Rosenheim/Mühldorf – 26 Meisterpokale lagen in den Kisten, die die Spielleiter um Chris Sofis für den Fußball-Kreis Inn/Salzach angeliefert bekamen. Erst die Hälfte von ihnen hat zwei Spieltage vor dem Saisonende schon neue Besitzer. 13 Meister müssen also von der Kreisliga bis zur C-Klasse noch gekürt werden, für einige könnte es schon an Pfingsten so weit sein. Die OVB-Heimatzeitungen liefern die Übersicht über die anstehenden und die bereits gefallenen Entscheidungen.
Kreisliga 1: Die SG Reichertsheim/Ramsau/Gars ist nach dem 1:0 im Nachholspiel beim FC Grünthal Tabellenführer, doch Meister kann aus eigener Kraft nur der TuS Raubling werden. Denn der Spitzenreiter muss am Pfingstwochenende aussetzen, die Inntaler können mit einem Dreier gegen Grünthal vorbeiziehen, das seine eigenen Aufstiegschancen praktisch verspielt hat. Platz zwei hätten die Reichertsheimer aber mit einem Sieg im Saisonfinale in Großholzhausen sicher. Ohne einen Heimsieg gegen Buchbach II wäre der Abstieg des SV Mehring schon heute Abend besiegelt. Denn dann wäre Flintsbach wegen des besseren direkten Vergleichs nicht mehr einzuholen. Der TSV Emmering braucht aus zwei Spielen (gegen Großholzhausen, in Grünthal) einen Punkt mehr als der ASV Flintsbach (gegen Reischach, in Westerndorf), um sich in die Relegation zu retten. Für den zweiten Relegationsplatz kommen neben der Buchbacher Regionalliga-Reserve (28 Punkte) noch Ostermünchen und Neuötting (je 30) infrage. Die Entscheidung könnte erst im direkten Duell zwischen Buchbach und Neuötting am letzten Spieltag fallen.
Kreisliga 2: Nach genau 70 Jahren feiert der TuS Prien wieder den Aufstieg auf die Bezirksebene. Damals, 1956, hieß die Liga statt Bezirksliga noch II. Amateurliga, zwei davon gab es in Oberbayern, und die Elf vom Chiemsee hielt sich zwei Jahre dort. Platz zwei entscheidet sich zwischen dem SV Linde Tacherting (gegen Schloßberg und in Seeon) und dem SC Anger, der noch zwei Derbys gegen Oberteisendorf und in Teisendorf vor der Nase hat und drei Punkte wettmachen muss. Die beiden Direktabsteiger stehen fest: Der TSV Fridolfing ist die Fahrstuhlmannschaft der 2020er-Jahre: Drei Aufstiegen seit 2021 folgen nun zwei Abstiege. Den SV Ruhpolding hielt es nur eine Saison in der Kreisliga. Die fünf Teams davor trennen ganze drei Punkte, zwei davon müssen in die Relegation.
Kreisklasse 1: Ein Unentschieden heute Abend in Bad Aibling, und der Meistertitel ist dem ASV Au nicht mehr zu nehmen. Denn der direkte Vergleich mit Verfolger SV Nußdorf (6:1, 1:1) fällt eindeutig aus. Dem SVN wiederum reichen zwei Punkte aus den Spielen beim Absteiger Brannenburg und gegen Großkarolinenfeld, um den Lokalrivalen aus Kiefersfelden auf Distanz zu halten und die Relegation klarzumachen. Nach dem Ende des von den Bender-Zwillingen ausgelösten Höhenflugs geht es für Brannenburg wieder abwärts. Der zweite Abstieg in Folge ist besiegelt. In der A-Klasse spielte der TuS zuletzt 2018. Für fünf Teams von Platz 9 bis 13 sind noch zwei Nichtabstiegsplätze frei, zwei müssen in die Relegation, einer steigt direkt ab. Der Sieger des morgigen Duells zwischen Aßling und Aschau macht schon einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt.
Kreisklasse 2: Als die Landesliga-Reserve von 1860 Rosenheim Mitte April den Titel feierte, war an das Double noch nicht zu denken. Inzwischen ist sogar das 100. Tor für die „kleinen Sechziger“ gefallen, fast ein Drittel davon (32) geht auf das Konto von Aini Merepeza. Der TSV Babensham hat mit dem 3:4 gegen Breitbrunn die Chance verpasst, sich vorzeitig Platz zwei zu sichern, nachdem Wasserburg II patzte. Nun gilt es erst mal, in Eiselfing den Vorsprung zu verteidigen. Der direkte Vergleich gegen die „Löwen“ spräche knapp (3:1, 1:2) für die Babenshamer. Der Abstieg von Türkspor Rosenheim wäre schon mit einem Unentschieden gegen Schnaitsee am Pfingstsonntag besiegelt. Den SV Amerang hat es schon erwischt – in der A-Klasse spielte der Ex-Bezirksligist zuletzt 2008. In den Abstiegskampf ist noch die halbe Liga verwickelt. Breitbrunn, Croatia Rosenheim (in der Rückrunde noch ungeschlagen!) und Pittenhart können sich aber schon am Wochenende der letzten Sorgen entledigen.
