Rosenheim/Mühldorf – Der ASV Au, der TSV Bernau, die DJK Weildorf II, die DJK Pleiskirchen II und die DJK Raitenhaslach haben am vorletzten Spieltag den Deckel drauf gemacht, doch acht Meisterpokale suchen am Samstag im Fußball-Kreis Inn/Salzach noch ihre neuen Besitzer. In der A-Klasse 2 können sogar noch drei Mannschaften den Titel holen. Doch auch wenn es um die Relegation oder den Abstieg geht, muss oft der Taschenrechner herhalten, um die Chancen auszurechnen. Die OVB-Heimatzeitungen geben den Überblick.
Gespielt wird einheitlich um 15 Uhr (Kreisliga bis A-Klasse) und 13 Uhr (B- und C-Klasse) – jedenfalls da, wo es noch um etwas geht. Am Sonntag ab 12 Uhr lost Kreisspielleiter Chris Sofis in Obing dann die Relegation aus.
Kreisliga 1: Zwei Dinge sind klar: Der TuS Raubling ist mit einem Sieg in Oberbergkirchen Meister, die SG Reichertsheim-Ramsau-Gars wäre mit einem Punkt in Großholzhausen Zweiter. Verliert Raubling, hätte die SG RRG bei einem Remis dank des direkten Vergleichs (4:1, 0:2) die Nase vorn. Umgekehrt kann ausgerechnet der ASV dem Lokalrivalen Raubling zum Titel verhelfen, wenn er die Reichertsheimer schlägt. Der TSV Reischach kann nur noch dann die Relegation um den Bezirksliga-Aufstieg erreichen, wenn er gegen Feldkirchen gewinnt und Reichertsheim verliert. Dann spräche der direkte Vergleich (1:0, 0:0) für ihn.
Der Abstiegskampf besteht eigentlich aus zwei Wettbewerben: Für den TSV Emmering (26 Punkte, in Grünthal) und den ASV Flintsbach (24, in Westerndorf) geht es um die Frage: Direkter Abstieg oder Relegation? Wobei die Emmeringer einen Sieg brauchen, um ganz sicher in die Verlängerung zu gehen. Um den zweiten Relegationsplatz oder den Klassenerhalt geht es für Neuötting, Ostermünchen (33 Punkte) und Buchbach II (31). Die Regionalliga-Reserve muss also das direkte Duell gegen Neuötting gewinnen, um drinzubleiben – Neuötting und Ostermünchen (gegen Mehring) reicht ein Punkt für ein weiteres Jahr Kreisliga.
Kreisliga 2: Der SV Söchtenau ist raus aus dem Rennen um Platz zwei, obwohl er nur drei Punkte hinter Anger und Tacherting liegt. Doch den direkten Vergleich hat der SVS gegen beide verloren. Ein Dreier im Derby beim TSV Teisendorf, und der SC Anger ist sicher Zweiter, denn dann wiegt das 5:1 zuhause schwerer als die 1:2-Niederlage in Tacherting.
Die beiden Absteiger stehen mit Fridolfing und Ruhpolding fest. Für Weildorf (31 Punkte), Bad Endorf und den TuS Engelsberg (je 29) ist noch ein sicherer Platz in der Kreisliga frei. Dabei hat Engelsberg die schlechtesten Karten. Denn die beiden Rivalen spielen jeweils gegen einen Absteiger, und bei Punktgleichheit wäre der TuS gegenüber beiden im Hintertreffen. Der TSV Bad Endorf kann den zweiten Abstieg in Folge mit drei Punkten gegen Fridolfing vermeiden, wenn Weildorf in Ruhpolding nicht gewinnt.
Kreisklasse 1: Vorne ist alles klar: Der ASV Au hat sich die Rückkehr in die Kreisliga gesichert, der SV Nußdorf ist als Zweiter nicht mehr einzuholen. Dagegen geht es am Tabellenende noch für fünf Mannschaften um die Wurst. Dem TSV Aßling (29 Punkte) reicht ein Punkt gegen Bad Aibling, dann ist er aus eigener Kraft gerettet. Die leichteste Aufgabe hat der WSV Samerberg (24 Punkte), der Absteiger TuS Brannenburg empfängt. Doch der direkte Klassenerhalt ist unerreichbar, weil der WSV Aschau (27) wegen des direkten Vergleichs nicht mehr einzuholen ist. Am brisantesten ist das Derby zwischen SV Tattenhausen (26) und dem SV-DJK Kolbermoor (24). Ein Sieg würde für beide den Klassenerhalt bedeuten, wenn Aschau in Schechen nicht punktet. Bei einer Niederlage droht beiden aber der direkte Abstieg.
