„Eingetreten, was zu erwarten war“

von Redaktion

Wasserburg träumte von der Meisterschaft, geht aber nun gestärkt in die Relegation

Wasserburg – „Drama, Baby, Drama!“ Für Bruce Darnell, der in Germanys Next Topmodel als Juror sein Unwesen trieb und mit diesem Motto zum Publikumsliebling wurde, wären die letzten Wasserburger Spieltage einer Saison ein wahres Fest. Seit vier Jahren geht es für die Löwen am letzten Spieltag immer um alles, aber in dieser Saison der Fußball-Landesliga Südost erreichte die Dramatik eine neue Dimension. Der TSV 1880 Wasserburg hatte seine Hausaufgaben erledigt und den Kirchheimer SC souverän mit 2:0 besiegt. Nach Abpfiff warteten die Spieler gespannt im Mittelkreis und verfolgten das Spiel des TSV 1860 Rosenheim in Grünwald auf dem BFV-Liveticker. Auch die 584 Zuschauer waren geblieben und starrten auf ihre Handys. Die Luft an der Landwehrstraße 10 war zum Schneiden, bis plötzlich die Nachricht die Runde machte, dass Rosenheim in der Nachspielzeit getroffen und so den Löwen die Meisterschaft noch entrissen hatte.

„Es fühlt sich nur so schlecht an, weil es bis zur 96. Minute so aussah, als ob wir es geschafft hätten. Wenn man es nüchtern betrachtet, ist das eingetreten, was zu erwarten war“, ordnet Trainer Florian Heller die Schlussphase ein. Erst die Fakten, dann die Emotionen.

„Wir haben ein sehr gutes Spiel gezeigt“, bilanzierte Co-Trainer Michael Wallner. Dabei wurden die Hausherren von Kirchheim knapp eine Stunde extrem gefordert. Schon nach einer Minute setzte Korbinian Vollmann nach Ballgewinn einen gewitzten Heber vom Mittelkreis auf das Dach des Tores. Im Gegenzug wurde Robin Ungeraths Tor aufgrund einer Abseitsstellung aberkannt, ehe erst Leander Haunolder allein vor Torhüter Sebastian Kolbe auftauchte (4.) und dann auf der Gegenseite Jan Köhler an Lino Volkmer scheiterte (9.). In der 13. Minute rundete Haunolder mit einem Traumtor in den Winkel die schwungvolle Anfangsphase ab. Die Innstädter wussten, dass ihnen gegen den gefährlichen Kirchheimer SC womöglich ein Tor nicht reichen würde. Entsprechend drängten sie nach dem Seitenwechsel mit aller Macht auf die Entscheidung. Ungerath traf nach einem Konter nur den Pfosten (57.), eine Minute später machte er es nach Zuspiel von Vinzenz Egger besser und schoss zum 2:0 ein (58.). Wasserburg wollte das dritte Tor und hätte durch Thomas Voglmaier beinahe nachgelegt, er wurde im letzten Moment aber noch gestoppt (61.). In der Schlussphase scheiterten Josef Stellner am Torhüter (82.) sowie Michael Barthuber am Pfosten (87.) und der Latte (92.).

TSV Wasserburg: Volkmer, Biegel, Lindner, Rubio Gonzalez, Brich, Stellner (90. Köck), Simeth, Haunolder (ab 72. Kononenko), Voglmaier (84. Barthuber), Ungerath (87. Vieregg), Egger (72. Dumitru).

Schiedsrichter: Freund (SV Perlesreut).

Zuschauer: 584.

Tore: 1:0 Haunolder (13.), 2:0 Ungerath (58.).jah

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