschiedene Streckenlängen auf dem Programm. Die Königsdisziplin über 70 Kilometer und 4.000 Höhenmeter war sehr gut besetzt und Johannes Wingenfeld vom Gebirgsjägerbataillon 232 aus der Strub, der in Schellenberg wohnt, lieferte eine überragende Leistung ab und siegte mit klarem Vorsprung vor Pierre-Emmanuel Alexandre und Marcel Höche. Dabei stellte er einen neuen Streckenrekord in 6.28:08 Stunden auf und lag am Ende fast neuen Minuten vor dem Zweitplatzierten. Hannes Namberger vom SV Ruhpolding, der seit kurzer Zeit in Inzell lebt, landete am Ende auf dem sechsten Platz.
Das Rennen entwickelte sich von Beginn an sehr schnell. Namberger, Alexandre, Wingenfeld und Toni Seewald machten Tempo, ehe sich Alexandre etwas absetzte. Die anderen drei entschieden sich, nicht zu schnell anzugehen. Bis 25 km blieb das Trio zusammen, ehe Namberger im Downhill etwas abreisen lassen musste. Alexandre musste dem hohen Anfangstempo etwas Tribut zollen und Wingenfeld konnte aufschließen. Ab Kilometer 51 beim langen Aufstieg zum Pfeifferberg spielte Wingenfeld seine Stärken im Crosslauf ausspielen, setzte sich Schritt für Schritt ab und siegte schließlich souverän vor Alexandre und Marcel Höche. Kuriosum am Rande: Wingenfeld lief ins Ziel und keiner bemerkte es so richtig. Erst als ein Organisationsmitglied die Verantwortlichen darauf hinwies, dass der erste Läufer im Ziel ist, wurde die Zeit des neuen deutschen Meisters registriert. Der Zieleinlauf mit dem roten Banner für den Sieger wurde kurzerhand nachgestellt.wet