Tritte, Schläge, Polizei: Rosenheimer Stadtduell in der Kreisklasse abgebrochen

von Redaktion

Fan schlägt Spieler, Tumulte auf dem Rasen: Unrühmliche Schlussphase im Spiel zwischen Croatia Rosenheim und der 1860-Reserve

Rosenheim – Es hätte ein so schöner Fußballabend auf dem Sportplatz an der Hochgernstraße in Rosenheim werden können. Der bereits als Meister feststehende TSV 1860 Rosenheim II gastierte zum Stadtderby der Kreisklasse 2 bei Croatia Rosenheim. Nach einer engen Partie führten die Gäste nach einem Treffer von Arbenit Krasniqi kurz vor Schluss mit 3:2. Dann kam es jedoch zum Skandal und zum Spielabbruch.

Nach einem Foulspiel eines Spielers der Hausherren stürmte ein Fan der Gäste aufs Feld und versetzte dem Croatia-Akteur zwei Schläge ins Gesicht. Es kam zur Rudelbildung, der Ordnungsdienst Croatias schritt ein. In der Folge kam es zu Tumulten auf dem Spielfeld. Die Rosenheimer Polizei war mit großem Aufgebot mit Unterstützungskräften der umliegenden Dienststellen vor Ort. „Zwischen den Spielern beider Mannschaften sowie den Zuschauern der unterschiedlichen Anhänger, entwickelte sich eine größere Schlägerei auf dem Spielfeld. Durch Faustschläge in Kopf- beziehungsweise Oberkörperbereiche kam es zu Verletzungen von mehreren Beteiligten, Spielern und Anwesenden. Weitere Verletzte wurden vor Ort kurz behandelt, sie erlitten Prellungen und Schürfwunden. Durch den alarmierten Rettungsdienst wurde ein Beteiligter in ein umliegendes Krankenhaus transportiert. Durch einen Schlag erlitt er Prellungen und Verletzungen im Kopfbereich“, heißt es im Bericht der Polizeiinspektion Rosenheim.

Die Partie wurde beim Stand von 2:3 aus Sicht der Gastgeber abgebrochen. Dabei war es eigentlich ein sehr harmonisches Derby gewesen, wie Croatias Trainer Petar Jokic gegenüber beinschuss.de berichtete: „Es war ein richtig gutes Spiel ohne große Fouls. Der Schiedsrichter hat eine richtig gute Leistung gezeigt und hatte zu jedem Zeitpunkt alles im Griff.“ Dass die Situation dann so aus dem Ufer läuft, ist für den Trainer-Routinier unverständlich: „Dass eine Person solch ein tolles Spiel alleine kaputt macht, ist einfach schlimm.“ Der Coach betonte auch noch einmal den Respekt vor dem Gegner: „Für mich ist der TSV 1860 Rosenheim ein absoluter Vorbildverein. Die Verantwortlichen haben sich während der ganzen Situation absolut vorbildlich verhalten.“

Beim TSV 1860 Rosenheim geht man dagegen noch auf Spurensuche. „Wir wollen uns aus allen möglichen Quellen Informationen einholen“, erklärte Wolfgang Schellenberg, der Sportliche Leiter der Sechziger, gegenüber der OVB-Sportredaktion. Er hat seine Spieler und Offiziellen angewiesen, Gedächtnisprotokolle anzufertigen. „Wir wollen Klarheit darüber haben, was wirklich passiert ist“, so Schellenberg. Er schaut gerade, „dass wir Videos kriegen und diese auswerten“. Dabei geht es sicherlich auch um den Platzverweis von 1860-Akteur Adin Kasumovic als Folge der Rudelbildung auf dem Platz. Grundsätzlich gilt für Schellenberg: „Unabhängig von jeglichen Schuldzuweisungen verurteilen wir derartige Vorfälle aufs Schärfste.“ Zunächst müsse man aber erst einmal die Berichte der Offiziellen abwarten. Daraus werde sich vielleicht auch ergeben, ob dem Foulspiel eine Anschlusshandlung folgte, die letztlich Auslöser für den Eklat war.

Nachdem alle Gewaltvorfälle auf bayerischen Plätzen umgehend an die Führungsebene gemeldet werden, sind die Verantwortlichen beim Bayerischen Fußball-Verband auf jeden Fall alarmiert. Die ersten Entscheidungen obliegen dem zuständigen Kreissportgericht.

Das ist allerdings zeitlich in der Bredouille, denn in der kommenden Woche findet der letzte Spieltag in der Kreisklasse statt – und noch ist Croatia Rosenheim nicht sicher gerettet!

Weil das Geschehen auf dem ESV-Platz stattgefunden hatte, meldete sich der Verein bei der OVB-Sportredaktion. „Der ESV Rosenheim hat dem NK Croatia den Sportplatz für den Spielbetrieb zur Verfügung gestellt. Damit sind Hausrecht und Aufsichtspflicht an Croatia übergegangen“, heißt es.tn/tb

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