Kreisklasse 2: Der TSV Babensham und der TSV 1880 Wasserburg II liefern sich ein Schneckenrennen um Relegationsplatz zwei. Babensham reicht dafür ein Punkt gegen die SpVgg Pittenhart, weil die Reserve des Bayernliga-Aufsteigers den direkten Vergleich (2:1, 1:3) verloren hat. Türkspor Rosenheim steigt nach drei Jahren wieder in die A-Klasse ab. Der Kampf um den direkten Klassenerhalt könnte aber unübersichtlicher und aufregender nicht sein. Fünf Vereine müssen noch zittern. Obing und Breitbrunn können sich als Sechster und Siebter nur deshalb sicher fühlen, weil vier der fünf Konkurrenten sich gegenseitig die Punkte wegnehmen: Schnaitsee (31 Punkte) muss gegen die SG Reichertsheim-Ramsau-Gars II (33) ran, und Rechtmehring (30) empfängt Eiselfing (31). Und dann ist da noch die ausstehende Spielwertung nach dem Spielabbruch bei Croatia Rosenheim (32). Ein Sieg am grünen Tisch gegen Meister 1860 Rosenheim II würde die Kroaten vorzeitig retten.
Kreisklasse 3: Hinter Meister SV Unterneukirchen balgen sich noch drei Teams um Platz zwei. Die besten Karten hat auf dem Papier der SV Haiming (45 Punkte), der dank des direkten Vergleichs (3:2, 0:0) vor dem TV Kraiburg (45) rangiert. Doch Haimings Gegner SV Kay (42) hat selbst noch Chancen. Er muss aber auch bei einem Sieg darauf hoffen, dass Kraiburg gegen das abgestiegene Schlusslicht Otting patzt. Dann – und nur dann – spräche der direkte Dreier-Vergleich für Kay. Im Abstiegskampf steht das Duell zwischen dem TSV Palling (26 Punkte) und dem DJK-SV Pleiskirchen (29) im Brennpunkt. Um sich zu retten, müsste Palling nach dem 1:3 im Hinspiel mit drei Toren Differenz gewinnen. Sonst gäbe die Zahl der mehr geschossenen Tore den Ausschlag für die DJK. Zugleich müssten die Pallinger darauf hoffen, dass Burgkirchen (26) in Kirchweidach maximal unentschieden spielt – sonst hätte der SVG im Dreier-Vergleich die Nase vorn und wäre gerettet. Den TSV Polling (24) bewahrt nur ein Heimsieg gegen den wieder erstarkten VfL Waldkraiburg vor dem direkten Abstieg.
Kreisklasse 4: Der SV Kirchanschöring II darf sich nach dem 4:3 gegen Kammer in der Relegation an der Rückkehr in die Kreisliga nach 18 Jahren versuchen. Der BSC Surheim hat die Relegation um den Klassenerhalt bereits gebucht. Um diesen Strohhalm ringen noch die punktgleichen Mannschaften von ASV Piding (in Schönau) und SG Inzell/Weißbach (in Hammerau). Die Rechnung ist einfach. Wer weniger Punkte holt, ist abgestiegen. Kommen beide gleichauf ins Ziel, muss Inzell wegen des schlechteren direkten Vergleichs (1:1, 0:4) runter.
A-Klasse 1: Weht hier ein Hauch von Cordoba? Mit einem Unentschieden im direkten Duell könnten sich Heufeld und Höhenrain je einen Platz in der Relegation zur Kreisklasse sichern. Der TSV Neubeuern hätte dann selbst mit einem Sieg beim Meister Hohenthann das Nachsehen. Doch dem Zweiten – zurzeit der SC Höhenrain – winkt in der Relegation ein leichterer Gegner als dem Dritten. Die beiden Absteiger standen mit Emmering II und Rott/Ramerberg II schon fest.
A-Klasse 2: Zumindest die Chance auf den Aufstieg über die Relegation ist Vogtareuth, Pang und Frasdorf/Söllhuben sicher. Aber alle drei können auch noch als Meister direkt aufsteigen. Fest steht: Der Sieger des „Endspiels“ zwischen Vogtareuth (53 Punkte) und Frasdorf/Söllhuben (51) ist Erster, weil Pang (51, bei der FT Rosenheim) im direkten Vergleich (0:3; 2:2) schlechter abschneidet als die SG. Der Titel ist für die Rosenheimer Vorstädter nur drin, wenn das Spiel in Vogtareuth remis endet. Um den Klassenerhalt gibt es (ab 12.30 Uhr!) ebenfalls ein direktes Duell: Bad Endorf II (19) empfängt den Lokalrivalen aus Halfing. Schlusslicht Eggstätt (beide 17) muss zeitgleich in Prutting ran. Der Nichtabstieg ist für den ASV aber nur möglich, wenn Halfing in Endorf die Oberhand behält und Eggstätt höher gewinnt als der FCH.