Kreisklasse 3: Hinter Meister SV Unterneukirchen tobt der Vierkampf um Platz zwei weiter. Nun hat der SV Haiming die Nase vorn, der im direkten Vergleich (3:2, 0:0) vor dem TV Kraiburg rangiert. Doch der SVH muss am Sonntag zum VfL Waldkraiburg, der besten Mannschaft der Rückrunde. Der Verlierer des heutigen Duells zwischen Kay (42 Punkte) und der SG Kirchweidach/Halsbach (40) dürfte schon aus dem Rennen sein, ein Unentschieden könnte für beide zu wenig sein. Und Kay muss am letzten Spieltag nach Haiming (43). Lachender Vierter könnte der TV Kraiburg (43) sein, der auf dem Papier in Pleiskirchen und gegen Otting das leichteste Restprogramm hat. Die DJK Otting steigt nach sechs Kreisklassen-Spielzeiten wieder ab. Zumindest die Relegation gegen den Abstieg kann aber noch die halbe Liga ereilen.
Kreisklasse 4: Der FC Bischofswiesen hat den Durchmarsch geschafft! Zwölf Jahre nach dem Abstieg ist der FCB wieder in der Kreisliga angekommen – da spielte man zuletzt vor zwölf Jahren. Fast jedes dritte Tor geht auf das Konto von Fabrice Enyange (27 Treffer). Die Meisterschaft durfte schon auf dem Sofa gefeiert werden, weil Verfolger Kirchanschöring II beim 1:1 in Laufen patzte. Mit einem Sieg gegen Kammer könnte die Bayernliga-Reserve morgen aber wenigstens die Relegation klarmachen. Der SC Vachendorf wartet noch auf den ersten Saisonsieg und ist 2026/27 erstmals seit acht Jahren nur noch A-Klassist. Der ASV Piding kämpft gegen Leobendorf um die wohl letzte Chance auf die Relegation, die Abstiegszone reicht aber bis zum SV Laufen auf Platz neun.
A-Klasse 1: 18 lange Jahre musste Meister TSV Hohenthann auf die Rückkehr in die Kreisklasse warten, jetzt ist es so weit – auch dank Torjäger Sebastian Lausch (27 Treffer). Der SC Höhenrain kann sich mit einem Sieg morgen über den FV Oberaudorf vorzeitig einen Platz in der Relegation sichern – bevor am letzten Spieltag das Duell bei dem in der Rückrunde noch ungeschlagenen DJK-SV Heufeld ansteht. Der will Platz drei gegen Neubeuern (morgen in Bad Feilnbach) verteidigen. Die noch sieglose SG Rott/Ramerberg II und der TSV Emmering II (wegen des direkten Vergleichs) sind schon abgestiegen.
A-Klasse 2: Die Relegation nach oben haben der SV Vogtareuth (50 Punkte), die SG Frasdorf/Söllhuben und der SV Pang (je 48) längst sicher, doch der Kampf um die Meisterschaft ist völlig offen. Aller Voraussicht nach fällt die Entscheidung erst am letzten Spieltag im direkten Duell zwischen Vogtareuth und Söllhuben. Der Trumpf des SVV heißt Michael Altmann, der allein 34 von 71 Toren geschossen hat. Noch ist es nur eine Rechenspielerei: Wenn sich die beiden remis trennen und Pang zweimal gewinnt, wären alle drei punktgleich. Auch im direkten Dreier-Vergleich kämen alle auf je fünf Punkte – Frasdorf/Söllhuben hätte dann mit einem Tor die Nase vorn. Rohrdorf (gegen Prutting), Happing (in Halfing) und Rimsting (in Pang) könnten an Pfingsten den Klassenerhalt klarmachen.
