Rosenheim/Siegsdorf/ Aschau am Inn – Das war nervenaufreibend: Der letzte Spieltag in der Fußball-Bezirksliga Ost hatte gerade im Abstiegskampf für Hochspannung gesorgt. Vor der letzten Runde konnten noch drei Mannschaften direkt absteigen, der Tabellensiebte im 16er-Feld hätte auch noch auf einen Relegationsrang abrutschten können. Eine Chronologie der Ereignisse:
Samstag, 14 Uhr: Anpfiff auf allen acht Sportplätzen der Bezirksliga Ost. Nur in Dorfen, wo der TSV Ampfing gastiert, ist das Abstiegsgespenst nicht als Zaungast dabei. Die Situation vor dem ersten Ballkontakt: Auf dem direkten Abstiegsrang stand der TSV Siegsdorf (25 Punkte), die Relegationsränge nahmen der TSV Zorneding, SV Waldperlach (beide 28), SV Saaldorf (30) und TSV Ebersberg (33) ein, unmittelbar vor der Abstiegszone lagen der SB Rosenheim (33), FC Töging (34), SV Aschau/Inn (35), SV Miesbach und SV Bruckmühl (je 36).
Nach 15 Minuten: Die ersten Treffer sind gefallen! Der TSV Peterskirchen liegt gegen Töging mit 1:0 in Führung, Siegsdorf hat gegen Bruckmühl getroffen und Saaldorf gegen Miesbach eingenetzt. Das Klassement verschiebt sich: Siegsdorf hat mit Waldperlach und Zorneding gleichgezogen, hätte aber weiterhin die schlechteren Karten, weil der direkte Vergleich gegen die Chiemgauer spricht.
Nach 30 Minuten: Saaldorfs Hoffnung lebt vorerst nur kurz auf, denn vier Minuten nach dem SVS-Führungstor kann Miesbach egalisieren. Während Siegsdorf den zweiten Treffer nachlegt, kann Ebersberg die Führung in Holzkirchen nicht halten und kassiert nur neun Minuten später wieder den Ausgleich. Die „Eber“ wären aber nicht gerettet, weil der Sportbund den besseren direkten Vergleich besitzt.
Zur Halbzeitpause: In Rosenheim verschlechtert sich die Lage erst einmal: Spitzenreiter Forstinning hat das 1:0 erzielt. Für zehn Minuten droht an der Pürstlingstraße wieder die Relegation, doch in der 41. Minute schlägt der Sportbund zurück und erzielt den Ausgleich. Während Siegsdorf den Vorsprung mit dem 3:0 weiter ausbaut, hat Saaldorf mit dem Pausenpfiff die neuerliche Führung markiert. Das 2:1 bringt den SVS aber noch nicht weiter. Töging, das im Rückstand liegt, hätte gegenüber Rosenheim und Ebersberg den besseren direkten Vergleich.
Die zweite Halbzeit beginnt: Der Stand vor dem Wiederanpfiff: Bruckmühl, Miesbach und Aschau/Inn (je 36) wären ebenso gerettet wie Töging und Rosenheim (je 34). In die Relegation müssten Ebersberg (34), Saaldorf (33), Waldperlach und Zorneding (je 28), während Siegsdorf (28) direkt runter muss.
Nach 60 Minuten: In der ersten Viertelstunde der zweiten Hälfte hat sich einiges getan. Töging hat in Peterskirchen ausgeglichen, Waldperlach ist im Aschauer Sportzentrum in Führung gegangen und auch Zorneding hat das 1:0 erzielt. Die Mannen aus dem Landkreis Ebersberg sind beim krisengeschüttelten Vizemeister FC Aschheim zu Gast. Für den TSV Ebersberg selbst hat sich nicht viel verändert, obgleich sich das Team wieder einen Vorsprung erspielt hatte. Die Freude währte aber nur kurz, denn Holzkirchen egalisierte nur zwei Minuten später zum 2:2.
Nach 75 Minuten: Mit den nächsten Treffern kommt langsam Klarheit in den Abstiegskampf. Zorneding erhöht in Aschheim auf 2:0 und der Sportbund geht gegen Forstinning erstmals in Führung. Der Treffer zum 3:1 hilft Saaldorf nicht mehr weiter, während Bruckmühls erstes Tor in Siegsdorf erst einmal Ergebniskosmetik ist. Weil Peterskirchen nun wieder in Front liegt, ist die Situation für Töging wieder etwas unsicher geworden – die Mannen vom Wasserschloss müssen nun auf Holzkirchens Mithilfe bauen. Die Elf aus dem Oberland hilft indes und hat das Match gegen den TSV Ebersberg gedreht – es steht 3:2 für die Gastgeber!
Nach 90 Minuten: In der Schlussviertelstunde öffnen sich die Schleusen beim Inn/Salzach-Duell in Siegsdorf. Die Hausherren erhöhen auf 4:1, als Antwort auf Bruckmühls zweitem Treffer gelingt Siegsdorf das 5:2. Mit dem Tor zum 3:1 hat der SB Rosenheim den Deckel auf die Saison draufgemacht, das 3:0 für Zorneding in Aschheim macht die Relegation klar. Tögings Bemühungen auf den Ausgleich versanden, stattdessen gelingt Peterskirchen sogar das 3:1.
Die Nachspielzeit: Es fallen noch drei Tore: Bruckmühl stellt mit dem 3:5 den Endstand in Siegsdorf her, Miesbach kommt noch auf 2:3 in Saaldorf heran. Und Ebersberg kommt in der siebten Minute der Extrazeit noch zum 3:3 in Holzkirchen – dann ist Schluss.
Letztlich hatte der Stand vor dem Anpfiff und bei Halbzeit auch nach dem letzten Ballkontakt Gültigkeit. Wobei im Falle von Töging gegen Ebersberg und Waldperlach gegen Siegsdorf jeweils der direkte Vergleich zur Ermittlung von Nichtabstieg, Relegation und Direktabsteiger herhalten musste. Dass Spitzenreiter Forstinning in Rosenheim seine erste Saisonniederlage kassierte und der Tabellenzweite Aschheim im Heimspiel gegen den Vorletzten Zorneding punktlos blieb, hatte letztlich Einfluss auf den Endstand.