A-Klasse 3: Ein Sieg muss her für den SV Forsting-Pfaffing in Maitenbeth, damit es klappt mit der Meisterschaft. Spitzenreiter SG Ramerberg/Rott ist im Saisonfinale spielfrei, hat aber den direkten Vergleich gegen den Lokalrivalen (2:0, 1:2) gewonnen hat. Forsting hat seit Mitte September nicht mehr verloren. Den zweiten Aufstiegs-Relegationsplatz hat die DJK Edling sicher. Auch der einzige sportliche Absteiger steht fest: Das 1:2 beim direkten Rivalen in Jettenbach gab den Ausschlag zu Ungunsten des TSV Soyen.
A-Klasse 4: Ein Sieg gegen Emmerting, und der SV Erlbach II ist nach zehn Jahren zurück in der Kreisklasse. Ein Unentschieden würde nicht reichen, wenn Verfolger SV Weidenbach seine Pflichtaufgabe gegen die SG Marktl/Stammham erledigt. Der zweite Platz in der Aufstiegs-Relegation geht an den FC Mühldorf. Der SV Schwindegg hat seine letzte Chance genutzt, um den ersten Abstieg in die B-Klasse überhaupt zu verhindern. Doch um drinzubleiben, muss der SVS zum Saisonfinale in Ampfing einen Punkt mehr holen als der FC Töging II in Winhöring.
A-Klasse 5: Die SG Chieming/Grabenstätt ist nach drei Jahren wieder Kreisklassist, die DJK Nußdorf geht in die Relegation um den Aufstieg. Um die Relegation bangen muss noch die SG Altenmarkt/Stein, die gegen Traunwalchen einen Punkt Vorsprung hat, aber in Nußdorf die deutlich schwere Aufgabe als der Verfolger gegen Absteiger Tacherting II. Durch den Nichtantritt vor zwei Wochen in Nußdorf ist das rettende Ufer für Tacherting schon außer Reichweite, da hilft auch der bessere direkte Vergleich gegen Fridolfing II nichts.
A-Klasse 6: Hier entscheidet voraussichtlich die Tordifferenz über den Titel, wenn die punktgleichen Teams aus Übersee/Grassau (gegen DJK Traunstein) und Bayerisch Gmain (gegen die SG Ramsau/Berchtesgaden) ihre Hausaufgaben erledigen. Bisher ist die Überseer Bilanz um sechs Tore besser… Der SV Surberg hat sich ebenfalls einen Platz in der Relegation gesichert. Die DJK Traunstein hat mit dem 3:2 im Nachholspiel gegen den ESV Freilassing II in letzter Minute einen großen Schritt zum Klassenerhalt gemacht – hat aber im Saisonfinale den mit Abstand schwersten Gegner. Reit im Winkl hat es beim SV Oberteisendorf II selbst in der Hand, sich zu retten – und den Gegner in die B-Klasse zu schicken.
B-Klassen: Bernau (Gruppe 2) und Weildorf II (Gruppe 6) haben sich am vorletzten Spieltag den Titel gesichert. Nur die Meisterschaft in der Gruppe 4 ist noch offen, dort braucht der SV Oberbergkirchen II einen Punkt. Den Aufstieg hat er aber ebenso sicher wie Verfolger SG Erharting/Niederbergkirchen. Die SG Kirchweidach/Halsbach II (Gruppe 5) hat Platz zwei ebenfalls schon klar gemacht, Bad Reichenhall II fehlt dazu noch ein Punkt. Acht von zwölf Absteigern stehen fest – wobei es Brannenburg, Mehring und Otting gleich mit beiden Mannschaften erwischt hat.
C-Klassen: Sechs von acht Meister stehen fest, zuletzt schafften es die DJK Pleiskirchen II (Gruppe 5) und die DJK Raitenhaslach (Gruppe 6). In der Gruppe 2 (SG Söllhuben/Frasdorf II oder SV Pang II) und der Gruppe 4 (Genclerbirligi Wasserburg II oder SG Reichertsheim-Ramsau-Gars II) sind die Titel noch zu vergeben. Mit dem SV Waldhausen II, DJK Kammer II und SG Scheffau-Schellenberg sind drei der acht Teilnehmer an der Aufstiegsrunde klar.