„Mein Ehrgeiz ist geweckt“

von Redaktion

Eisschnellläuferin Maira Jasch probiert sich auf dem Rad und wird beim Bundesliga-Rennen Zweite

Ulm – Es scheint so, als würden immer mehr Inzeller Eisschnellläufer die Kufen gegen ein Rennrad tauschen. Jüngst haben sich Julia Bachl und Lennart Jasch Profiteams in Holland und der Schweiz angeschlossen. Nun hat sich die jüngere Schwester von Jasch, Maira, ebenfalls bei einem Radrennen versucht. Die 21-Jährige nahm am Rad-Bundesliga-Rennen „Alp-Race“ in der Nähe von Ulm teil und erreichte den zweiten Platz bei den Elite-Damen, ein paar Tage zuvor war sie auf den 15. Platz gekommen. Außerdem holte sie mit ihrem Verein, dem RSV Irschenberg, das Führungstrikot in der U23-Wertung.

„Ich hatte mir schon vergangenes Jahr vorgenommen, Radrennen fahren zu wollen, jedoch fand ich das in der Olympiasaison etwas zu riskant“, so die Bad Endorferin. „Jetzt hat mein Trainer zu uns gesagt, dass wir etwas verrücktes machen sollen“, so die Eisschnellläuferin, die bei den Olympischen Winterspielen Achte über 5.000 Meter wurde. Und so ging die Bundespolizistin bei der dritten Grandprix-Etappe dieser Serie in Berghülen bei Ulm über 13 Runden an den Start. 51 Teilnehmerinnen umfasste das Feld – und im zweiten Rennen musste sich Jasch nur der Mannschafts-Olympiasiegerin von Tokio 2021, Franziska Brauße (Ceratizit-Pro-Cycling-Team), um eine halbe Sekunde geschlagen geben. „Ich habe im normalen Radtraining gemerkt, dass ich recht gute Werte habe. Da dachte ich mir, dass ich das, so wie mein Bruder, mal ausprobieren könnte und schauen will, wo ich da lande“, erzählt die 21-jährige Langstreckenspezialistin. „Ich denke, für das Eisschnelllaufen hilft es mir auch, denn es ist ein gutes mentales sowie physisches Training. Für die Massenstarts auf dem Eis hilft es auch. Man lernt, die Rennen besser zu lesen und Taktiken genauer zu verstehen“, erklärt sie.

Die Schlittschuhe wird sie nun aber nicht an den Nagel hängen, immerhin ist sie im A-Kader, der mittlerweile „Olympia-Kader-Eisschnelllauf“ heißt. „Ganz so gut wie Lennart bin ich leider nicht, aber es ist schön, vorne mitzufahren. Klar wäre es schön, so wie mein Bruder in ein Profi-Team zukommen, aber das wird bei mir eher schwierig“, gibt sie zu. „Ich wollte erst mal sehen, wie es läuft, und dann entscheiden, ob es weitere solche Aktionen gibt. Der zweite Platz hat aber mein Interesse geweckt, mehr Radrennen zu fahren. Mein Ehrgeiz ist jetzt auf jeden Fall geweckt!“

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