A-Klasse 3: Die SG Ramerberg/Rott führt die Tabelle an, doch der Titelfavorit heißt SV Forsting-Pfaffing, weil die SG am letzten Spieltag spielfrei ist und nur zusehen kann. Holt sie bei Genclerbirligi Wasserburg am Pfingstsonntag keinen Sieg, könnte Forsting – einen eigenen Dreier gegen Albaching vorausgesetzt – schon vorzeitig feiern. Edling hat als Dritter die Relegation um den Aufstieg sicher. Den einzigen sportlichen Absteiger machen morgen wohl die SpVgg Jettenbach (8 Punkte) und der TSV Soyen (6) im direkten Duell aus, mit einem Sieg wären die Gastgeber gerettet.
A-Klasse 4: Der SV Erlbach II (44 Punkte) kann mit einem Sieg beim FC Töging morgen den Deckel auf den Meisterpokal setzen, wenn der SV Weidenbach (42) in Emmerting heute Abend maximal einen Punkt holt. Der FC Mühldorf braucht im Derby gegen den als Absteiger feststehenden TuS Mettenheim einen Dreier, um Platz drei endgültig abzusichern. Für den SV Schwindegg wird es bei vier Punkten Rückstand auf Töging II ganz schwer, den ersten Abstieg in die B-Klasse zu verhindern.
A-Klasse 5: Im dritten Anlauf hat es mit dem beeindruckenden 8:0 über Garching endlich geklappt mit der Meisterfeier der SG Chieming/Grabenstätt. Lokalrivale DJK Nußdorf muss in die Relegation. Um den zweiten Platz in der Aufstiegsrunde zur Kreisklasse ringen noch die SG Altenmarkt/Stein und der TSV Traunwalchen. Dem TSV Fridolfing II fehlt nur noch ein Punkt zum Klassenerhalt, weil Tacherting II in Nußdorf nicht angetreten ist und TuS Traunreut II den direkten Vergleich verloren hat.
A-Klasse 6: Der Zweikampf um die Meisterschaft wird wohl erst am letzten Spieltag entschieden. Ohne den Sieg am grünen Tisch gegen Neukirchen hätte der SG Übersee/Grassau drei Punkte Rückstand. So geht es Kopf an Kopf ins Finale. Die SG Ramsau/Berchtesgaden, die selbst noch um Platz drei kämpft, könnte zum Zünglein an der Waage werden: morgen gegen Übersee/Grassau, eine Woche später in Bayerisch Gmain. Sind beide am Ende punktgleich, müsste die Tordifferenz entscheiden, da liegt Übersee/Grassau zurzeit vorn. Denn der direkte Vergleich (2:3, 2:1) geht unentschieden aus. Am Tabellenende kommen noch fünf Teams für die beiden Abstiegsplätze infrage.
B-Klassen: Drei der sechs Meister und sieben der zwölf Aufsteiger stehen fest. Der SV Vagen (Gruppe 1) ist nach 14 Jahren zurück in der A-Klasse, dahinter steht Dardania Bad Aibling vor dem Durchmarsch. In der Gruppe 2 haben der TSV Bernau und Neuling SB Rosenheim II den Aufstieg schon sicher, morgen steigt das direkte Duell. Bei einem Sieg hätte der Sportbund die Nase vorn. Der SV Schonstett ist als Meister der Gruppe 3 noch ungeschlagen, der TSV Taufkirchen hat nur die beiden Spiele gegen Schonstett verloren, kann sich aber mit dem Aufstieg trösten. Der SV Oberbergkirchen II kann sich in der Gruppe 4 wegen der besseren Tordifferenz ebenfalls schon fast sicher auf die A-Klasse freuen. Erharting/Niederbergkirchen und Zangberg II/Ampfing III machen Platz zwei aus. Die zweite Mannschaft macht als Meister der Gruppe 5 das Double des SV Unterneukirchen perfekt. Kirchweidach II und Engelsberg II ringen um Platz zwei, müssen aber beide noch gegen Verfolger Burgkirchen II ran. In der Gruppe 6 steht der Aufstieg der DJK Weildorf II fest, mit einem Sieg über Ruhpolding II kann sie morgen auch den Meistertitel feiern.
C-Klassen: Die SpVgg Pittenhart II blieb in der Gruppe 3 auch in Wasserburg ungeschlagen und durfte vorzeitig den Titel feiern. Der SV Erlstätt (Gruppe 7) hat als Meister mit 16 Siegen aus 16 Spielen eine noch makellosere Bilanz. Die F-Town Kickers aus Freilassing haben im dritten Jahr ihres Bestehens in der Gruppe 8 den Sprung in die B-Klasse geschafft. Auch der SV Bad Feilnbach II (Gruppe 1) darf schon den Titel feiern. Der DJK Pleiskirchen (Gruppe 5) fehlt nur noch ein Punkt. Die Vizemeister, darunter die DJK Kammer II, müssen jeweils ein Aufstiegsspiel überstehen.